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Neue Kreuzfahrtschiffe: Aufträge und Optionen bis 2039

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Meyer Werft - Disney Destiny passiert Emssperrwerk bei Gandersum I Neues Kreuzfahrtschiffe

Die Auftragsbücher der großen europäischen Werften für Hochsee-Kreuzfahrtschiffe sind gut gefüllt und reichen mittlerweile bis weit in die 2030er Jahre. Besonders Disney Cruise Line, Norwegian Cruise Line, Royal Caribbean International und Viking Ocean Cruises treiben den Flottenausbau konsequent voran. Viele dieser Reedereien erhalten regelmäßig ein bis zwei Neubauten pro Jahr, um ihre Angebote zu erweitern.

Europäische Werften dominieren den Kreuzfahrtschiffbau

Wer sehen will, wo die großen Kreuzfahrtschiffe entstehen, muss nach Italien, Frankreich, Deutschland oder Finnland reisen. Vier Standorte teilen den Markt für Hochseekreuzfahrtschiffe weitgehend unter sich auf, und daran hat sich auch 2026 nichts geändert. Asiatische Werften spielen bislang vor allem im chinesischen Binnenmarkt und bei kleineren Expeditionsschiffen eine Rolle. Die vier führenden Adressen sind:

Blick auf Kräne der Fincantieri Werft n Trieste NCL

Fincantieri (Italien)

Blick auf die Meyer Werft Hallen in Papenburg

Meyer Werft (Deutschland)

Blick auf das Werftareal rund um die Neptun Werft in Warnemünde

Neptun Werft (Deutschland)

Die Disney Destiny wird in der Werfthalle der Meyer Werft gebaut

Meyer Turku (Finnland)

Die Werft Chantiers d L Atlantique in Saint Nazaire

Chantiers de l’Atlantique (Frankreich)

Diese Konzentration hat praktische Gründe. Ein Kreuzfahrtschiff besteht aus Zehntausenden Einzelgewerken, von der Kabinenfertigung über die Klimatechnik bis zur Bühnentechnik, und die dafür nötigen Zuliefernetze sind über Jahrzehnte gewachsen. Neue Anbieter können das nicht kurzfristig aufbauen. Für die Reedereien bedeutet das lange Vorlaufzeiten, denn wer heute bestellt, bekommt sein Schiff frühestens Anfang der 2030er-Jahre.


Deutsche Reedereien: AIDA und TUI Cruises

Für den deutschsprachigen Markt sind derzeit vier Neubauten in Arbeit, alle bei Fincantieri. TUI Cruises hat mit der Mein Schiff Flow im Sommer 2026 bereits das zweite Schiff der InTUItion-Klasse übernommen. Zwei weitere Schwesterschiffe wurden am 29. September 2025 bestellt und kommen 2031 und 2032, eine Option auf ein viertes Schiff besteht. AIDA Cruises erwartet nach einer Bestellung vom 7. April 2025 zwei Schiffe einer neuen Klasse, das erste im Frühjahr 2030, das zweite zur Wintersaison 2031/32.


Neubauten nach Jahren

Neue Kreuzfahrtschiffe 2026

Das laufende Jahr bringt vierzehn Neubauten und ist damit eines der dichtesten der vergangenen Jahre. Der Schwerpunkt liegt bei Fincantieri, wo allein sieben Schiffe entstanden sind. Auffällig ist die Bandbreite: Sie reicht vom 5.755-BRZ-Yachtschiff Emerald Kaia bis zur Legend of the Seas mit fast 250.000 BRZ. Ein Großteil dieser Schiffe fährt bereits.

  • Adora Cruises: Adora Flora City (Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding)
  • Antarctica 21: Magellan Discoverer (ASENAV)
  • Disney Cruise Line: Disney Adventure (Meyer Wismar) – AUSGELIEFERT
  • Emerald Cruises: Emerald Kaia (Halong Shipbuilding Company) – AUSGELIEFERT
  • Explora Journeys: Explora III (Fincantieri) – AUSGELIEFERT
  • Four Seasons Yachts: Four Seasons I (Fincantieri) – AUSGELIEFERT
  • MSC Cruises: MSC World Asia (Chantiers de l’Atlantique)
  • Norwegian Cruise Line: Norwegian Luna (Fincantieri) – AUSGELIEFERT
  • Orient Express Silenseas (Accor Gruppe): OE Corinthian (Chantiers de l’Atlantique) – AUSGELIEFERT
  • Regent Seven Seas Cruises: Seven Seas Prestige (Fincantieri)
  • Royal Caribbean International: Legend of the Seas (Meyer Turku) – AUSGELIEFERT
  • TUI Cruises: Mein Schiff Flow (Fincantieri) – AUSGELIEFERT
  • Viking Ocean Cruises: Viking Mira (Fincantieri) – AUSGELIEFERT
  • Viking Ocean Cruises: Viking Libra (Fincantieri)

Zu den einzelnen Neubauten dieses Jahrgangs, von der Emerald Kaia bis zur MSC World Asia, gibt es hier bei uns eine ausführliche Übersicht der Kreuzfahrtschiff-Neuheiten 2026.


