Royal Caribbean International hat eine größere Streichungswelle angekündigt: Mehr als 20 Kreuzfahrten der Freedom of the Seas für den Sommer 2027 wurden abgesagt. Laut einem Bericht der britischen Zeitung The Independent betrifft das Reisen zwischen Mai und September 2027, die ab PortMiami in die Karibik und auf die Bahamas geführt hätten.
Was gestrichen wurde
Die abgesagten Reisen umfassten Fünf- bis Neun-Nacht-Kreuzfahrten mit Stopps an Perfect Day at CocoCay, Royal Caribbeans Privatinsel auf den Bahamas, sowie Destinationen in der südlichen Karibik und der Dominikanischen Republik. Als Begründung nennt Royal Caribbean laut Bericht den laufenden „Itinerary Planning Process“: Der Planungsprozess erfordere manchmal Flexibilität aufgrund von Zeitplanung, Hafenvereinbarungen oder operativen Anforderungen.
Optionen für betroffene Gäste
Betroffene Passagiere erhalten mehrere Möglichkeiten. Wer auf eine gleichlange oder längere Reise umbucht, bekommt seinen ursprünglichen Kabinenpreis entweder geschützt oder auf den aktuellen Kreuzfahrttarif reduziert. Bei einer kürzeren Alternativreise wird der Tarif anteilig angepasst. Wer bereits vollständig gezahlt hat und am Ende einen niedrigeren Tarif erhält, bekommt die Differenz erstattet. Wer nicht umbuchen möchte, erhält eine vollständige Rückerstattung.
Wohin die Freedom of the Seas geht
Was genau mit der Freedom of the Seas in jenem Zeitraum passiert, hat Royal Caribbean offiziell nicht kommuniziert. Laut dem Bericht des The Independent soll das Schiff für diesen Zeitraum nach Southampton verlegt werden. Aktuell steht eine offizielle Bestätigung durch Royal Caribbean allerdings noch aus.
Fest steht hingegen: Royal Caribbean schickt im Sommer 2027 die Mariner of the Seas erstmals nach Southampton, von wo aus sie Routen nach Nord- und Westeuropa anbieten soll. Das Schiff ist außerdem in Hamburg angekündigt. Ob die Freedom of the Seas diese Pläne ergänzt oder ob sie die Mariner in Southampton ganz oder teilweise ersetzt, ist derzeit offen. Royal Caribbean erklärte gegenüber The Independent, die Einsatzplanung sei dynamisch und werde regelmäßig auf Basis von Nachfrage, Kapazitätsanforderungen und Flottenüberlegungen überprüft.
Das Schiff: Freedom of the Seas
Die Freedom of the Seas hat eine bemerkenswerte Geschichte. Als das Schiff 2006 abgeliefert wurde, war es mit 154.407 Bruttotonnen das seinerzeit größte Passagierschiff der Welt und löste damit die Queen Mary 2 ab. Das Schiff wurde auf der Aker Yards Werft in Turku, Finnland gebaut und ging am 4. Juni 2006 in Dienst. Die Jungfernfahrt führte von Hamburg nach Oslo, bevor das Schiff den Atlantik in Richtung USA überquerte.
Die Freedom of the Seas ist 338 Meter lang, 38,6 Meter breit und fasst bei voller Belegung rund 3.634 Passagiere auf 15 Decks. Das Schiff war laut Royal Caribbean das erste überhaupt, das einen Surfsimulator, eine regulationsgroße Boxring, einen interaktiven Wasserpark für Kinder und sogar einen Friseursalon an Bord hatte. Weitere Highlights sind eine 135 Meter lange Royal Promenade, eine Eislaufbahn, eine Kletterwand sowie ein Broadway-Theater mit 1.350 Sitzplätzen.
Anfang 2020 wurde die Freedom of the Seas für 116 Millionen US-Dollar umfassend renoviert. Heute ist sie das Typschiff der Freedom-Klasse, zu der auch die Liberty of the Seas und die Independence of the Seas gehören, wobei letztere bereits 2025 von Southampton aus operiert und Royal Caribbean dort bereits einen etablierten Kundenstamm aufgebaut hat. Das könnte erklären, warum Southampton als mögliches nächstes Ziel für die Freedom im Gespräch ist.
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