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Kreuzfahrt No-Gos: Was man an Bord vermeiden sollte

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AIDAsol liegt am Kreuzfahrtterminal Altona in Hamburg. Auf dme Bild ist ein Verbotszeichen eingebaut

Auf einem Kreuzfahrtschiff teilen sich mehrere tausend Gäste Pool, Buffet, Aufzüge und Sonnendeck. Das funktioniert erstaunlich gut, solange sich alle an ein paar ungeschriebene Regeln halten. Wer sie nicht kennt, tappt in Fettnäpfchen, die von peinlich bis teuer reichen.

Dieser Artikel beschreibt die häufigsten No-Gos auf Kreuzfahrten und erklärt, wie man sie vermeidet. Keine Moralkeule, sondern Praxistipps für ein entspanntes Miteinander an Bord.


1. Liegen mit Handtüchern blockieren

Der Klassiker unter den Kreuzfahrt-No-Gos. Morgens um 6 Uhr ein Handtuch auf die beste Liege legen und dann erst um 14 Uhr auftauchen: Das nervt Mitreisende und führt auf vielen Schiffen dazu, dass die Crew eingreift. Bei AIDA zum Beispiel versuchen Crewmitglieder die blockierte Liegen nach einer bestimmten Zeit abzuräumen. Andere Reedereien handhaben das ähnlich.

Erfahrungsgemäß gibt es fast immer freie Plätze, wenn man weiß, wo man suchen muss. Der Erwachsenenbereich, die vorderen Decks am Bug oder die oberen Sonnendecks sind meistens weniger überlaufen als der Hauptpool. Auf vielen Schiffen gibt es auch ruhigere Bereiche am Heck, die nicht jeder kennt.


2. Am Buffet übertreiben

Das Buffet wird den ganzen Tag über nachgefüllt. Es gibt keinen Grund, sich den Teller so voll zu laden, als wäre es die letzte Mahlzeit. Neben dem Respekt gegenüber anderen Gästen geht es auch um Lebensmittelverschwendung: Was auf dem Teller landet und nicht gegessen wird, wird weggeworfen.

Erfahrungsgemäß funktioniert es besser, kleine Portionen zu nehmen und bei Bedarf nachzuholen. So kann man mehr verschiedene Gerichte probieren, ohne am Ende die Hälfte stehen zu lassen. Manche Reedereien haben inzwischen Portionierungsstationen eingeführt, um das Chaos am Buffet zu reduzieren.


3. Den Dresscode ignorieren

Tagsüber geht es an Bord leger zu, Badekleidung und Flip-Flops sind am Pool völlig in Ordnung. Abends gelten je nach Reederei unterschiedliche Regeln, und wer sie ignoriert, wird im Restaurant möglicherweise abgewiesen.

Bei AIDA gibt es keinen formellen Dresscode, aber Shorts und Badekleidung sind abends im Restaurant nicht erwünscht. Bei Mein Schiff wird an einzelnen Abenden gehobene Freizeitkleidung empfohlen. Bei MSC gibt es Gala-Abende mit eleganter Kleiderordnung. Bei Cunard gehören Smoking und Abendkleid zum formellen Abend.

Erfahrungsgemäß reicht eine lange Hose, ein Hemd oder ein Kleid, um für jeden Anlass an Bord gerüstet zu sein. Wer am Gala-Abend lieber leger bleibt, kann in den Buffetrestaurants essen, dort gilt keine besondere Kleiderordnung.


4. Aufzüge für eine Etage nutzen

Auf großen Schiffen mit 15 bis 20 Decks sind die Aufzüge ein Nadelöhr, besonders vor und nach den Mahlzeiten. Wer für eine einzige Etage den Aufzug nimmt, blockiert Platz für Gäste, die ihn brauchen: ältere Menschen, Familien mit Kinderwagen oder Gäste mit eingeschränkter Mobilität.

