Update 24. März 2026: Celestyal Cruises hat eine weitere Abfahrt der Discovery gestrichen. Die Drei-Nacht-Route „Iconic Greek Islands“ vom 3. April 2026 ab Piräus entfällt. Beide Schiffe der Flotte – Discovery in Dubai und Journey in Doha – bleiben weiterhin voll betriebsbereit. Ihre Abfahrt aus der Region erfolgt laut Celestyal sobald die zuständigen Behörden grünes Licht geben. Betroffene Gäste erhalten wahlweise eine vollständige Rückerstattung oder ein Kreuzfahrtguthaben und werden gebeten, ihren Reiseveranstalter zu kontaktieren.
Die Nachwehen des Irankriegs reichen bei Celestyal Cruises nun bis in den Sommerfahrplan. Die Reederei hat zwei weitere Abfahrten der Celestyal Discovery gestrichen: Die Reisen vom 27. und 30. März 2026 ab Piräus fallen aus. Damit hat die Reederei in diesem Monat bereits vier Abfahrten der Discovery abgesagt und das Schiff liegt noch immer in Dubai fest.
Rückblick: Vom Golf ins Stocken
Am 28. Februar 2026 griffen die USA und Israel den Iran an. Teheran antwortete mit Raketenangriffen auf die Golfregion. Was folgte, traf die gesamte Kreuzfahrtbranche im Persischen Golf: Insgesamt sechs Schiffe saßen von einem Moment auf den anderen in den Häfen von Dubai, Abu Dhabi und Doha fest. Das sind neben den beiden Celestyal-Schiffen auch Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises, die MSC Euribia sowie die Aroya von Aroya Cruises.
Die Straße von Hormuz, der einzige Seeweg aus dem Persischen Golf, wurde durch den Iran blockiert. Alle Reedereien suspendierten den Betrieb, organisierten Sonderflüge für ihre Gäste und versetzten die Schiffe in den sogenannten Hot Layup. Auf den Schiffen ist aktuell eine Mindestbesatzung, die aber jederzeit abfahrbereit ist. Alle Gäste aller sechs Schiffe wurden inzwischen sicher ausgeschifft. Wann die Schiffe die Region verlassen können, ist weiterhin offen.
Für Celestyal traf es besonders hart: Celestyal Discovery lag in Dubai fest, – Journey in Doha. Als Reederei mit nur zwei Schiffen bedeutet jedes festliegende Schiff einen direkten Ausfall des halben Betriebs. Anfang März sagte Celestyal den Rest der Golfsaison vollständig ab.
Warum die Discovery noch immer wartet
Celestyal begründet die neuen Absagen damit, dass die Repositionierung der Discovery ins Mittelmeer noch nicht abgeschlossen sei. Die Koordination mit den zuständigen Behörden laufe, die Abfahrt aus dem Persischen Golf werde erfolgen, sobald die Lage es erlaube. Wann genau das sein wird, lässt die Reederei offen.
Die gestrichenen Mittelmeer-Reisen wären Drei- und Vier-Nacht-Routen ab Piräus gewesen mit Anlaufhäfen wie Mykonos, Santorini, Rhodos und Kusadasi. Betroffene Gäste erhalten entweder eine vollständige Rückerstattung oder ein Kreuzfahrtguthaben für eine andere Reise.
Sommerfahrplan unter Druck
Was zunächst als kurzfristige Krisenreaktion wirkte, entwickelt sich zunehmend zur strukturellen Herausforderung: Mit vier gestrichenen Abfahrten hat Celestyal bereits jetzt einen spürbaren Teil seines Frühjahrsprogramms verloren. Bleibt die Straße von Hormuz länger gesperrt, rückt auch der eigentliche Hochsommer-Einsatz der Discovery in Gefahr.
Celestyal betont, die Lage weiterhin eng zu beobachten und das geplante Programm so schnell wie möglich wieder aufnehmen zu wollen. Für eine Reederei mit nur zwei Schiffen ist jede weitere Streichung jedoch keine abstrakte Zahl, sondern ein direkter Eingriff in die wirtschaftliche Substanz der Saison.

















