SCHIFFSDATEN
| Flagge | Schweiz 🇨🇭 |
| Indienststellung | 2017 |
| Zugelassene Passagierzahl | 169 |
| Besatzung | 44 |
| Crew To Passenger Ratio | 1 : 3,84 |
| Länge | 135 m |
| Breite | 11,45 m |
Gesehen in Köln am 18/03/2025
Emily Brontë: Flusskreuzfahrten auf Rhein und Donau
Die MS Emily Brontë trägt den Namen einer britischen Schriftstellerin und das ist kein Zufall. Riviera Travel, der Veranstalter hinter dem Schiff, ist ein britisches Reiseunternehmen, und das Schiff spricht die entsprechende Klientel an: gepflegte Zurückhaltung statt Showprogramm, ein Pianist am Abend statt DJ, und eine kleine Bibliothek mit Literatur, die zur Namensgeberin des Schiffes passt. Wer abends lieber bei einem Drink über die Reise des Tages nachdenkt als Unterhaltungsangebote zu navigieren, findet hier das passende Umfeld.
Das Schiff wurde 2017 in Dienst gestellt, fährt unter Schweizer Flagge, ist 135 Meter lang und 11,45 Meter breit, fasst bis zu 169 Passagiere in 88 Kabinen auf drei Passagierdecks und wird von rund 44 Personen betreut. Das ergibt ein Betreuungsverhältnis von etwa 1 zu 3,8. Für deutschsprachige Reisende wichtig: Die Bordsprache ist primär Englisch. Das Schiff ist auf ein überwiegend britisches Publikum ausgerichtet; Bordprogramm und Ausflüge finden überwiegend auf Englisch statt.
Neben der Atmosphäre hat das Schiff konkrete Merkmale, die es von vielen Flusskreuzfahrtschiffen unterscheiden: ein Bistro mit offener Küche als zweiter Restaurantbereich, ein Pool auf dem Sonnendeck oder auch ein Putting Green auf dem Sonnendeck.
Die Kabinen der Emily Brontë
Die Emily Brontë bietet 88 Kabinen auf drei Passagierdecks: dem Emerald Deck (unten), dem Ruby Deck (Mitte) und dem Diamond Deck (oben). Die Entscheidung zwischen diesen Decks ist einfach: Wer frische Luft in der Kabine möchte, bucht Ruby oder Diamond. Wer günstig reisen will und die Kabine ohnehin nur zum Schlafen nutzt, kommt mit dem Emerald Deck gut aus.
Auf dem Emerald Deck gibt es feste Fenster, die sich nicht öffnen lassen. Ruby und Diamond Deck sind mit französischen Balkonen ausgestattet. Die Deluxe Balcony Suite auf dem Diamond Deck ist die einzige Kategorie mit einem echten begehbaren Außenbalkon mit Tisch und Stühlen. Wer das Schiff von draußen erleben möchte, ohne auf das Sonnendeck zu gehen, bucht diese Kategorie.
Die Kabinenkategorien im Überblick:
- Deluxe Balcony Suite (ca. 25 m², Diamond Deck, begehbarer Außenbalkon): Einzige Kategorie mit echtem Außenbalkon, rund 50 % größer als Standardkabinen. Für alle, die den Abend lieber auf eigenem Balkon als auf dem Sonnendeck ausklingen lassen.
- Superior Suite (ca. 23 m², Diamond und Ruby Deck, französischer Balkon): Auf beiden oberen Decks verfügbar, mit erweitertem Wohnbereich. Die Deck-Wahl beeinflusst die Aussichtshöhe und den Preis.
- Stern Superior Suite (ca. 23 m², Diamond Deck, hinterer Bereich): Gleiche Ausstattung wie die Superior Suite, aber im Heckbereich gelegen. Bei Fahrt können hier Maschinengeräusche stärker wahrnehmbar sein.
- Standard Suite Diamond Deck (ca. 17 m², französischer Balkon): Einstieg auf dem obersten Passagierdeck.
- Standard Suite Ruby Deck (ca. 17 m², französischer Balkon): Gleiche Ausstattung, eine Etage tiefer, in der Regel günstiger.
- Standard Suite Emerald Deck (ca. 16 m², festes Fenster): Günstigste Option, kein Balkon, kein öffenbares Fenster. Sinnvoll für alle, die das Budget lieber in Ausflüge investieren als in Kabinenkomfort.
Die Standardausstattung aller Kabinen ist hochwertig für die Klasse: 40-Zoll-Flachbild-TV, Minibar, Safe, Telefon, Haartrockner, Regendusche und eine Tee- und Kaffeemaschine. Letzteres ist kein Luxus, sondern für ein britisch ausgerichtetes Schiff schlicht eine Grundvoraussetzung. Das Bett lässt sich in allen Kategorien als Doppel- oder zwei Einzelbetten konfigurieren. WLAN ist nach aktuellem Stand enthalten.
Kulinarik an Bord
Das Hauptrestaurant serviert abends ein mehrgängiges À-la-carte-Dinner, dessen Menüs die bereiste Region widerspiegeln. Frühstück gibt es als Buffet, mittags werden mehrgängige Menüs mit Wahlmöglichkeiten angeboten. Das Bistro mit offener Küche im Heck, auch Riverview Kitchen genannt, ist die entspanntere Alternative für Mittag- und Abendessen mit Grillgerichten. Es fasst weniger Plätze als das Hauptrestaurant und kann auch für kleinere private Anlässe genutzt werden.
Getränke sind nicht im Reisepreis enthalten und werden separat abgerechnet. Riviera Travel bietet nach aktuellem Stand Getränkepakete als Zusatzbuchung an. Vegetarische Ernährungswünsche und Diätkost werden auf Anfrage berücksichtigt.