Erfahrungsgemäß ist die Treppe für ein bis zwei Decks nicht nur rücksichtsvoller, sondern auch schneller. Auf vielen Schiffen liegen die Treppenhäuser zentral und sind gut ausgeschildert. Wer sie nutzt, umgeht die Warteschlange am Aufzug und ist oft eher am Ziel.

Fahrstühle an Bord der AIDAdiva

5. Im Pool für Unruhe sorgen

Die Pools auf Kreuzfahrtschiffen sind kleiner als man denkt. Ein Sprung vom Beckenrand erzeugt eine Welle, die andere Gäste durchnässt und auf kompakten Pools wie bei Mein Schiff oder MSC auch gefährlich werden kann.

Die Grundregel: Langsam ins Wasser gleiten, nicht springen. Wer Action sucht, findet auf vielen Schiffen eigene Bereiche mit Wasserrutschen und Spaßbecken, die dafür ausgelegt sind. Der Hauptpool ist zum Entspannen da, und erfahrungsgemäß sorgt gegenseitige Rücksicht dafür, dass er für alle angenehm bleibt.

Blick auf das Pooldeck der MSC Preziosa waehrend des Sonnenuntergangs

6. Zu spät zum Schiff zurückkommen

Das gravierendste No-Go, weil es nicht nur peinlich, sondern teuer ist. Das Schiff legt zur angekündigten Zeit ab, und es wartet nicht auf verspätete Gäste. Wer den Anschluss verpasst, muss auf eigene Kosten zum nächsten Hafen reisen.

Die einzige Ausnahme: Bei organisierten Ausflügen über die Reederei wartet das Schiff, falls der Bus Verspätung hat. Bei eigenständigen Ausflügen gibt es diese Sicherheit nicht. Erfahrungsgemäß helfen drei Dinge: Mindestens eine Stunde Puffer einplanen, die Uhrzeit auf Bordzeit lassen statt auf automatische Zeitzonenanpassung, und bei Häfen mit langen Transferwegen (Civitavecchia, Le Havre) den Rückweg großzügig kalkulieren.


7. Lautstärke auf dem Balkon unterschätzen

Ein Punkt, den viele Erstfahrer nicht bedenken: Balkonkabinen liegen dicht nebeneinander, und Geräusche tragen über das Wasser weiter als an Land. Ein Gespräch in normaler Lautstärke ist kein Problem, aber laute Telefonate, Musik vom Handy oder ausgelassene Unterhaltungen nach 22 Uhr stören die Nachbarn erheblich.

Erfahrungsgemäß reicht es, sich bewusst zu machen, dass der Nachbar nur eine dünne Trennwand entfernt sitzt. Kopfhörer für Musik, Zimmerlautstärke nach 22 Uhr und Rücksicht am frühen Morgen machen den Unterschied.


8. Trinkgeld-Regelung nicht verstehen

Bei den meisten Reedereien wird täglich eine Servicepauschale (Trinkgeld) automatisch dem Bordkonto belastet. Bei AIDA und MSC sind das ca. 12 bis 16 Euro pro Person und Tag. Bei Mein Schiff ist das Trinkgeld im Reisepreis enthalten.

Das No-Go besteht nicht darin, dass man das Trinkgeld zahlt, sondern darin, dass man überrascht ist und am Check-out diskutiert. Erfahrungsgemäß hilft es, die Trinkgeld-Regelung der gebuchten Reederei vorab zu prüfen. In manchen Fällen kann die Servicepauschale an der Rezeption angepasst werden, das ist aber ein Thema, das man höflich und nicht am letzten Abend ansprechen sollte. Alle Beträge sind unverbindliche Richtwerte.


9. Kinder unbeaufsichtigt lassen

Kreuzfahrtschiffe sind familienfreundlich, aber kein Freizeitpark mit Vollbetreuung. Außerhalb der Kids-Club-Zeiten liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Kinder, die allein durch die Gänge rennen, am Poolrand spielen oder nachts unbeaufsichtigt unterwegs sind, stellen ein Sicherheitsrisiko dar und sorgen bei anderen Gästen für Unmut.

