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Antarktis-Kreuzfahrt:
Pinguine, Eisberge und die Drake-Passage

Der weiße Kontinent im Südsommer, ab Ushuaia ans Ende der Welt

Pinguine stehen auf einem Eisberg vor einem Zodiac

Beste Reisezeit

November bis März

Highlights

Pinguine, Wale und Eisberge

Starthafen

Ushuaia (Argentinien)

Kein Hafen, kein Ort, keine Straße: Die Antarktis ist der einzige Kontinent, den kein Land besitzt und in dem niemand dauerhaft lebt. Stattdessen ankert das Schiff vor Gletscherwänden, gleitet an Eisbergen von der Größe ganzer Häuser vorbei, und an Land warten Pinguinkolonien, die sich bis zum Horizont ziehen. Die Stille zwischen den Anlandungen, nur unterbrochen vom Kalben des Eises, ist etwas, das viele als das Eindrücklichste der ganzen Reise beschreiben.

Der Weg dorthin führt fast immer über Ushuaia. und über die berüchtigte Drake-Passage, die je nach Wetter spiegelglatt oder rau sein kann. Wer sie meiden will, wählt eine Fly-Cruise, die die Passage überfliegt. Gefahren wird ausschließlich im Südsommer zwischen November und März, denn nur dann gibt das Eis die Küsten frei. Welche Orte dich erwarten, siehst du im Überblick.

Die schönsten Anlandungen in der Antarktis

Die Antarktis kennt keine Häfen. Angelandet wird per Zodiac an Stränden, auf dem Eis und vor Gletscherwänden. Diese Orte gehören zu den eindrucksvollsten der Region. Ushuaia ist der Ausgangspunkt, die folgenden fünf liegen an der Antarktischen Halbinsel, dem klassischen Ziel. Südgeorgien und die Falklandinseln kommen auf den längeren Reisen dazu. Ob ein Ort angelaufen wird, entscheidet natürlich immer der individuelle Routenverlauf.

Ushuaia (Argentinien)

Ushuaia gilt für viele als die südlichste Stadt der Welt, auch wenn Puerto Williams diesen Titel seit 2019 offiziell beansprucht. Ushuaia ist für fast jede Antarktis-Reise der Ausgangspunkt. Eingerahmt von den schneebedeckten Gipfeln der Anden liegt sie am Beagle-Kanal, umgeben vom Nationalpark Feuerland. Wer früh anreist, erkundet die Wälder und Buchten rund um die Stadt, bevor es aufs Schiff geht.

Schon das Ablegen ist ein Auftakt für sich: Das Schiff fährt durch den Beagle-Kanal hinaus aufs offene Meer, vorbei an Leuchttürmen und Kormorankolonien, bevor die Drake-Passage beginnt. Ushuaia trägt seinen Beinamen „Ende der Welt“ damit zu Recht.

Highlight: Die Ausfahrt durch den Beagle-Kanal zum Auftakt der Reise.

Blick auf den Hafen Ushuaia in Argentinien
Blick in den Madalenfjord in Spitzbergen

Paradise Bay

Die Paradise Bay ist einer der wenigen Orte, an denen man den antarktischen Kontinent selbst betritt, statt eine vorgelagerte Insel. Rundherum stürzen Gletscher ins tiefblaue Wasser, in dem sich die Eiswände spiegeln. Eselspinguine brüten direkt am Ufer, und in der Bucht treiben Eisberge in allen Blautönen.

Weil das Wasser hier oft ruhig liegt, gehört eine Zodiac-Ausfahrt zwischen den Eisbergen zum Programm. Vom Boot aus sieht man Robben auf den Schollen und mit Glück Wale, die zum Luftholen auftauchen. Der Name der Bucht ist Programm.

Highlight: Der erste Schritt auf den antarktischen Kontinent.

Lemaire-Kanal

Der Lemaire-Kanal ist eine nur gut einen Kilometer breite Meerenge zwischen steilen, vereisten Bergwänden. Bei ruhiger See liegt das Wasser spiegelglatt, sodass sich die Gipfel und Eisberge darin doppeln. Unter Fotografen ist die Durchfahrt so beliebt, dass sie den Spitznamen „Kodak-Gasse“ trägt.

Die Passage wird ausschließlich vom Deck erlebt, nicht angelandet. Alle sammeln sich draußen, während das Schiff langsam zwischen den Wänden hindurchgleitet. Ob die Durchfahrt gelingt, hängt von Eis und Wetter ab, denn treibende Eisberge können den Kanal versperren.

Highlight: Die Durchfahrt zwischen den spiegelnden Bergwänden an Deck.