Neue Kreuzfahrtschiffe 2027

Im kommenden Jahr geht es in ähnlichem Takt weiter, fünfzehn Ablieferungen stehen im Plan. Für Papenburg ist es das erste Jahr mit zwei Kreuzfahrtschiffen seit längerer Zeit, für Meyer Turku folgt mit der Hero of the Seas das vierte Schiff der Icon-Klasse. Explora Journeys erhält gleich zwei Einheiten. Auch im kleineren Luxussegment tut sich einiges.

  • Aman at Sea (Cruise Saudi): Amangati (T. Mariotti)
  • Aranui Cruises: Aranoa (Huanghai Shipbuilding)
  • Carnival Cruise Line: Carnival Festivale (Meyer Werft Papenburg)
  • Disney Cruise Line: Disney Believe (Wish-Klasse 4, Meyer Werft Papenburg)
  • Emerald Cruises: Emerald Raiya (Halong Shipbuilding Company)
  • Explora Journeys: Explora IV & Explora V (Fincantieri)
  • Four Seasons Yachts: Four Seasons II (Fincantieri)
  • MSC Cruises: MSC World Atlantic (Chantiers de l’Atlantique)
  • Norwegian Cruise Line: Norwegian Aura (Prima Klasse, Fincantieri)
  • Oceania Cruises: Oceania Sonata (Fincantieri)
  • Orient Express Silenseas: OE Olympian (Chantiers de l’Atlantique)
  • Royal Caribbean International: Hero of the Seas (Icon-Klasse 4, Meyer Turku)
  • Ryobi Holdings: Sefu (Expeditionskreuzfahrtschiff, West Sea Yard)
  • Viking Ocean Cruises: Viking Astrea (Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2028

Dreizehn Ablieferungen stehen für 2028 im Buch, und das Jahr bringt einige Premieren. Crystal Cruises kehrt mit der Crystal Grace nach langer Pause in den Neubaumarkt zurück, Atlas Ocean Voyages bekommt sein erstes Schiff aus chinesischer Fertigung. Bei der Meyer Werft in Papenburg entsteht erstmals ein Schiff für einen japanischen Auftraggeber. Royal Caribbean erhält gleich zwei Neubauten von zwei verschiedenen Werften.

  • Carnival Cruise Line: Carnival Tropicale (Meyer Werft Papenburg)
  • Celebrity Cruises: Celebrity Xcite (Chantiers de l’Atlantique)
  • Crystal Cruises: Crystal Grace (Neue Schiffsklasse 1, Fincantieri)
  • Emerald Cruises: Emerald Xara (Halong Shipbuilding Company)
  • Explora Journeys: Explora VI (Fincantieri)
  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Prima-Klasse 6, Fincantieri)
  • Oriental Land Company (Disney Japan): Unbenannt (Wish-Klasse 5, Meyer Werft Papenburg)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Icon-Klasse 5, Meyer Turku)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Oasis-Klasse 7, Chantiers de l’Atlantique)
  • Viking Ocean Cruises: Viking Lyra (Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises: Viking Leda (Fincantieri)
  • Scenic Luxury Cruises & Tours: Scenic Ikon (MKM Yachts Rijeka)
  • Atlas Ocean Voyages: Atlas Adventurer (China Merchants)

Das Schiff für die Oriental Land Company verdient dabei eine eigene Erwähnung. Der Betreiber der Disney-Parks in Tokio lässt ein Schwesterschiff der Wish-Klasse bauen und betreibt es selbst im japanischen Markt. Damit tritt erstmals ein japanischer Auftraggeber im Disney-Kreuzfahrtgeschäft auf. Für die Meyer Werft bedeutet der Auftrag einen neuen Kunden in einer bereits eingespielten Baureihe.


Neue Kreuzfahrtschiffe 2029

Ab 2029 wird die Liste kürzer, dafür stehen mehrere neue Schiffsklassen zum Start an. Carnival liefert mit der Carnival Destiny das erste Schiff der Ace-Klasse ab, Royal Caribbean startet die Discovery-Klasse, und Disney beginnt eine neue mittelgroße Baureihe. Für Papenburg ist das Jahr besonders wichtig, weil dort nun zwei Disney-Neubauten statt einem entstehen. Auslöser war eine Terminverschiebung im Sommer 2026.