Erfahrungsgemäß funktioniert es am besten, die Öffnungszeiten des Kids Clubs als festen Rahmen zu nutzen und außerhalb dieser Zeiten klare Absprachen mit den Kindern zu treffen. Auf den meisten Schiffen sind die Poolbereiche beaufsichtigt, aber die Verantwortung liegt trotzdem bei den Eltern.


10. Das Bordkonto nicht im Blick behalten

Alles, was an Bord konsumiert oder gebucht wird (Getränke, Spa, Ausflüge, Spezialitätenrestaurants, WLAN), läuft über die Bordkarte und wird am Ende der Reise von der hinterlegten Kreditkarte abgebucht. Wer nicht mitzählt, erlebt am Check-out-Tag eine Überraschung.

Erfahrungsgemäß hilft es, die Bordrechnung regelmäßig über die Bord-App oder an der Rezeption zu prüfen. Viele Reedereien bieten eine tägliche Zusammenfassung auf dem Kabinen-TV oder in der App. Für Kinder und Jugendliche lassen sich die Ausgaben über die Bordkarte limitieren, sodass sie nicht unbegrenzt Geld ausgeben können.


Rücksicht macht den Unterschied

Die meisten Punkte auf dieser Liste haben einen gemeinsamen Nenner: An Bord teilen sich mehrere tausend Menschen denselben Raum. Was zu Hause unbemerkt bleibt — Lautstärke, Platzbelegung, Pünktlichkeit — fällt auf einem Schiff sofort auf. Wer das berücksichtigt, hat erfahrungsgemäß nicht nur angenehmere Mitreisende, sondern auch selbst mehr Freude an der Reise.

Weitere Tipps für die erste Kreuzfahrt findest du in unserem Erstkreuzfahrer-Guide.

Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen zu den Kreuzfahrt No-Gos

Die gravierendsten sind erfahrungsgemäß: zu spät zum Schiff zurückkommen (das Schiff wartet nicht und die Kosten für die Weiterreise trägt man selbst), die Sicherheitsübung nicht ernst nehmen (Pflicht, ohne sie darf man nicht mitfahren) und Lärm auf dem Balkon nach 22 Uhr (die Nachbarn sitzen nur eine Trennwand entfernt). Alle anderen No-Gos sind eher eine Frage der Rücksicht, diese drei können echte Konsequenzen haben.

Das hängt von der Reederei ab. Bei AIDA gibt es keinen formellen Dresscode, bei Mein Schiff wird an einzelnen Abenden gehobene Freizeitkleidung empfohlen, bei MSC und Cunard gibt es Gala-Abende. Eine lange Hose und ein Hemd oder Kleid reichen erfahrungsgemäß für jeden Anlass. Wer am Gala-Abend lieber leger bleibt, kann im Buffetrestaurant essen.

Auf den meisten Schiffen ist Springen am Hauptpool nicht erlaubt, weil die Becken klein sind und andere Gäste gefährdet werden. Viele Schiffe haben eigene Bereiche mit Wasserrutschen und Spaßbecken, die für Sprünge und Action ausgelegt sind. Am Hauptpool gilt: langsam reingleiten, nicht springen.

Bei AIDA und MSC wird eine tägliche Servicepauschale von ca. 12 bis 16 Euro pro Person automatisch dem Bordkonto belastet. Bei Mein Schiff ist das Trinkgeld im Reisepreis enthalten. Alle Beträge sind unverbindliche Richtwerte und können je nach Reederei variieren. Erfahrungsgemäß hilft es, die Regelung der gebuchten Reederei vorab zu prüfen, damit am Check-out keine Überraschung entsteht.

Innerhalb der Kids-Club-Zeiten sind Kinder betreut. Außerhalb dieser Zeiten liegt die Aufsichtspflicht bei den Eltern. Jugendliche ab 12 bis 16 Jahren (je nach Reederei) dürfen sich in der Regel eigenständig an Bord bewegen, für den Zugang zu Abendveranstaltungen gelten Altersgrenzen. Klare Absprachen und ein Blick auf die Bord-App (falls vorhanden) helfen, den Überblick zu behalten.


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