Blick auf den Lemaire-Kanal
Blick auf die Landschaft rund um den Neko-Hafen

Neko Harbour

Neko Harbour ist eine weitere Anlandung auf dem Festland der Halbinsel, bekannt für seinen aktiven Gletscher. Immer wieder brechen Eismassen ab und stürzen mit lautem Krachen ins Meer, gefolgt von Wellen, die durch die Bucht laufen. Eine Eselspinguin-Kolonie teilt sich den Ort mit den Besuchern.

Wer den Hügel hinter der Anlandestelle erklimmt, wird mit einem weiten Blick über die Bucht und ihre Eisberge belohnt. Von oben zeigt sich die Dimension der Landschaft erst richtig.

Highlight: Der Blick vom Hügel über die eisgefüllte Bucht.

Port Lockroy

Auf der kleinen Insel Goudier liegt Port Lockroy, eine ehemalige britische Station, die heute als Museum und Postamt betrieben wird. Von hier lässt sich eine Postkarte an das andere Ende der Welt schicken, abgestempelt in der Antarktis. Eine Handvoll Freiwilliger hält die Station in der Saison offen.

Rund um die Gebäude brütet eine Kolonie Eselspinguine, die sich den Ort mit den Besuchern teilt. Zum Schutz der Tiere ist nur ein Teil der Insel zugänglich, und die Zahl der Gäste an Land ist begrenzt.

Highlight: Eine Postkarte aus dem südlichsten öffentlichen Postamt der Welt.

Blick auf Port Lockroy in der Antarktis
Vulkansteine auf der Deception-Island

Deception Island

Deception Island ist eine ringförmige, mit Wasser gefüllte Vulkancaldera in den Süd-Shetland-Inseln. Durch eine schmale Einfahrt, „Neptuns Blasebalg“ genannt, gleitet das Schiff in den geschützten Innenhafen. An Land liegt die verlassene Walfangstation von Whalers Bay mit rostenden Tanks und verfallenen Hütten.

Der Ort ist geologisch noch aktiv, an manchen Stellen wärmt vulkanische Hitze den Strand. Bei einigen Reisen gehört ein kurzer Sprung ins eiskalte Wasser zum Erlebnis, sofern die Bedingungen es zulassen.

Highlight: Die Einfahrt durch „Neptuns Blasebalg“ in die Caldera.

Südgeorgien (Grytviken)

Südgeorgien ist eine subantarktische Insel und für viele der tierreichste Ort der ganzen Reise. In der ehemaligen Walfangstation Grytviken liegt das Grab des Polarforschers Ernest Shackleton, dazu ein kleines Museum und eine Kirche. Rundherum haben sich die Tiere die Anlagen längst zurückerobert.

Die Insel ist berühmt für ihre Königspinguine, die hier in Kolonien von zehntausenden Tieren brüten, dazu kommen See-Elefanten und Pelzrobben an den Stränden. Angefahren wird Südgeorgien nur auf den längeren Kombireisen, weil die Insel weit abseits der Halbinsel liegt.

Highlight: Eine Königspinguin-Kolonie mit zehntausenden Tieren.

Koeningspinguine in Suedgeorgien
Die Häuser der Falkland-Inseln

Falklandinseln (Stanley)

Die Falklandinseln sind ein britisches Überseegebiet und deutlich grüner und milder als die Antarktis. In der kleinen Hauptstadt Stanley treffen rote Telefonzellen und englische Pubs auf die raue Landschaft des Südatlantiks. Der Ort wirkt wie ein Stück Britannien am Ende der Welt.

Vor den Toren der Siedlungen leben mehrere Pinguinarten, darunter Magellan-, Esels- und Felsenpinguine. Wie Südgeorgien liegen die Falklandinseln nur auf den langen Kombireisen auf dem Programm.

Highlight: Ein Strandtag bei einer Kolonie Felsenpinguine.

Darum lohnt sich eine Antarktis-Kreuzfahrt

Morgens zwischen Eisbergen aufwachen, mittags mitten in einer Pinguinkolonie stehen, abends Wale neben dem Schiff: Die Antarktis ist ein Ziel, das nur wenige erreichen. Drei Dinge machen sie besonders:

  • Ein Kontinent, den kaum jemand sieht. Die Antarktis erreicht man praktisch nur per Expeditionsschiff. Es gibt keine Hotels, keine Straßen, keinen Pauschalflug. Wer hier ankommt, gehört zu einem kleinen Kreis.
  • Tierwelt in Dimensionen. Pinguinkolonien mit zehntausenden Tieren, Wale, Robben und Albatrosse, alle frei und ohne Scheu. Kaum ein Ort der Erde zeigt so viel Leben auf einmal.
  • Eis und Stille wie nirgends sonst. Tafeleisberge, kalbende Gletscher und eine Weite ohne jedes menschliche Geräusch. Viele beschreiben genau diese Stille als das, was am längsten nachwirkt.
Pinguine vor mehreren Zodiacs in der Antarktis
Fahrt durch die Wellenreiche Drake-Passage

Was du in der Antarktis erlebst

Anders als eine Städtereise lebt die Antarktis nicht von Sehenswürdigkeiten, sondern von Naturerlebnissen, die es sonst nirgends gibt. Drei prägen fast jede Reise.

