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TUI Cruises: Alle Gäste ausgeflogen – Schiffe warten auf freie Durchfahrt

Alle rund 2.500 Gäste der Mein Schiff 5 sind zurück in Deutschland, der Bustransfer durch die Wüste von Doha nach Riad inklusive. Damit haben nun alle deutschen Gäste beider Schiffe die Golfregion verlassen, doch Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 liegen weiterhin ohne Perspektive auf Ausreise in Abu Dhabi und Doha fest.

Symbolbild Stornierung Orient-Kreuzfahrten von TUI Cruises mit einem Mein Schiff Schiff im Hintergrund

TUI Cruises hat einen wichtigen Meilenstein erreicht: Alle rund 2.500 Gäste der Mein Schiff 5 sind abgereist. Damit haben nun alle deutschen Gäste beider Schiffe die Golfregion verlassen. Die Mein Schiff 4 in Abu Dhabi und die Mein Schiff 5 in Doha liegen vorerst ohne Gäste, aber mit reduzierter und einsatzbereiter Crew.

Hintergrund: Warum die Schiffe feststecken

Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel iranische Atomanlagen an. Der Iran antwortete mit Raketen- und Drohnenangriffen auf US-Militärstützpunkte in der Region und proklamierte die Sperrung der Straße von Hormuz. Der internationale Schiffsverkehr im Persischen Golf brach daraufhin massiv ein. Kreuzfahrtreedereien, die Schiffe in der Region hatten, konnten weder planmäßig auslaufen noch neue Gäste einfliegen. TUI Cruises strich zunächst einzelne Abfahrten, dann alle Orient-Reisen beider Schiffe bis auf Weiteres.

Dubai öffnete früher als Doha

Bereits am 7. März 2026 konnten alle deutschen Gäste die Mein Schiff 4 verlassen. Über eine Kombination aus Emirates-Linienflügen ab Dubai, zwei von TUI Cruises organisierten Sonderflügen ab Muscat sowie weiteren Flügen ab Dubai nach München brachte TUI Cruises mehr als 2.000 Gäste über drei verschiedene Abflughäfen in zwei Ländern nach Hause.

Der entscheidende Vorteil: Dubai und der Flughafen Abu Dhabi normalisierten ihren Flugbetrieb deutlich früher als Doha. Die Mein Schiff 4 konnte ihre Gäste daher rascher auf reguläre und gecharterte Flüge verteilen. Doha hingegen war länger von Einschränkungen betroffen, was den Rückreiseprozess der Mein Schiff 5 erheblich verkomplizierte. TUI Cruises behalf sich schließlich mit dem Umweg über Riad: Gäste wurden per Bus durch die Wüste in die saudi-arabische Hauptstadt gefahren, um von dort Charterflüge nach Deutschland zu nehmen.

Rückreise abgeschlossen – kein einfacher Weg

Die Rückführung der Gäste war eine logistische Herausforderung der besonderen Art. Gesperrte Lufträume und eingeschränkte Flugkapazitäten in der gesamten Golfregion machten eine direkte Heimreise ab Doha nur eingeschränkt möglich. TUI Cruises organisierte deshalb Charterflüge ab Riad in Saudi-Arabien nach München, Frankfurt und Köln – was für die Mein Schiff 5-Gäste zunächst einen langen Bustransfer durch die Wüste von Doha nach Riad bedeutete, inklusive zeitaufwändiger Einreiseformalitäten. Wo möglich, wurden zusätzlich Kapazitäten in Qatar Airways-Maschinen ab Doha direkt nach Deutschland gesichert.

Auch für Teile der Besatzung beider Schiffe wurde die Heimreise bereits organisiert. Weitere Crewmitglieder werden in den kommenden Tagen folgen. Dass ein Teil der Crew heimgeschickt wird, ist ein deutliches Signal: Mit einer kurzfristigen Wiederaufnahme des Gästebetriebs rechnet TUI Cruises nicht.

Schiffe warten – Straße von Hormuz bleibt das Problem

Beide Schiffe bleiben bis auf Weiteres in der Golfregion: die Mein Schiff 4 in Abu Dhabi, die Mein Schiff 5 in Doha. An Bord verbleibt jeweils eine Mindestbesatzung, die im Fall einer sicheren Passage bereit ist, die Schiffe aus dem Persischen Golf herauszuführen.

Wann das möglich sein wird, ist offen. Die Straße von Hormuz, die einzige Ausfahrt aus dem Persischen Golf, wird derzeit vom Iran blockiert. Für zivile Kreuzfahrtschiffe ist eine Durchfahrt derzeit weder sicherheitstechnisch noch wirtschaftlich vertretbar: Die Kriegsrisikoversicherungen haben ihre Prämien so massiv angehoben, dass jede Passage sehr teuer wäre. Der einzig realistische Alternativweg führt südlich um den afrikanischen Kontinent, über das Kap der Guten Hoffnung zurück nach Europa. Der Alternativweg bedeutet jedoch einen Umweg von mehreren Wochen.

Absagen und Ausblick

TUI Cruises hat alle Abfahrten der Mein Schiff 4 bis einschließlich 23. März 2026 und alle Abfahrten der Mein Schiff 5 bis einschließlich 12. März 2026 abgesagt. Angesichts der Lage sind weitere Absagen wahrscheinlich. Alle betroffenen Gäste wurden nach Angaben von TUI Cruises direkt informiert. Weltentdecker-Gäste erhalten eine separate Information zum weiteren Vorgehen.

Der TUI Cruises Krisenstab arbeitet weiterhin in enger Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt, den zuständigen Botschaften, internationalen Sicherheitsexperten sowie den Sicherheitsteams der Muttergesellschaften TUI AG und Royal Caribbean Group an einer fortlaufenden Lagebeurteilung und möglichen Szenarien für eine künftige Wiedereingliederung beider Schiffe in den regulären Fahrplan.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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