  • Carnival Cruise Line: Carnival Destiny (XXL/ Ace-Klasse 1, Fincantieri)
  • Disney Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 1, Meyer Werft Papenburg)
  • Disney Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 2, Meyer Werft Papenburg)
  • MSC Cruises: Unbenannt (World-Klasse 5, Chantiers de l’Atlantique)
  • Oceania Cruises: Oceania Arietta (Fincantieri)
  • Oceanwide Expeditions: Unbenannt (Segel-Expeditionsschiff 1, Bauwerft offen)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Discovery-Klasse 1, Chantiers de l’Atlantique)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Icon-Klasse 6, Meyer Turku)
  • Viking Ocean Cruises: Viking Vega (Neubau 18, Fincantieri)

Der Stahlschnitt für die Carnival Destiny fand am 10. Juli 2026 in Monfalcone statt, damit ist das Schiff bereits in Bau. Mit rund 230.000 BRZ und über 8.000 Gästen bei Vollbelegung ist es der größte Neubau im Fincantieri-Programm. Die Discovery-Klasse von Royal Caribbean geht dagegen in die andere Richtung, sie soll kleiner ausfallen als Oasis und Icon. Details zu Größe und Design hat die Reederei bislang nicht veröffentlicht.


Neue Kreuzfahrtschiffe 2030

Das Jahr 2030 ist mit dreizehn Einträgen aktuell das dichteste der kommenden Dekade. AIDA Cruises bekommt sein erstes Schiff der neuen Klasse, MSC nimmt gleich drei Neubauten von zwei Werften ab, und Viking liefert die ersten Schiffe der vergrößerten Ozeanklasse mit rund 54.300 BRZ ab. Bei Meyer Turku läuft die Icon-Serie mit dem siebten Schiff weiter. Der erste Neubau der New Frontier-Klasse für MSC ist für Papenburg vorgesehen.

  • AIDA Cruises: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 1, Fincantieri)
  • Adora Cruises: Unbenannt (Shanghai Waigaoqiao Shipbuilding)
  • Disney Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 3, Meyer Werft Papenburg)
  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 1, Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises: Neubauten 19 & 20 (Fincantieri)
  • MSC Cruises: Unbenannt (World-Klasse 6, Chantiers de l’Atlantique)
  • MSC Cruises: Unbenannt (World-Klasse 7, Chantiers de l’Atlantique)
  • MSC Cruises: Unbenannt (New Frontier-Klasse 1, Meyer Werft Papenburg)
  • Oceanwide Expeditions: Unbenannt (Segel-Expeditionsschiff 2, Bauwerft offen)
  • Regent Seven Seas Cruises: Unbenannt (Prestige-Klasse 2, Fincantieri)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Icon-Klasse 7, Meyer Turku)
  • Viking Ocean Cruises: Unbenannt (Expeditionskreuzfahrtschiff 3, Fincantieri)

Bei den MSC-Schiffen für Papenburg ist eine Einschränkung nötig. Die Absichtserklärung über vier Schiffe der New Frontier-Klasse plus zwei Optionen stammt vom Dezember 2025, ein unterschriebener Bauvertrag lag Anfang August 2026 noch nicht vor. Werft und Reederei bezeichneten die Verhandlungen Ende Juni als weit fortgeschritten. Bis zur Unterschrift bleiben diese Einträge eine Planungsgröße.


Neue Kreuzfahrtschiffe 2031

Zehn Neubauten sind für 2031 vorgesehen, verteilt auf Fincantieri, Chantiers und Papenburg. AIDA und TUI Cruises bekommen jeweils ein Schiff, womit der deutschsprachige Markt in diesem Jahr besonders präsent ist. Carnival liefert das zweite Ace-Schiff ab, Crystal das zweite der Grace-Klasse. Viking setzt seine lange Serie mit mehreren Einheiten fort.

