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Kollision in Trelleborg: Tinker Bell rammt festgemachte Skåne

Im Hafen von Trelleborg verlor die frisch aus der Werft zurückgekehrte TT-Line-Fähre Tinker Bell beim Einlaufen die Kontrolle und rammte die festgemachte Stena Skåne. Verletzt wurde niemand, doch beide Schiffe erlitten erhebliche Schäden, und ausgerechnet das Steuerungssystem steht im Verdacht, versagt zu haben.

Die Skane verlässt den Hafen von Rostock auf dem Weg nach Trelleborg

Im schwedischen Fährhafen Trelleborg sind am Mittwoch, den 11. März 2026, zwei bekannte Ostseefähren zusammengeprallt. Die TT-Line-Fähre Tinker Bell verlor beim Einlaufmanöver in den Hafen die Kontrolle und fuhr gegen 13:30 Uhr auf die am Kai festgemachte Stena-Line-Fähre Skåne auf. Der Aufprall verursachte erheblichen Sachschaden an beiden Schiffen. Verletzt wurde niemand.

Direkt aus der Werft in die nächste Panne

Die Tinker Bell hatte denkbar schlechtes Timing: Das Schiff kehrte gerade frisch aus dem Werftaufenthalt in Klaipeda zurück und sollte ohne Passagiere an Bord direkt wieder in den regulären Liniendienst zwischen Trelleborg und Travemünde einsteigen. Als Ursache für den Kontrollverlust beim Einlaufen wird aktuell ein technischer Defekt am Steuerungssystem vermutet. Ein schwedischer Trucker filmte die Szene aus der Nähe: Man sieht, wie die Fähre unkontrolliert auf die festgemachte Skåne zutreibt, das laute Warntuten kurz vor dem Aufprall war der letzte Versuch des Kapitäns, die Besatzung des anderen Schiffs zu alarmieren.

Die Skåne hatte kurz zuvor aus Rostock festgemacht und hatte noch rund 130 Passagiere an Bord. Alle wurden bis 16:30 Uhr sicher ausgeschifft, auch die Fahrzeuge wurden von Bord gebracht. Taucher inspizierten anschließend den Rumpf auf mögliche Unterwasserschäden. Die Küstenwache war vor Ort, Ölaustritte oder Umweltschäden wurden nicht festgestellt. Die schwedischen Behörden ermitteln nun die genaue Ursache.

Die Skåne: Weltrekordhalter im Fährbetrieb

Die Stena Skåne ist kein gewöhnliches Fährschiff. Die 1997/98 auf der spanischen Werft Astilleros Españoles in Puerta Real gebaute Fähre gilt als das größte kombinierte Eisenbahn- und RoPax-Fährschiff der Welt. Bei einer Länge von 199 Metern und einer Breite von 28 Metern fasst sie bis zu 600 Passagiere und transportiert auf rund 3.295 Spurmetern Eisenbahnwaggons sowie bis zu 500 PKW. Vier MAN-B&W-Dieselmotoren leisten zusammen knapp 39.000 PS. An Bord warten Selbstbedienungsrestaurant, Bars, ein Kino und ein Sonnendeck. Seit Ende 2012 fährt die Skåne in den Farben von Stena Line und bedient gemeinsam mit der Mecklenburg-Vorpommern die Route Rostock–Trelleborg mit bis zu drei Abfahrten täglich. Es ist übrigens nicht der erste Unfall für die Skåne: Bereits am 1. März 2012 kollidierte sie im Rostocker Seekanal mit dem Frachter Arklow Spirit.

Seitenansicht der Fähre Skane auf Route Rostock Trelleborg
Die Stena-Line-Fähre Skåne beim Einlaufen in den Hafen von Rostock

Tinker Bell: Die Fee mit wechselvoller Geschichte

Auch die TT-Line Tinker Bell blickt auf eine bewegte Biografie zurück. Das Schiff wurde im März 2001 unter dem Namen Peter Pan in Bremerhaven in Dienst gestellt und 2018 um 30 Meter auf knapp 220 Meter verlängert, was die Ladekapazität erheblich steigerte. Erst im Januar 2023 erhielt die Fähre ihren heutigen Namen Tinker Bell, als TT-Line ein neues Schiff gleichen Namens in Dienst stellte. Mit bis zu 744 Passagieren, 220 Kabinen und einer Höchstgeschwindigkeit von 21,5 Knoten ist sie auf der Travemünde-Trelleborg-Route beheimatet. Technisch interessant: Die Tinker Bell gehörte zu den ersten Fährschiffen weltweit, die mit Propellergondeln von Siemens-Schottel angetrieben wurden. Das ist ein System, das beim Manövrieren eigentlich besondere Präzision ermöglicht. Dass ausgerechnet dieser Antrieb nun im Verdacht steht, versagt zu haben, ist eine bittere Ironie.

Die Tinker Bell hat auch früher schon für Schlagzeilen gesorgt: 2004 fiel der Backbordantrieb aus, 2013 riss sich das Heck bei Orkan Christian vom Anleger in Trelleborg los, und 2019 brach im Maschinenraum ein Brand aus.

Fährverkehr eingeschränkt – aber nur kurz

Die Skåne erlitt erhebliche Schäden oberhalb der Wasserlinie an der Backbordseite des Bugs. Stena Line bestätigte zunächst, dass das Schiff vorerst ausfällt. Auf der Verbindung Rostock–Trelleborg ist damit vorübergehend nur noch die Schwesterfähre Mecklenburg-Vorpommern im Einsatz.

Die gute Nachricht: Nach Inspektion durch die Klassifikationsgesellschaft und die zuständigen schwedischen Behörden wurde die Skåne bereits am 12. März wieder als seetüchtig eingestuft. Laut Freightlink soll sie am Freitag, den 13. März um 15:00 Uhr in den regulären Fahrplan zurückkehren.

Ob und wann die Tinker Bell wieder fahren kann, hängt von den weiteren behördlichen Untersuchungen ab. TT-Line kooperiert eigenen Angaben zufolge vollständig mit allen zuständigen Stellen.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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