Der extrem gefährliche Hurrikan Melissa der Kategorie 5 hat die Karibik fest im Griff und zwingt die großen Kreuzfahrtreedereien zu massiven Routenänderungen. Am 28. Oktober 2025 befindet sich der stärkste Sturm der Atlantiksaison 2025 auf einer gefährlichen Zugbahn, die Jamaika, die Dominikanische Republik, die Kaimaninseln und Turks & Caicos direkt bedroht. Die Sicherheit von Passagieren und Crew hat oberste Priorität, weshalb unter anderem Carnival Cruise Line für gleich fünf ihrer Schiffe umfassende Anpassungen bekannt gegeben hat.
Carnival: Fünf Schiffe betroffen, Sicherheit als oberstes Gebot
Laut aktuellen Wetter-Updates der Reederei Carnival sind die Carnival Celebration, die Carnival Dream, die Carnival Liberty, die Carnival Sunrise und die Carnival Vista von den Ausweichmanövern betroffen. Das Fleet Operations Center in Miami beobachtet die Entwicklung des Sturms in enger Abstimmung mit dem National Hurricane Center, der U.S. Coast Guard und lokalen Hafenbehörden. Die Reederei betonte, dass man in Gedanken bei den Partnerinseln sei, die potenziell in der Gefahrenzone liegen. Die Notwendigkeit der Kursänderungen ergibt sich aus der vorhergesagten Zugbahn des Hurrikans, der sich am Dienstag mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 295 Stundenkilometern dem Südwesten Jamaikas näherte und dort katastrophale Schäden befürchten ließ. Berichten zufolge war Melissa kurz davor, Kuba und die Bahamas zu erreichen, was die Ausdehnung der potenziell gefährdeten Gebiete verdeutlicht.
Detaillierte Routenkorrekturen für tausende Passagiere
Die Auswirkungen auf die geplanten Kreuzfahrtrouten sind erheblich:
- Carnival Celebration: Die ursprünglich geplanten Stopps in Grand Turk und Amber Cove (Dominikanische Republik) wurden annulliert. Als Ersatzhafen wurde Cozumel in Mexiko angelaufen, ein gängiges Ausweichziel in der westlichen Karibik.
- Carnival Liberty: Dieses Schiff musste seine Besuche in Grand Cayman und Montego Bay (Jamaika) streichen. Stattdessen steuert die Carnival Liberty Mahogany Bay in Honduras und Belize City in Belize an.
- Carnival Sunrise und Carnival Vista: Beide Schiffe waren auf dem Weg nach Grand Turk bzw. Amber Cove. Um dem Sturm auszuweichen, wurden diese Destinationen durch einen Halt in Nassau auf den Bahamas ersetzt.
- Carnival Dream: Auch die Carnival Dream war von der drohenden Gefahr im Osten der Karibik betroffen. Der vorgesehene Besuch in Montego Bay wurde gestrichen, wobei das Schiff Berichten zufolge einen zusätzlichen Seetag einlegte oder, je nach Quelle, St. Croix als Ersatz anlief, um sich in sicherem Abstand zum Sturm zu halten.
Massive logistische Herausforderung und weitreichende Konsequenzen
Die Entscheidung zur Routenänderung ist für Reedereien stets eine logistische Mammutaufgabe. Tausende von Passagieren müssen informiert und alternative Hafenarrangements in kürzester Zeit getroffen werden. Kreuzfahrtschiffe können Stürmen zwar davonfahren, da sie schneller sind als die meisten Hurrikans über dem Wasser, aber die Häfen im Einzugsbereich des Sturms werden geschlossen, und auch die Anreise- und Abreiselogistik für die Passagiere an den Start- und Zielhäfen kann betroffen sein.
Die Reaktion der gesamten Branche
Carnival ist nicht die einzige Reederei, die auf die Bedrohung durch Hurrikan Melissa reagieren musste. Praktisch alle großen Betreiber in der Karibik sahen sich gezwungen, ihre Routen anzupassen, um die Sicherheit zu gewährleisten und potenziell gefährliche Seegebiete zu meiden:
- MSC Cruises: Die MSC World America wurde bereits Anfang der Woche auf eine Route in die Westliche Karibik umgeleitet, um den östlichen Destinationen aus dem Weg zu gehen. Die neuen Ziele umfassten Häfen wie Cozumel, Costa Maya und Roatán.
- Royal Caribbean & Celebrity Cruises: Auch die Royal Caribbean Group war stark betroffen. Die Icon of the Seas und die Celebrity Beyond wurden von der östlichen Karibik in die westliche Karibik umgeleitet, um Ziele wie Costa Maya, Belize und Roatán anzusteuern. Die Celebrity Beyond tauschte geplante Stopps in der Dominikanischen Republik, St. Thomas und St. Kitts gegen die westlichen Alternativen.
- Disney Cruise Line: Die Disney Treasure und die Disney Wish mussten ebenfalls ihre Routen anpassen. Die Disney Treasure ersetzte beispielsweise Tortola und St. Thomas durch Cozumel und einen zusätzlichen Aufenthalt auf Castaway Cay, der Privatinsel der Reederei.
- Norwegian Cruise Line (NCL): Die Norwegian Joy strich Besuche in Montego Bay und Ocho Rios und entschied sich stattdessen für einen Übernachtungsstopp in Cozumel, Mexiko.
Information an die Gäste: Vorsorge und Flexibilität
Carnival Cruise Line forderte die Gäste der kommenden Reisen auf, sich aktiv für Reise-Alarme zu registrieren und ihre E-Mails regelmäßig auf mögliche Updates zu überprüfen. Angesichts der Unvorhersehbarkeit eines Kategorie-5-Hurrikans wird den Reisenden ein hohes Maß an Flexibilität abverlangt. Es ist gängige Praxis in der Branche, dass Routenänderungen aufgrund höherer Gewalt wie einem Hurrikan keine Anspruch auf Reisepreisminderung begründen. Stattdessen liegt der Fokus voll und ganz darauf, den Gästen trotz der widrigen Umstände ein sicheres und angenehmes Kreuzfahrterlebnis zu ermöglichen, indem man dem Sturm ausweicht und attraktive Alternativhäfen anläuft. Die Auswirkungen von Hurrikan Melissa auf die betroffenen Inseln stehen jedoch im Vordergrund. Die Sorge der Reedereien gilt nicht nur den eigenen Passagieren, sondern auch den Gemeinden, deren Infrastruktur nun mit voller Wucht getroffen wird. Dies macht die rasche und entschlossene Reaktion der Kreuzfahrtlinien auf die Naturgewalt Melissa zu einem Akt der Verantwortung und Vorsorge. Die gesamte Kreuzfahrtwelt blickt nun auf die weiteren Entwicklungen des Sturms.