  • AIDA Cruises: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 2, Fincantieri)
  • Carnival Cruise Line: Unbenannt (XXL/ Ace-Klasse 2, Fincantieri)
  • Crystal Cruises: Unbenannt (Grace-Klasse 2, Fincantieri)
  • TUI Cruises: Unbenannt (InTUItion-Klasse 3, Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises: Neubauten 21 & 22 (Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises: Unbenannt (Expeditionskreuzfahrtschiff 4, Fincantieri)
  • MSC Cruises: Unbenannt (World-Klasse 8, Chantiers de l’Atlantique)
  • MSC Cruises: Unbenannt (New Frontier-Klasse 2, Meyer Werft Papenburg)
  • Four Seasons Yachts: Four Seasons III (Fincantieri)

Mit dem achten Schiff der World-Klasse schließt MSC diese Baureihe vorerst ab. Die Reederei hatte die Klasse 2022 mit der MSC World Europa gestartet und binnen neun Jahren auf acht Einheiten ausgebaut. Für Chantiers de l’Atlantique war das eine ungewöhnlich lange Serie mit einem einzigen Kunden. Wie es dort danach weitergeht, hängt unter anderem an den Optionen für die Discovery-Klasse von Royal Caribbean.

Neue Kreuzfahrtschiffe 2032

Ab 2032 wird die Übersicht dünner, was normal ist. Verträge für diesen Zeitraum werden erst in den kommenden Jahren geschlossen, und viele Reedereien halten sich mit Ankündigungen zurück. Auffällig ist, dass Fincantieri fast alle Einträge dieser Jahre auf sich vereint. Den Abschluss bildet 2039 das aktuell letzte Schiff der Princess-Voyager-Klasse.

  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 2, Fincantieri)
  • Oceania Cruises: Unbenannt (Sonata-Klasse 3, Fincantieri)
  • TUI Cruises: Unbenannt (InTUItion Klasse 4, Fincantieri)
  • MSC Cruises: Unbenannt (New Frontier-Klasse 3, Meyer Werft Papenburg)
  • Royal Caribbean International: Unbenannt (Discovery-Klasse 2, Chantiers de l’Atlantique)
  • Viking Ocean Cruises: Neubauten 23 (Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2033

  • Carnival Cruise Line: Unbenannt (XXL/ AceKlasse 3, Fincantieri)
  • Regent Seven Seas Cruises: Unbenannt (Prestige-Klasse 3, Fincantieri)
  • MSC Cruises: Unbenannt (New Frontier-Klasse 4, Meyer Werft Papenburg)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2034

  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 3, Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises: Neubauten 24 (Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2035

  • Oceania Cruises: Unbenannt (Sonata-Klasse 4, Fincantieri)
  • Princess Cruises: Unbenannt (Voyager-Klasse 1, Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2036

  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 4, Fincantieri)
  • Regent Seven Seas Cruises: Unbenannt (Prestige-Klasse 4, Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2037

  • Norwegian Cruise Line: Unbenannt (Neue Schiffsklasse 5, Fincantieri)
  • Oceania Cruises: Unbenannt (Sonata-Klasse 5, Fincantieri)

Neue Kreuzfahrtschiffe 2038

Princess Cruises: Unbenannt (Voyager-Klasse 2, Fincantieri)


Neue Kreuzfahrtschiffe 2039

Princess Cruises: Unbenannt (Voyager-Klasse 3, Fincantieri)

Die Princess-Bestellung vom 15. April 2026 ist der Grund, warum diese Übersicht überhaupt bis 2039 reicht. Drei Schiffe mit je 183.000 BRZ und rund 4.700 Gästen entstehen in Monfalcone, angetrieben mit Dual-Fuel-Motoren, primär mit LNG. Die Baureihe baut auf der Sphere-Klasse auf, zu der Sun Princess und Star Princess gehören. Wie üblich bei Aufträgen dieser Größenordnung stehen die Verträge unter Finanzierungsvorbehalt.


Optionen und offene Termine

Neben den festen Bestellungen gibt es eine Reihe von Vereinbarungen, die noch nicht verbindlich sind. Optionen sichern einer Reederei einen Bauplatz, ohne dass sie ihn ziehen muss, und werden häufig erst Jahre später in feste Aufträge umgewandelt. Manche verfallen auch. In den Jahreslisten oben stehen deshalb nur bestätigte Bestellungen, alle Optionen sind hier gesammelt:

  • Adora Cruises – großes Kreuzfahrtschiff, frühestens 2031, dazu eine Option auf ein drittes Schiff ab 2032 (Shanghai Waigaoqiao)
  • MSC Cruises – New Frontier-Klasse 5 und 6, voraussichtlich 2034 und 2035 (Meyer Werft Papenburg)
  • Mystic Cruises – drei Segelkreuzfahrtschiffe für Atlas Ocean Voyages, frühestens ab 2029 (China Merchants)
  • Royal Caribbean International – Discovery-Klasse 3 bis 6, voraussichtlich ab 2033 (Chantiers de l’Atlantique)
  • TUI Cruises – ein weiteres Schiff der InTUItion-Klasse, Termin offen (Fincantieri)
  • Viking Ocean Cruises – Neubauten 23 und 24 für 2032, Neubauten 25 und 26 für 2034 (Fincantieri)

Wie viele dieser Optionen tatsächlich gezogen werden, hängt an der Buchungslage der kommenden Jahre. Erfahrungsgemäß setzen Reedereien sie um, solange die Auslastung stimmt, halten sich in schwächeren Phasen aber zurück. Bei MSC kommt eine Besonderheit hinzu: Auch die vier festen Schiffe der New Frontier-Klasse beruhen bislang nur auf einer Absichtserklärung, ein unterschriebener Bauvertrag lag Anfang August 2026 noch nicht vor.

