Phoenix Reisen hat das Ende einer langjährigen saisonalen Partnerschaft bekannt gegeben: Der Chartervertrag für die MS Deutschland wird nach der Sommersaison 2026 nicht verlängert. Dies macht die Reisen von Anfang Mai bis Anfang September 2026 zur offiziellen Abschiedssaison des beliebten Kreuzfahrtschiffes unter der Flagge des Bonner Reiseveranstalters. Seit 2016 war das Schiff im Sommerhalbjahr unter seinem ursprünglichen, in Deutschland bekannten Namen unterwegs und ergänzte die Hochseeflotte von Phoenix.
Die Entscheidung ist eine Zäsur für den deutschen Kreuzfahrtmarkt, da die MS Deutschland insbesondere durch ihre Rolle als TV-„Traumschiff“ über Jahre hinweg Kultstatus erlangte. Der jetzt auslaufende Chartervertrag markiert das Ende ihrer regelmäßigen Präsenz für deutsche Gäste in den Sommermonaten.
Hintergründe der Nichtverlängerung: Investitionen und Eigentümerinteressen
Laut Phoenix Reisen ist ein weiterer Einsatz des Schiffes über das Jahr 2026 hinaus aufgrund der Interessenlage der US-Eigentümergesellschaft nicht möglich. Es wird vermutet, dass die Nichtverlängerung des Charters auf mehrere Faktoren zurückzuführen ist. Zum einen stand das Schiff, das im Stil eines Grand Hotels der 1920er Jahre gestaltet ist, vor einem hohen Investitionsbedarf. Um den steigenden Anforderungen an moderne Kreuzfahrtschiffe gerecht zu werden und die Betriebssicherheit sowie den Passagierkomfort langfristig zu gewährleisten, wären wohl erhebliche finanzielle Mittel in die Modernisierung des 1998 gebauten Schiffes geflossen.
Zum anderen ist die MS Deutschland seit der Insolvenz ihres ursprünglichen Besitzers Peter Deilmann im Jahr 2015 primär für die amerikanische Organisation Semester at Sea im Einsatz, die das Schiff als schwimmende Universität unter dem Namen World Odyssey betreibt. Der Chartervertrag mit Semester at Sea läuft definitiv bis Ende April 2027. Die Prioritäten der US-Eigentümer könnten sich auf die langfristige und ganzjährige Nutzung durch diesen Bildungspartner konzentrieren oder auf einen lukrativen Verkauf des Schiffes. Mutmaßungen zufolge konnte man sich über die notwendigen Investitionen und die weiteren kommerziellen Rahmenbedingungen, die in eine solch weitreichende Entscheidung einfließen, nicht einigen.
Die Hochseeflotte von Phoenix Reisen ab 2026
Der Wegfall der MS Deutschland als viertes Hochseeschiff bedeutet eine Umstrukturierung im Angebot von Phoenix Reisen. Ab Herbst 2026 wird die Hochseeflotte des Bonner Veranstalters ganzjährig aus den drei bekannten und beliebten Schiffen bestehen:
- MS Amadea
- MS Amera
- MS Artania
Diese drei Schiffe, die ebenfalls dem traditionellen, deutschsprachigen Kreuzfahrtsegment entsprechen, werden das Programm von Phoenix Reisen vollumfänglich abdecken. Dennoch verliert das Unternehmen ein Alleinstellungsmerkmal, das die klassische Ästhetik der MS Deutschland mitbrachte.
Die Abschiedssaison: Letzte Chance für Traumschiff-Feeling
Die Reisen in der Abschiedssaison der MS Deutschland sind weiterhin buchbar und stellen die letzte Gelegenheit für deutsche Gäste dar, das Schiff unter dem vertrauten Phoenix-Konzept zu erleben. Von Mai bis September 2026 nimmt das Schiff Kurs auf attraktive Ziele in Nord- und Westeuropa, die Britischen Inseln und den Ostseeraum. Die Abfahrten erfolgen dabei bequem ab den norddeutschen Häfen Bremerhaven, Cuxhaven oder Kiel.
(Stand November 2025 können noch sechs Reisen mit der MS Deutschland bei Phoenix Reisen gebucht werden.)
Die Fahrten dürften für viele Fans einen besonderen emotionalen Wert darstellen. Die MS Deutschland hat durch ihre Geschichte einen tiefen Bezug zum deutschen Markt.
Eindrücke der MS Deutschland von unserem letzten Besuch 2024:





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Vom Traumschiff zur schwimmenden Universität
Die Geschichte der MS Deutschland ist außergewöhnlich: Das Schiff wurde am 11. Mai 1998 in Kiel getauft und von der Howaldtswerke-Deutsche Werft an die damalige Reederei Peter Deilmann übergeben. Ihre größte Bekanntheit erlangte sie durch die populäre ZDF-Fernsehserie „Das Traumschiff“, deren Dreharbeiten von 1999 bis 2014 an Bord stattfanden.
Nach der Insolvenz der Peter Deilmann Reederei im Jahr 2015 folgten Betreiberwechsel. Das Schiff war kurzzeitig für Plantours Kreuzfahrten im Einsatz. Seit 2016 pendelte die MS Deutschland saisonal: Im Sommer wurde sie als MS Deutschland von Phoenix Reisen gechartert, während sie von Herbst bis ins Frühjahr hinein als World Odyssey für die Bildungsinitiative Semester at Sea als schwimmende Universität diente.
Wohin der Weg des Kreuzfahrtschiffes ab dem Jahr 2027 führt, ist derzeit offen. Da der Chartervertrag mit Semester at Sea erst Ende April 2027 ausläuft, bleiben die Pläne für die Zukunft darüber hinaus Gegenstand von Spekulationen.