Die Drake-Passage Zwischen Südamerika und der Antarktis liegt die Drake-Passage, eine der bewegtesten Meerengen der Welt. Sie kann rau sein, manchmal aber auch erstaunlich ruhig, dann sprechen die Crews vom „Drake-See“. Die Überfahrt dauert in jede Richtung etwa zwei Tage und gehört für viele zum Abenteuer dazu. Wer sie meiden will, wählt eine Fly-Cruise, die die Passage überfliegt.

Eisberge und Gletscher Nirgends ist das Eis so gegenwärtig wie hier. Tafeleisberge so groß wie Städte treiben neben dem Schiff, Gletscher kalben in die Buchten, und das Licht bricht sich in unzähligen Blautönen. Kein Eisberg gleicht dem anderen, und die Formen ändern sich von Stunde zu Stunde.

Zodiac-Anlandungen mitten unter Pinguinen An Land geht es per Schlauchboot, in kleiner Gruppe und begleitet von Guides. Die Pinguinkolonien sind oft so nah, dass die Tiere neugierig auf einen zuwatscheln. Zum Schutz gelten feste Mindestabstände, doch die Neugier der Pinguine sorgt regelmäßig für die schönsten Begegnungen.

Wetter und beste Reisezeit für eine Antarktis-Kreuzfahrt

Reisezeitgrafik Antarktis-Kreuzfahrt

Die Saison in der Antarktis ist kurz und läuft über den Jahreswechsel, von November bis März. Nur in diesem Südsommer gibt das Eis die Küsten frei, sind die Tage lang und die Tierwelt aktiv. Die Temperaturen an der Halbinsel liegen dann meist zwischen minus 2 und plus 5 Grad, milder als viele erwarten, mit Wind aber gefühlt kälter. Warme Schichten und wind- und wasserdichte Kleidung gehören immer dazu.

Früh in der Saison (November, Anfang Dezember): Unberührter Schnee und viel Eis, die Landschaft wirkt am reinsten. Die Pinguine beginnen mit Balz und Nestbau. Weiter südlich gelegene Anlandungen sind früh im Jahr manchmal noch von Eis blockiert.

Hochsommer (Dezember, Januar): Die wärmste Zeit mit den längsten Tagen und dem meisten Licht. Jetzt schlüpfen die Pinguinküken, und die Kolonien sind am lebendigsten. Es ist die beliebteste und am frühesten ausgebuchte Zeit.

Spätsaison (Februar, März): Die Küken werden flügge, das Eis zieht sich zurück und Schiffe kommen oft weiter nach Süden. Jetzt stehen die Chancen auf Wale am besten. Die Kolonien sind dafür schlammiger und weniger fotogen.

Typische Routen einer Antarktis-Kreuzfahrt

Ein Eisberg neben einem Kreuzfahrtschiff im Neko-Hafen

Fast alle Reisen starten in Ushuaia, der Unterschied liegt in Dauer und Umfang und darin, ob die Drake-Passage gefahren oder überflogen wird.

1. Antarktische Halbinsel ab Ushuaia (rund 10 bis 12 Nächte):

Der Klassiker: von Ushuaia über die Drake-Passage zur Halbinsel und zurück, mit je etwa zwei Tagen Überfahrt in jede Richtung. Ideal für den ersten Kontakt mit dem weißen Kontinent.

Beispielverlauf: Ushuaia – Drake-Passage – Antarktische Halbinsel – Süd-Shetland-Inseln – Drake-Passage – Ushuaia

2. Fly-Cruise ab Punta Arenas (rund 8 Nächte):

Wer die Drake-Passage meiden will, fliegt von Punta Arenas in Chile direkt auf die Süd-Shetland-Inseln und geht dort an Bord. Das spart die Überfahrt und verkürzt die Reise, kostet aber meist mehr.

Beispielverlauf: Punta Arenas – Flug – Süd-Shetland-Inseln – Antarktische Halbinsel – Flug – Punta Arenas

3. Große Runde mit Falkland und Südgeorgien (rund 18 bis 22 Nächte):

Die längste Reise verbindet die Antarktische Halbinsel mit den Falklandinseln und Südgeorgien, dem tierreichsten Teil der Region. Viele Seetage, dafür Königspinguine, See-Elefanten und die volle Bandbreite der subantarktischen Tierwelt.

