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Scandlines-Neubau FUTURA beendet zweite Testfahrt erfolgreich

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Neue Faehre Futura wird für Scandlines vorbereitet

Die neue emissionsfreie Fähre FUTURA der Reederei Scandlines hat in dieser Woche ihre zweite Testfahrt erfolgreich abgeschlossen. In enger Zusammenarbeit mit der türkischen Cemre-Werft und unter der Aufsicht der Klassifikationsgesellschaft Lloyd’s Register wurden dabei zahlreiche Systeme unter realistischen Bedingungen erprobt. Zu den Tests zählten unter anderem Blackout-Simulationen, Prüfungen moderner Navigationssysteme sowie automatische Sicherheitstests. Damit nähert sich das Schiff der endgültigen Übergabe an die Reederei und seinem künftigen Einsatz auf der Verbindung über den Fehmarnbelt.


Zweite Testfahrt mit Fokus auf Sicherheit und Technik

Während der Probefahrt standen nicht nur die Leistungswerte der Antriebe im Vordergrund, sondern vor allem die Zuverlässigkeit sicherheitsrelevanter Systeme. Ein Schwerpunkt war die Blackout-Simulation, bei der absichtlich ein Stromausfall herbeigeführt wurde. Ziel solcher Tests ist es, die automatische Reaktion der Systeme zu prüfen und sicherzustellen, dass die Energieversorgung stabil wiederhergestellt werden kann.

Ebenfalls überprüft wurden moderne Navigations- und Assistenzsysteme, die einen besonders präzisen Betrieb in den stark frequentierten Gewässern der Ostsee ermöglichen. Zusätzlich führte man automatisierte Sicherheitstests durch, darunter Feuer- und Evakuierungsübungen unter realistischen Bedingungen.

Nach Angaben von Scandlines wurden alle vorgesehenen Szenarien erfolgreich bestanden. Damit sind die wesentlichen Voraussetzungen für die bevorstehende Ablieferung erfüllt.


Vorbereitung für den Einsatz im Fehmarnbelt

Aktuell befindet sich die FUTURA in den letzten Vorbereitungen für ihre Überführungsreise in Richtung Ostsee. Scandlines bestätigte, dass das Schiff im Fehmarnbelt eingesetzt werden soll, allerdings gibt es bislang noch keinen konkreten Fahrplan. Die Reederei will diesen erst nach der offiziellen Schiffstaufe und endgültigen Übergabe veröffentlichen.

Die Taufe der FUTURA ist für den weiteren Verlauf des Jahres 2025 geplant. Sie soll im Rahmen einer offiziellen Zeremonie stattfinden und gleichzeitig den Beginn des regulären Liniendienstes markieren.


Emissionsfreie Technologie als Herzstück

Die FUTURA ist das erste vollständig emissionsfreie Schiff der Reederei Scandlines und ein zentraler Bestandteil ihrer Nachhaltigkeitsstrategie. Mit einem Batteriesystem von 10 Megawattstunden und einer Ladezeit von nur 12 Minuten im Hafen setzt die Fähre neue Maßstäbe im Fährbetrieb.

Das Konzept basiert darauf, dass die Fähre während der kurzen Hafenaufenthalte vollständig aufgeladen wird und so ihre Überfahrten ohne den Einsatz fossiler Brennstoffe absolvieren kann. Damit reduziert Scandlines nicht nur die CO₂-Emissionen, sondern auch den Ausstoß von Schwefel- und Stickoxiden sowie Feinstaub.

„Mit unserer neuen emissionsfreien Fähre machen wir einen weiteren großen Schritt in Richtung einer grüneren Zukunft des Fährverkehrs. Wir kombinieren nachhaltige Technologie mit hoher Kapazität und effizientem Betrieb – zum Vorteil der Umwelt und unserer Kunden“, erklärte Rasmus Nielsen, Vice President Fleet and Administration bei Scandlines.


Technische Daten der FUTURA

  • Länge: 147,4 Meter
  • Breite: 25,4 Meter
  • Tiefgang: 5,30 Meter
  • Lademeter: ca. 1.200
  • Passagierkapazität: 140
  • Dienstgeschwindigkeit: 10–16 Knoten
  • Batteriesystem: 10 MWh
  • Ladezeit im Hafen: 12 Minuten (ab Herbst 2025)

Diese technischen Eckdaten verdeutlichen die Kombination aus effizienter Bauweise und zukunftsweisender Technologie. Während die Passagierkapazität mit 140 Gästen vergleichsweise klein ist, liegt der Fokus eindeutig auf der Frachtkapazität von 1.200 Lademetern. Damit ist die FUTURA primär für den Gütertransport auf der kurzen, aber verkehrsintensiven Verbindung über den Fehmarnbelt ausgelegt.


Bedeutung für die Reederei Scandlines

Mit der Einführung der FUTURA setzt Scandlines ein starkes Zeichen für den Wandel im europäischen Fährverkehr. Bereits in den vergangenen Jahren hatte das Unternehmen Hybridfähren eingesetzt, die teilweise elektrisch betrieben wurden. Die FUTURA geht nun den konsequenten Schritt zur vollständigen Elektrifizierung.

Dies ist nicht nur ein Fortschritt für die Reederei selbst, sondern auch ein Signal für die gesamte Branche, die zunehmend nach klimaneutralen Lösungen sucht. Gleichzeitig stärkt Scandlines mit der neuen Fähre ihre Wettbewerbsposition auf der Route über den Fehmarnbelt, einer der wichtigsten Frachtverbindungen zwischen Deutschland und Dänemark.


Ausblick

Nach Abschluss der erfolgreichen Testfahrten wird die FUTURA nun für ihre Überführung vorbereitet. Die Übergabe an Scandlines und die offizielle Taufe sollen im Laufe des Jahres 2025 erfolgen. Der reguläre Liniendienst dürfte kurz darauf aufgenommen werden, sodass die Fähre ab Herbst 2025 planmäßig auf der Strecke zwischen Deutschland und Dänemark eingesetzt wird.

Mit der FUTURA erhält der Ostseeraum eine der modernsten und nachhaltigsten Fähren weltweit. Für Scandlines ist das Schiff ein zukunftsweisender Meilenstein, der sowohl ökologische Verantwortung als auch wirtschaftliche Leistungsfähigkeit miteinander verbindet.

Bild: ® Scandlines