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AIDAperla reißt sich in Le Havre vom Liegeplatz los

Starke Windböen haben die AIDAperla am Dienstagnachmittag im Hafen Le Havre von der Pier gerissen – Schlepper brachten das Schiff zurück, rund 500 Landgänger saßen zeitweise in Bussen fest. Ob es dabei zu einem Pierkontakt und Schäden am Schiff kam, hat AIDA Cruises bislang nicht offiziell bestätigt.

Kreuzfahrtschiff vor Stadtlandschaft

Symbolbild der AIDAperla

Im französischen Hafen Le Havre hat sich am Dienstagnachmittag, dem 8. September 2026, ein schwerwiegender Zwischenfall mit dem Kreuzfahrtschiff AIDAperla ereignet. Gegen 16 Uhr rissen bei starkem Wind die Festmacherleinen im vorderen Schiffsteil, das rund 300 Meter lange Schiff löste sich von der Pier und trieb mit dem Bug ins Hafenbecken ab. Die Gangways stürzten von der Pier. Mit Unterstützung von Schleppern und dem eigenen Antrieb konnte die AIDAperla wenig später wieder in eine sichere Position gebracht werden. Um kurz vor 18 Uhr legte das Schiff erneut an. AIDA Cruises bestätigte den Vorfall gegenüber der Ostsee-Zeitung.

Windböen weit über offizielle Warnwerte

Die Wetterlage spielte eine entscheidende Rolle. Die französische Wetterbehörde hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls eine Warnung vor mäßiger Gefahr durch Wind für die Region herausgegeben, mit gemessenen Böen von rund 57 km/h in Le Havre. Von Augenzeugen vor Ort wird jedoch berichtet, dass unvorhergesehene Sturmböen mit mehr als 110 km/h aus nördlicher Richtung über das Hafenbecken gefegt seien. Dieser Wert wurde von offizieller Seite bislang nicht bestätigt. Kreuzfahrtschiffe mit ihren großen Seitenflächen sind besonders anfällig für starken Seitenwind, da dieser erhebliche Kräfte auf die Festmacherleinen ausübt.

Pierkontakt und zerstörte Gangways: Nicht vollständig bestätigt

Berichte und Videoaufnahmen aus sozialen Netzwerken zeigen, wie sich die AIDAperla rückwärts bewegt und dabei offenbar in Kontakt mit dem zuvor genutzten Liegeplatz gerät. Das Portal Schiffe und Kreuzfahrten berichtete von einem Kontakt des Hecks mit der Pier. Auch zwei zerstörte Gangways werden von Zeugen beschrieben, die als Schifffahrtshindernis im Hafenbecken lagen und eine vorübergehende Sperrung des Hafens verursachten. AIDA Cruises hat einen Pierkontakt und Schäden am Schiff zum Redaktionsschluss nicht offiziell bestätigt. Auch Angaben zu möglichen Schäden an der AIDAperla selbst liegen nicht vor.

500 Passagiere saßen zeitweise in Bussen fest

Rund 500 Passagiere der AIDAperla, die sich zu Beginn des Vorfalls auf Landausflügen befanden, konnten zunächst nicht an Bord zurückkehren. Sie saßen zeitweise in Bussen vor dem Terminal fest. Nach dem erneuten Festmachen gegen 18:30 Uhr konnten die Gäste wieder an Bord gehen.

Auch die ebenfalls in Le Havre liegende Mein Schiff 3 von TUI Cruises war indirekt betroffen. An Bord gingen Notfalldurchsagen, Gäste und Besatzungsmitglieder wurden aufgefordert, Außenbereiche zu verlassen, insbesondere das zur AIDAperla gerichtete Bugdeck. Zu einem Kontakt zwischen beiden Schiffen kam es nach vorliegenden Informationen nicht. Beide Schiffe wurden noch nach dem erneuten Festmachen von Schleppern an die Pier gedrückt gehalten, um bei anhaltend schwierigem Wind sicher zu bleiben.

Auslaufen verzögert, weitere Reise offen

Beide Schiffe konnten ihre ursprünglich geplanten Abfahrtszeiten am Dienstagabend nicht einhalten. Die AIDAperla sollte die aktuelle Reise planmäßig um 20 Uhr fortsetzen, die Mein Schiff 3 hatte eine Abfahrt um 19 Uhr vorgesehen. Ob und zu welchem Zeitpunkt beide Schiffe Le Havre verlassen konnten, war zum Redaktionsschluss nicht bestätigt.

Sollte tatsächlich ein Kontakt mit der Pier stattgefunden haben, ist davon auszugehen, dass die zuständigen Stellen vor einer Weiterfahrt prüfen, ob die Sicherheit des Schiffes gewährleistet ist. Über mögliche Schäden oder notwendige Reparaturen lagen zum Zeitpunkt der Veröffentlichung keine gesicherten Angaben vor.

Der weitere Reiseverlauf der AIDAperla vom 5. bis 12. September 2026 sieht nach Le Havre noch Anläufe in Zeebrügge und Rotterdam vor, bevor das Schiff nach Hamburg zurückkehrt. Die Mein Schiff 3 ist auf einer siebentägigen Kreuzfahrt ab und bis Bremerhaven unterwegs und hat nach Le Havre noch Zeebrügge, Amsterdam und Rotterdam auf dem Programm.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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