Beispielverlauf: Ushuaia – Falklandinseln – Südgeorgien – Antarktische Halbinsel – Ushuaia

Welche Route zu dir passt, hängt vor allem von deiner Zeit, deinem Budget und deiner Toleranz für die Drake-Passage ab: die klassische Halbinsel-Reise, die kürzere Fly-Cruise oder die große Runde mit Südgeorgien. Die genauen Anlandepunkte und ihre Reihenfolge legt am Ende immer das Wetter fest, ein Blick in den konkreten Reiseverlauf beim Anbieter lohnt sich also besonders.

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Hinweis I Die folgenden Routenkarten gelten nur zur Veranschaulichung, Änderungen vorbehalten.

Es gibt zwei Arten, die Antarktis zu erleben: Auf einer Expedition gehst du per Zodiac an Land, mitten unter Pinguine. Auf einer Panorama-Kreuzfahrt mit großem Schiff erlebst du die Landschaft vom Deck aus, ohne Anlandung, dafür oft günstiger und mit mehr Komfort an Bord. Was zu dir passt, hängt davon ab, ob du die Tierwelt hautnah willst oder die Kulisse genießen möchtest.

Ponant

Ein Zodiac liegt neben einem Eisberg im Meer

Antarktis Kreuzfahrt ab/bis Ushuaia


18 Tage ab/bis Ushuaia
02.11.2028 bis 19.11.2028
Mit Le Boréal

Ohne Drake-Passage

Ein Haus steht in der Antarktis

Antarktis Kreuzfahrt ab/bis King George Island


7 Tage ab King George Island
November 2027 bis März 2028 (mehrere Termine)
Mit Silver Wind

Ponant

Pinguine vor mehreren Zodiacs in der Antarktis

Antarktis Kreuzfahrt ab/bis Ushuaia


15 Tage ab/bis Ushuaia
Dezember 2027 bis Dezember 2028 (mehrere Termine)
Mit Le Commandant Charcot

Panorama-Kreuzfahrt ohne Anlandung

Symbolbild Majestic Princess

Antarktis & Südamerika ab/ bis Buenos Aires


18 Tage ab/ bis Buenos Aires
07.01.2028 bis 24.01.2028
Mit Majestic Princess

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Kopenhagen 1
Fun-Fact
Obwohl sie unter kilometerdickem Eis liegt, ist die Antarktis die größte Wüste der Erde. Im Inneren des Kontinents fällt über das Jahr weniger Niederschlag als in der Sahara, weshalb Forscher dort von einer „Kältewüste“ sprechen.

Häufige Fragen (FAQ) – Antarktis-Kreuzfahrt

Eine Expeditionsreise auf einem kleinen Schiff zum südlichsten Kontinent der Erde. Statt Hafenstädten stehen Zodiac-Anlandungen an Pinguinkolonien, Gletschern und Eisbergen im Mittelpunkt. Die meisten Reisen starten in Ushuaia und queren die Drake-Passage.

Die Saison läuft über den Südsommer von November bis März. Früh im Jahr ist der Schnee am reinsten, im Hochsommer (Dezember/Januar) schlüpfen die Pinguinküken, spät in der Saison (Februar/März) stehen die Chancen auf Wale am besten.

Die Meerenge zwischen Südamerika und der Antarktis kann rau sein und gilt als seekrankheitsanfällig, ist manchmal aber auch ruhig. Wer sie meiden will, wählt eine Fly-Cruise, die die Passage per Flug überspringt. Ansonsten helfen Medikamente und eine Kabine mittschiffs.

Im Südsommer liegen die Temperaturen an der Halbinsel meist zwischen minus 2 und plus 5 Grad, mit Wind gefühlt kälter. Wichtig sind warme Schichten sowie wind- und wasserdichte Kleidung. Viele Anbieter stellen eine Expeditionsjacke und teils Gummistiefel.

Zum Schutz der Tiere gilt ein Mindestabstand von einigen Metern. Die Pinguine selbst kennen diese Regel jedoch nicht und watscheln oft neugierig näher, was regelmäßig für die schönsten Momente sorgt. Berühren oder füttern ist nicht erlaubt.

An den meisten Anlandestellen dürfen jeweils nur 100 Gäste gleichzeitig an Land, so schreiben es die Regeln des Branchenverbands IAATO vor. Schiffe mit mehr als 500 Passagieren dürfen gar nicht anlanden. Das ist der Grund, warum Antarktis-Expeditionen auf kleinen Schiffen stattfinden.