Bildrechte: © Oceanwide Expeditions
SCHIFFSDATEN
| Flagge | Niederlande 🇳🇱 |
| Bauwerft | Stocznia Gdynia, Gdynia, Polen |
| Indienststellung | 1976 |
| Passagiere | 108 |
| Besatzung | 44 |
| Crew To Passenger Ratio | 1 : 2,45 |
| Länge | 91,2 m |
| Breite | 17,2 m |
MS Ortelius – Wo das Eis bricht und das Abenteuer abhebt
Es gibt Regionen der Antarktis, die sich selbst heute noch jeder gewöhnlichen Erschließung entziehen. Snow Hill Island im Weddellmeer gehört dazu: Hier lebt eine der wenigen für Expeditionen erreichbaren Kaiserpinguin-Kolonien mit rund 4.000 Brutpaaren, verborgen tief im Packeis und weit abseits der üblichen Expeditionsrouten. Um diese abgelegene Welt zu erreichen, braucht es eine besondere Kombination aus Technik und Erfahrung, also ein eisverstärktes Expeditionsschiff mit Hubschraubern an Bord. Genau dafür wurde die MS Ortelius konzipiert. Das Schiff wurde 1989 ursprünglich als Forschungsschiff gebaut und später von Oceanwide Expeditions zu einem spezialisierten Polarexpeditionsschiff umgerüstet. Benannt nach dem Kartografen Abraham Ortelius, steht es bis heute für Reisen in Regionen, die selbst erfahrene Polarfahrer nur selten erreichen.
Mit einer Länge von rund 91 Metern, der hohen Eisklasse UL1 (vergleichbar mit 1A) und Platz für maximal 108 Gäste in 52 Kabinen ist die Ortelius auf anspruchsvolle Expeditionen in schwer zugängliche Polarregionen ausgelegt. Mehrere Modernisierungen verbinden die robuste Bauweise mit zeitgemäßer Sicherheit. Ein besonderes Merkmal sind die bordgestützten Hubschrauber, die Einsätze tief im Packeis ermöglichen. Wenn das Schiff nicht weiterkommt, beginnt oft erst der spannendste Teil der Reise: Helikopterflüge zu abgelegenen Orten, die mit klassischen Expeditionsschiffen kaum erreichbar sind.
Design & Atmosphäre – Authentischer Expeditionsgeist mit höchster Eisklasse
Die MS Ortelius trägt das Erscheinungsbild eines klassischen Polarschiffes: dunkler Rumpf, weiße Aufbauten und ein markantes Helideck auf dem Vorschiff, das sofort erkennen lässt, dass dieses Schiff für ernsthafte Expeditionen gebaut wurde. Gleichzeitig wurde das Innere des Schiffes in den vergangenen Jahren umfassend modernisiert. Warme Materialien, klare Linien und helle Aufenthaltsbereiche sorgen dafür, dass sich Funktionalität und Komfort an Bord selbstverständlich verbinden.
Die Architektur des Schiffes ist vor allem auf Sichtbarkeit und schnelle Wege zum Außendeck ausgelegt. Mehrere offene Deckflächen auf verschiedenen Ebenen bieten hervorragende Beobachtungspunkte für Eislandschaften und Tierbegegnungen. Restaurant, Lounge und Kabinen liegen bewusst nah beieinander, wenn die Lautsprecher eine Wal- oder Bärenbeobachtung ankündigen, ist man in wenigen Augenblicken draußen auf dem Deck.
Besondere Bereiche an Bord:
- Observation Lounge mit Bar: Großzügig dimensioniert, mit weiten Fensterfronten und Panoramablick. Der gesellschaftliche Mittelpunkt des Bordlebens, in dem sich nach dem Abendvortrag die Gespräche bis spät in die Nacht weiterentwickeln.
- Vortragsraum: Ein separater Raum für die täglichen Briefings und Abendvorträge des Expeditionsteams. Klar getrennt vom Restaurant, mit Präsentationsausstattung für multilinguales Programm.
- Helipad auf dem Vorschiff: Das markanteste technische Merkmal der Ortelius. Bis zu drei Hubschrauber können an Bord stationiert werden, was auf ausgewählten Weddellmeer-Expeditionen den Zugang zu Orten ermöglicht, die vom Schiff aus nicht erreichbar sind.
- Offene Brücke: Auf Einladung des Kapitäns für Gäste zugänglich. Der Ausblick nach vorn über das Packeis ist der direkteste Kontakt mit dem, was das Schiff tut.
Die Ortelius verbindet modernen Expeditionskomfort mit der robusten Funktionalität eines echten Polarschiffes. Statt klassischer Kreuzfahrtinszenierung steht hier das Erlebnis der Polarregion im Mittelpunkt, mit viel Raum für Beobachtung, Austausch und unmittelbare Nähe zur Natur.