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Bordleben: Keine Animationen, dafür ein Pianist und ein Putting Green
Was man auf der Emily Brontë nicht findet: lautes Abendprogramm, Showdarbietungen oder einen Animateur. Was man stattdessen findet: gelegentliche Live-Musik, manchmal einen Pianisten, Vorträge zu Geschichte und Kultur der bereisten Regionen und eine ruhige Bar, in der man sich tatsächlich unterhalten kann, ohne die Stimme heben zu müssen. Das klingt bescheiden, ist aber für viele Reisende genau das, wofür sie buchen.
Das Sonnendeck hat neben Liegestühlen einen Pool und ein Putting Green. Letzteres mag wie ein Kuriosum klingen, aber für Golfreisende ist es ein konkreter Grund, dieses Schiff anderen vorzuziehen. Ein Fitnessbereich mit Laufband, Fahrrad und Hanteln steht rund um die Uhr zur Verfügung. Ein Wellness- und Spa-Bereich sowie ein Friseur sind ebenfalls an Bord. Der Aufzug verbindet alle drei Passagierdecks, das Sonnendeck ist nur über die Treppe zugänglich.
Die Freizeitbereiche im Überblick:
- Sonnendeck: Pool, Putting Green, Schachspiel, Liegestühle.
- Panorama-Lounge mit Bar: Geselliger Abendbereich, Live-Musik an ausgewählten Abenden.
- Bistro mit offener Küche: Entspannterer zweiter Restaurantbereich, auch für private Anlässe nutzbar.
- Bibliothek: Klein, aber mit Charakter: Literatur, die zur Namensgeberin des Schiffes passt.
- Fitnessbereich, Wellness und Friseur: Vorhanden; aktuelle Preise und Zeiten direkt an Bord erfragen.
Routen: Vom Mittelrheintal bis nach Budapest
Die Emily Brontë befährt Routen, die zu den bekanntesten Flusslandschaften Europas zählen. Wer auf dem Rhein fährt, passiert das UNESCO-geschützte Mittelrheintal zwischen Koblenz und Rüdesheim, wo sich Burgen auf Felsen über Weinberge erheben und das Schiff kaum schneller zu sein scheint als die Zeit. Auf der Donau endet dasselbe Gefühl in Budapest, wo das Schiff meist direkt am Pester Ufer liegt und Parlamentsgebäude und Kettenbrücke sich ins Abendbild schieben. Dazwischen liegen Cochem, Wien, Gent und Amsterdam, je nach gewählter Route.
Typische Ziele und Routen:
- Donau: Wien, Bratislava, Budapest und die Wachau mit ihrem UNESCO-geschützten Flusstal, engen Kurven und Dörfern aus dem Mittelalter.
- Rhein und Mosel: Köln, Koblenz, Rüdesheim und Cochem. Das Mittelrheintal zählt zu den dichtesten Kulturlandschaften am Fluss überhaupt.
- Main und Main-Donau-Kanal: Bamberg, Nürnberg und Regensburg als Verbindung zwischen Rhein und Donau.
- Holland und Flandern: Amsterdam, Gent und Antwerpen. Diese Routen haben einen völlig anderen Charakter als die Mitteleuropafahrten, breiter, flacher, mit Grachten statt Burgen.
Für wen ist die Emily Brontë das richtige Schiff?
Wer schon immer wissen wollte, wie sich eine Flusskreuzfahrt anfühlt, bei der man abends nicht entscheiden muss, welche Unterhaltungsveranstaltung man besucht, weil es schlicht keine gibt: so. Ruhig, gepflegt, mit einem Abendessen, das Zeit hat, und einem Glas auf der Terrasse danach. Das ist kein Versprechen, aber eine realistische Beschreibung der Atmosphäre, die Stammgäste der Emily Brontë berichten.
Das Schiff passt gut zu englischsprachigen Reisenden oder zu Deutschsprachigen, die kein Problem mit Englisch als Bordsprache haben und die konkrete Ausstattung, also Pool, Putting Green, Bistro und Bibliothek, als Argument sehen. Wer deutschsprachigen Betrieb als klare Anforderung hat, ist bei anderen Reedereien besser aufgehoben.
Wer ruhig reist, kommt hier an
Die Emily Brontë ist kein Schiff für alle. Aber für die, die passen, passt es gut: ein Bistro, das nach dem Abendessen noch offen ist, ein Pool, der klein genug ist, um nie voll zu sein, und eine Bordatmosphäre, die keine Geräusche macht, die nicht nötig sind. Wer das sucht und dabei kein Problem mit Englisch als Bordalltag hat, hat mit der Emily Brontë einen verlässlichen Begleiter auf Rhein, Donau und den Wasserstraßen dazwischen.
Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen Emily Brontë
Wie viele Passagiere fasst die Emily Brontë?
Bis zu 169 Passagiere in 88 Kabinen auf drei Decks, betreut von rund 44 Personen. Das Verhältnis von etwa 1 zu 3,8 ist für Flussschiffe dieser Größe ein durchschnittlicher Wert.
Was unterscheidet Emerald, Ruby und Diamond Deck?
Emerald Deck hat feste Fenster, kein Balkon. Ruby und Diamond Deck haben französische Balkone. Die Deluxe Balcony Suite auf dem Diamond Deck ist die einzige Kategorie mit echtem begehbarem Außenbalkon.
Gibt es ein zweites Restaurant?
Ja, das Bistro mit offener Küche (Riverview Kitchen) serviert Grillgerichte zu Mittag und Abend in entspannterem Ambiente als das Hauptrestaurant.
Ist die Bordsprache auch Deutsch?
Die Bordsprache ist primär Englisch. Deutschsprachige Gäste sind willkommen, sollten aber einplanen, dass Programm und Ausflüge überwiegend auf Englisch stattfinden.
