Aus der Liste bei der Meyer Werft verschwunden ist die Wohnyacht Ulyssia. Sie sollte ursprünglich bei Meyer in Papenburg entstehen, der Auftraggeber entschied sich im Frühjahr 2026 jedoch für China Merchants Shipbuilding. Baubeginn dort ist für Oktober 2026 geplant, die Ablieferung für 2031. Ebenfalls aufgelöst sind die früheren Optionen für die Icon-Klasse 6 und 7, sie wurden im April 2026 in feste Bestellungen umgewandelt und stehen jetzt in den Jahreslisten für 2029 und 2030.


Was die Auftragslage zeigt

Zwei Entwicklungen fallen bei dieser Übersicht auf. Zum einen wachsen die Schiffe weiter, aber nicht überall: Carnival und Royal Caribbean bauen mit Ace- und Icon-Klasse Einheiten jenseits von 230.000 BRZ, während Disney, MSC und Royal Caribbean parallel kleinere Baureihen starten. Zum anderen konzentriert sich das Geschäft auf wenige Konzerne. Carnival Corporation, Royal Caribbean Group, Norwegian Cruise Line Holdings und die MSC-Gruppe stellen zusammen den Großteil aller Aufträge in dieser Liste.

Für die Werften bedeutet das Planungssicherheit, aber auch Abhängigkeit. Fällt ein Großkunde aus oder verschiebt einen Auftrag, lässt sich die Lücke kaum kurzfristig füllen. Der Fall der Meyer Werft in Papenburg zeigt das gut: Dort sprang nach dem Wegfall eines Projekts kurzfristig ein bestehender Kunde mit vorgezogenen Terminen ein. Wie belastbar die Termine der 2030er-Jahre wirklich sind, wird sich erst zeigen, wenn die einzelnen Verträge in den Bau gehen.

Häufige Fragen (FAQ) – Neue Kreuzfahrtschiffe

Für 2026 stehen vierzehn Neubauten im Plan, darunter die Mein Schiff Flow für TUI Cruises, die Legend of the Seas von Royal Caribbean, die Norwegian Luna und die Explora III. Der größte Teil davon fährt bereits. Noch ausstehend sind die Viking Libra, die MSC World Asia und die Seven Seas Prestige, alle drei kommen im letzten Quartal.

Von der Bestellung bis zur Ablieferung vergehen meist vier bis sechs Jahre, die reine Bauzeit auf der Werft beträgt etwa zwei bis drei Jahre. Der Rest entfällt auf Konstruktion, Zulieferverträge und die Wartezeit auf einen freien Bauplatz. Wer heute vor allem ein großes Kreuzfahrtschiff bestellt, bekommt sein Schiff frühestens Anfang der 2030er-Jahre.

Die Carnival Destiny mit rund 230.000 BRZ, ausgeliefert im Sommer 2029 von Fincantieri. Bei Vollbelegung fasst sie über 8.000 Gäste. Bei Länge und Breite bleibt sie allerdings unter der Icon-Klasse von Royal Caribbean, die bei Meyer Turku entsteht.

Vier Neubauten, alle bei Fincantieri in Italien. TUI Cruises erhält 2031 und 2032 zwei weitere Schiffe der InTUItion-Klasse als Schwestern der Mein Schiff Flow. AIDA Cruises erwartet zwei Schiffe einer neuen Klasse, das erste im Frühjahr 2030, das zweite zur Wintersaison 2031/32.

Eine feste Bestellung ist ein unterschriebener Bauvertrag mit verbindlichem Liefertermin. Eine Option sichert der Reederei nur einen Bauplatz, den sie ziehen kann, aber nicht muss. Optionen werden häufig später in feste Aufträge umgewandelt, manche verfallen jedoch auch.

Routen kommen üblicherweise ein bis zwei Jahre vor der Indienststellung in den Verkauf. Für die Neubauten 2027 und teilweise 2028 lässt sich bereits buchen, für spätere Jahre noch nicht.


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