Kulinarik – Stärkung für Entdecker im Herzen des Schiffes
Die Gastronomie der Ortelius folgt dem Expeditionsrhythmus. Frühstück und Mittagessen werden im Buffet-Stil im Restaurant auf Deck 3 serviert, das Abendessen als Drei-Gänge-Menü am Tisch, mit Fleisch-, Fisch- und vegetarischer Option. Beim Mittagessen geben die Gäste ihre Wahl für das Abendessen an, was der Küche die nötige Planungszeit gibt.
Alle Mahlzeiten, Snacks, Kaffee und Tee sind im Reisepreis inklusive. Wasser ist zu allen Mahlzeiten frei. Alkohol und Softdrinks werden separat abgerechnet. Die Expeditionsspezialisten sitzen bei den Mahlzeiten oft am Tisch der Gäste, was jede Mahlzeit zu einem Gespräch über das Erlebte macht.

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Kabinen & Suiten – Gemütliche Rückzugsorte für Entdecker
Alle Kabinen der Ortelius verfügen über private Dusche und Toilette, Flachbild-TV, Haartrockner, Schließfach und Stauraum. Alle Kabinen der Ortelius sind Außenkabinen, d. h. jede Kabine hat mindestens ein Bullaugen oder Fenster. Das ist kein Standard auf Expeditionsschiffen dieser Größe.
Das Kabinenangebot umfasst sechs Kategorien:
- Vierpersonen mit Bullauge: Zwei Bullaugen, zwei obere und zwei untere Liegeplätze. Das Gemeinschaftsformat für Familien oder Reisegruppen, die auf den Preis achten.
- Dreipersonen mit Bullauge: Zwei Bullaugen, zwei untere und ein oberes Liegeplatz. Für Dreiergruppen oder Solo-Reisende in geteilter Kabine.
- Doppel mit Bullauge: Zwei Bullaugen, zwei untere Liegeplätze. Das klassische Standardformat der Ortelius.
- Doppel mit Fenster: Ein größeres Fenster statt Bullauge, zwei untere Liegeplätze. Mehr Licht, direkterer Außenbezug.
- Doppel Deluxe (ca. 18,4–20,4 m², Deck 5, 2 Kabinen): Drei Fenster, zwei untere Liegeplätze, kleines Sofa, Kühlschrank, Tee- und Kaffeemaschine, Bademantel. Eckkabinen mit besonders großer Fensterfläche. Das komfortabelste Doppelkabinenformat der Ortelius.
- Superior (ca. 18,4–20,4 m², Deck 5, 6 Kabinen): Mindestens zwei Fenster, Doppelbett, Sofa, Kühlschrank, Tee- und Kaffeemaschine, Bademantel. Das einzige Format der Ortelius mit Doppelbett, das geräumigste und komfortabelste an Bord. Alle sechs Superior-Kabinen liegen auf Deck 5.
Hinweis: Eine kleine Anzahl von Kabinen hat aufgrund der Schiffskonstruktion eine teilweise eingeschränkte Sicht, etwa durch die Gangway. Der beste Aussichtspunkt ist immer das Außendeck oder die Brücke.



Expeditionsteam und Zodiacs: Acht Spezialisten, zehn Boote
Das Expeditionsteam der Ortelius umfasst 8 Guides und Spezialisten sowie einen Expeditionsleiter und stellvertretenden Expeditionsleiter, die die wesentlichen Disziplinen der Polarnaturkunde abdecken: Meeresbiologie, Glaziologie, Ornithologie, Geologie, Ozeanographie und Polargeschichte. Das Team hält täglich Vorträge, begleitet jeden Landgang und gibt Briefings, die das Gesehene einordnen.
Die 10 Zodiacs mit 60-PS-Yamaha-Motoren ermöglichen schnelle Zodiac-Einsätze auch bei stärkerem Wind. Neun Zodiacs sind im Einsatz, einer als Reserve. Zwei Gangways erlauben parallele Einschiffungsoperationen. Da die Ortelius für maximal 108 Passagiere ausgelegt ist, können nach IAATO-Richtlinien in der Antarktis praktisch alle Gäste in einer einzigen Rotation an Land gebracht werden.
Der Bordarzt ist auf jeder Reise an Bord. 2025 wurde die Ortelius mit IcySea ausgestattet, dem Echtzeit-Eisnavigationssystem, das auch auf der Plancius eingesetzt wird. Routenplanung und Landgangsentscheidungen werden täglich vom Kapitän und dem Expeditionsleiter gemeinsam getroffen.
Helikopter: Was kein anderes Schiff der Flotte kann
Das Helipad der Ortelius ist aktuell das einzige in der gesamten Oceanwide-Flotte, das für den regulären Expeditionsbetrieb genutzt wird. Bis zu drei Hubschrauber können an Bord stationiert werden, was auf ausgewählten Weddellmeer-Expeditionen den Zugang zu Orten ermöglicht, die per Schiff und Zodiac nicht erreichbar sind.
Das bekannteste Ziel: Snow Hill Island im Weddellmeer, Heimat einer der wenigen für Touristen zugänglichen Kaiserpinguin-Kolonie Antarktikas. Rund 4.000 Brutpaare versammeln sich hier im antarktischen Frühjahr. Das Eis zwischen dem Schiff und der Kolonie ist schwer genug, um kein Zodiac durchzulassen. Der Hubschrauber überbrückt diese Strecke in Minuten. Garantiert ist diese Begegnung nie: Eisverhältnisse entscheiden, ob die Route frei ist. Aber wer die Chance sucht, mitten in einer Kaiserpinguin-Kolonie zu stehen, findet sie nur auf der Ortelius.
Die Hubschrauber werden auch für Sightseeing-Flüge über das Packeis, die Schelfeis-Formationen und die Küste der Antarktischen Halbinsel eingesetzt, und für Zugänge zu Orten, die sonst nur per Expeditionsteam zugänglich wären. Im Februar 2026 erreichte die Ortelius eine der südlichsten Positionen, die je von einem Expeditionsschiff ohne Eisbrecherklasse erreicht wurden.

