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Meyer Werft: Neuer CEO und zwei Neubauten pro Jahr

Bei der Meyer Werft übergibt CEO Bernd Eikens seinen Posten zum 1. Juli 2026 an den früheren Topmanager von Airbus, André Walter. Als Sanierungsziel nennt Eikens den profitablen Bau von zwei großen Kreuzfahrtschiffen pro Jahr, den die Werft nach seinen Angaben 2027/ 2028 erreichen soll. Die Sanierung der teilverstaatlichten Werft soll Ende 2028 abgeschlossen sein.

Blick in Werfthalle Meyer Turku und Meyer Werft

An der Spitze der Meyer Werft in Papenburg steht ein Wechsel an. Zum 1. Juli 2026 übergibt Bernd Eikens den Posten des CEO an André Walter, der zuvor in einer Führungsrolle bei Airbus tätig war. Vor dem Wechsel zog Eikens in einem Abschiedsinterview mit der Neuen Osnabrücker Zeitung Bilanz zur Lage des Unternehmens.

Wechsel an der Spitze

Die nach finanziellen Problemen teilverstaatlichte Werft steht mitten in einem Sanierungs- und Restrukturierungsprozess. In dieser Phase übernimmt mit André Walter ein neuer CEO die Verantwortung. Er war zuvor als Topmanager bei Airbus tätig und tritt sein Amt zum 1. Juli 2026 an.

Walter kann dabei weiter auf die Expertise des Sanierers Ralf Schmitz setzen, der eigens dafür nach Papenburg gekommen ist. Nach Abschluss der Sanierung ist nach Angaben aus dem Umfeld der Werft in den kommenden Jahren auch eine erneute Privatisierung denkbar, falls Bund und Land ihre Anteile wieder abgeben möchten.

Das Sanierungsziel: zwei Neubauten pro Jahr

Als Ziel der Sanierung nennt der scheidende CEO den profitablen Bau von zwei großen Kreuzfahrtschiffen pro Jahr. Dazu setzt die Werft nach seinen Angaben derzeit zahlreiche Maßnahmen zur Kostenkontrolle und zur Optimierung der Abläufe um. Mit Abschluss der Sanierung Ende 2028 soll sich das Geschäftsergebnis nach hohen Verlusten der Vorjahre ins Positive umkehren.

In diesem Jahr liefert die Werft nach eigenen Angaben kein neues Kreuzfahrtschiff aus, ist aber gut ausgelastet. Gearbeitet wird auch an Aufträgen außerhalb der Kreuzfahrt, darunter das Forschungsschiff Meteor IV, ein Versorgungsschiff für die Marine und Projekte im Offshorebereich. In den nächsten zwei Jahren erreicht die Werft nach Darstellung von Eikens eine neue Phase, da nun Aufträge ausgeliefert werden, die noch unter dem Eindruck der Krisenjahre geplant und kalkuliert wurden.

Der Blick ins Auftragsbuch

Den Zielwert von zwei großen Kreuzfahrtschiffen pro Jahr erreicht die Werft nach Angaben aus dem Auftragsbuch in den Jahren 2027 und 2028. 2027 entstehen die Carnival Festivale für Carnival Cruise Line und ein viertes Schiff der Wish Klasse für Disney Cruise Line. 2028 folgen die Carnival Tropicale sowie ein fünftes Schiff der Wish Klasse, das für die Oriental Land Company und damit für das Disney Geschäft in Japan bestimmt ist.

JahrSchiff oder KlasseAuftraggeber
2027Carnival Festivale (Excel Klasse)Carnival Cruise Line
2027Wish Klasse (Disney Believe)Disney Cruise Line
2028Carnival TropicaleCarnival Cruise Line
2028Wish KlasseOriental Land Company (Disney Japan)
2029neue SchiffsklasseDisney Cruise Line
2030neue SchiffsklasseDisney Cruise Line
2030New Frontier KlasseMSC Cruises
2031neue SchiffsklasseDisney Cruise Line
2031New Frontier KlasseMSC Cruises
2032New Frontier KlasseMSC Cruises
2033New Frontier KlasseMSC Cruises

Ab 2029 zeigt das Auftragsbuch noch einzelne offene Punkte. Ein neues Schiff einer eigenen Disney Klasse ist für 2029 fest eingeplant, zwei Schwesterschiffe sollen bis 2031 folgen. Ab 2030 beginnt nach derzeitiger Planung die Auslieferung der New Frontier Klasse für MSC Cruises, für die nach Angaben der Werft eine Absichtserklärung über vier Schiffe samt zwei Optionen mit einem Volumen von rund zehn Milliarden Euro besteht. Vergleichsweise still geworden ist es zuletzt um die rund 320 Meter lange Wohnyacht Ulyssia, deren Bau ursprünglich Ende 2025 beginnen sollte. Die Angaben im Auftragsbuch geben den Stand Dezember 2025 wieder und können sich ändern.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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