Für wen ist die Ortelius das perfekte Schiff?
Die Ortelius ist das Schiff für Gäste, die nicht nur weiter fahren wollen, sondern höher fliegen. Reisende, die Snow Hill Island und die Kaiserpinguine als Ziel haben, für die es keine Alternative gibt. Gäste, die das Weddellmeer in seiner tiefsten Form erleben wollen, einschließlich Tabular-Eisberge von der Größe ganzer Landstriche und Gewässer, die zu den klarsten Gewässern der Erde gehören. Und alle, die verstehen, dass die höchste Eisklasse nicht nur für Sicherheit steht, sondern für Möglichkeit.
Routen-Highlights – Dem polaren Kalender auf der Spur
Die Expeditionen der Ortelius folgen dem Rhythmus der extremsten Regionen unserer Erde: Im Nordsommer bahnt sie sich ihren Weg durch das dichte Packeis Spitzbergens, während sie im Südsommer Regionen der Antarktis ansteuert, die für die meisten anderen Schiffe unerreichbar bleiben. Jede Route ist darauf ausgelegt, die überlegene Eisklasse und die bordeigenen Hubschrauber zu nutzen, um den Gästen Erlebnisse jenseits der bekannten Pfade zu ermöglichen.
Herausragende Zielgebiete und Passagen der nächsten Jahre:
- Arktis, Spitzbergen & Jan Mayen (Mai bis September): Im Frühsommer startet die Ortelius mit spektakulären Transfer-Reisen von Vlissingen über die schottischen Inseln bis tief hinein in das Packeis der Grönlandsee. Ein Kernstück des Programms sind die „Eisbär-Spezial“-Touren im Norden Spitzbergens, die zur Sommersonnenwende ihren Höhepunkt finden. Für Gäste mit weniger Zeit bieten die 5-tägigen Kurz-Expeditionen einen kompakten Einblick in die Welt der Wale und Walrosse, während die ausgedehnten Umrundungen von Svalbard im August bis zum abgelegenen Nordaustlandet führen.
- Weddellmeer & Kaiserpinguine – Die Hubschrauber-Expedition: Das Alleinstellungsmerkmal der Ortelius sind die Fahrten im November und Dezember. Dank der bordeigenen Helikopter erreichen die Gäste die legendäre Kaiserpinguin-Kolonie bei Snow Hill Island. In dieser Zeit verwandelt sich das Weddellmeer in eine Bühne für eines der seltensten Naturschauspiele der Welt, das nur durch die Kombination aus höchster Eisklasse und Luftunterstützung zugänglich wird.
- Rossmeer & Bellingshausen-See – Vorstoß ins Unbekannte: Auf extremen Routen wie zum Ellsworth Land oder zur isolierten Peter-I-Insel dringt die Ortelius in Gebiete vor, die nur alle paar Jahre befahren werden können. Diese Expeditionen im Januar und Februar führen entlang der Küste des antarktischen Kontinents und bieten die einmalige Chance, Orte zu betreten, die nur selten besucht werden.
- Grönland & Nordlichter (August bis September): Wenn die Nächte im Norden wieder dunkler werden, kreuzt das Schiff vor der dramatischen Kulisse Ostgrönlands. Im größten Fjordsystem der Welt, dem Scoresby Sund, stehen lange Wanderungen und die Beobachtung von Moschusochsen auf dem Programm, oft gekrönt durch das spektakuläre Tanzen der Aurora Borealis am Nachthimmel.
Egal ob bei einem 5-tägigen Arktis-Schnupperkurs oder der epischen 32-tägigen Antarktis-Durchquerung: An Bord der Ortelius stehen das Handeln und Entdecken im Vordergrund. Durch das Basecamp-Konzept auf ausgewählten Reisen, bei dem Aktivitäten wie Kajakfahren und Schneeschuhwandern inklusive sind, werden die Gäste selbst zum Teil der Expedition in den fragilsten Ökosystemen unseres Planeten.

Deine Kreuzfahrt,
dein Kurs.












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