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Frontansicht der Stena-Jutlandica

Oceanwide Expeditions

Die niederländische Reederei Oceanwide Expeditions ist ein Veteran der Polarfahrt. Ihre Philosophie: Die Schiffe sind das Werkzeug, um die entlegensten Orte der Welt zu erreichen – nicht das Ziel der Reise. Mit einer Flotte aus kleinen, eisverstärkten Schiffen wie der MS Plancius, der MS Ortelius und dem modernen Neubau MS Hondius setzt die Reederei auf maximale Zeit an Land und intensive Naturbeobachtungen. Zweimal tägliche Exkursionen mit den Zodiacs, ein hoher wissenschaftlicher Standard durch mitreisende Experten und eine familiäre Atmosphäre machen Oceanwide zur ersten Wahl für Reisende, die die Arktis und Antarktis in ihrer reinsten Form erleben wollen.

Übersicht der Oceanwide Expeditions-Flotte

SchiffBaujahrLängeBreitePassagiereEisklasse
Rembrandt van Rijn192449,5 m6,6 m33Eisverstärkter Rumpf
Plancius197689 m14,5 m1081D
Ortelius198990,9 m17,2 m1081A
Hondius2019107,6 m17,6 m1701A Super

Routen & Zielgebiete – Expeditionsreisen zu den Grenzen der Welt

Oceanwide Expeditions bringt seine Gäste dorthin, wo Karten aufhören, nützlich zu sein. Seit über 30 Jahren spezialisiert sich das Unternehmen auf polare Expeditionsreisen, die sich an der Natur orientieren statt an festen Fahrplänen. Routen werden täglich neu bewertet, Eislagen in Echtzeit verfolgt, und Landgänge dorthin geplant, wo gerade etwas passiert. Das ist kein Versprechen, das ist das Modell.

Die Pole: Arktis und Antarktis

Die polaren Regionen sind das Kernprogramm der Flotte. Beide Hemisphären folgen dem saisonalen Kalender: Arktis im Sommer, Antarktis im Winter des Nordens.

Die Antarktis (Oktober bis März)

Kaum ein Ort auf der Erde entzieht sich so vollständig dem Alltag wie die Antarktis. Packeis, das sich dehnt und zieht. Gletscher, die ins Meer kalben. Pinguinkolonien, die so groß sind, dass man sie schon riecht, bevor man sie sieht. Oceanwide erschließt dieses Gebiet in mehreren Formaten:

  • Antarktische Halbinsel: Das klassische Einstiegsformat, ab Ushuaia, 10–12 Tage. Deception Island, Cuverville Island, Paradise Bay, Neko Harbour und die Südlichen Shetlandinseln. Buckel-, Orca- und Minkewal-Sichtungen, Adelie-, Eselspinguin- und Kinnriemen-Pinguinkolonien.
  • Falklandinseln, Südgeorgien und Antarktische Halbinsel: 20–21 Tage, das artenreichste Routenformat der Flotte. Hunderttausende Königspinguine auf Südgeorgien, Albatrosse auf den Falklands, und die Geschichte von Shackletons Überlebensmarsch, die man an diesen Orten physisch versteht.
  • Weddellmeer: Die anspruchsvollste Route, ab Ushuaia, 21–27 Tage. Paulet Island, Teufelsinsel, Larsen-Schelfeis, Snow Hill Island. Auf ausgewählten Reisen mit dem MS Ortelius: Hubschrauberflüge zur Kaiserpinguin-Kolonie, einem der schwierigsten Wildtier-Erlebnisse der Welt.
  • Polarkreis (Deep South): Routen, die den 66°33’S kreuzen, weit unterhalb der üblichen Touristenpfade. Neue Basecamp-Formate 2025/2026 mit Kayaking, Camping, Schneeschuhwandern und Bergsteigen in der Tiefen Südlichen Hemisphäre.

Die Arktis (April bis September)

Der Norden ist wilder als sein Ruf. Polarbären auf Treibeis, Walrosskolonien auf abgelegenen Stränden, Gletscherfjorde, die sich seit der letzten Eiszeit kaum verändert haben.

  • Spitzbergen (Svalbard): Das Kernprogramm der Arktissaison, 8–17 Tage, ab Longyearbyen. Polarbären in freier Wildbahn, Rentiere, Arktisfüchse, Walrosse und Myriaden von Seevögeln in den Steilküsten-Kolonien. Nord-Spitzbergen, Ost-Spitzbergen, Bäreninsel.
  • Jan Mayen: Vulkanische Insel im Nordatlantik, Heimat des Beerenberg-Vulkans, selten besucht und kaum zugänglich. Oceanwide erschließt sie auf Routen, die Spitzbergen mit Island oder Schottland verbinden.
  • Grönland: Scoresby Sund, der längste Fjord der Welt. Ostgrönland. Auroras über den Eiskappen. 13–14-tägige Routen ab Akureyri oder Kangerlussuaq. Auch kombinierbar: Spitzbergen nach Grönland in einem Segment.
  • Nordwestpassage: Das historischste aller Arktisformate. Die Route, die Generationen von Polarforschern das Leben kostete, ist heute auf Expeditionsschiffen passierbar. Lange Routen, selten geplant, immer ausgebucht.

Atlantische Inseln: Tristan da Cunha, St. Helena und Kap Verde

Zwischen den Polen liegen Inseln, zu denen kaum jemand kommt, weil kaum jemand weiß, wie man hinkommt. Oceanwide weiß es.

Tristan da Cunha ist die abgelegenste bewohnte Insel der Welt: 2.787 Kilometer vom nächsten Kontinent entfernt. Kein Flughafen. Kein regulärer Schiffsverkehr. Die einzige Möglichkeit, dorthin zu gelangen, ist genau das Format, für das Oceanwide gebaut wurde.

St. Helena ist die Insel, auf die Napoleon verbannt wurde und auf der er starb. Heute noch schwer zu erreichen, historisch aufgeladen und von einer Natur umgeben, die sich von der Isolation erholt hat.

Kap Verde taucht auf atlantischen Repositionierungs- und Transitrouten auf, oft als Zwischenhalt auf dem Weg zwischen Europa und den polaren Regionen der südlichen Hemisphäre.

Weddellmeer: Das letzte wirklich Unbekannte

Das Weddellmeer verdient eine eigene Kategorie. Es ist nicht einfach eine Route, es ist ein anderes Antarktis-Erlebnis. Eisberge von der Größe belgischer Provinzen treiben hier. Das Schelf-Eis reicht weiter nach Norden als irgendwo sonst. Im Februar 2026 stellte der MS Ortelius hier einen neuen Rekord für die südlichste von einem Nicht-Eisbrecher je erreichte Breitengrade auf. Das ist kein Marketingdetail: Es ist die Konsequenz aus 30 Jahren Erfahrung, dem richtigen Schiff und dem richtigen Timing.

FAQ

1. Gibt es auf meiner Expedition einen Dresscode?

Nein. Die Atmosphäre an Bord ist durchgehend ungezwungen. Tagsüber gilt praktische, bequeme Kleidung als Standard, robuste Schuhe mit rutschfester Sohle für die Außendecks und Landgänge sind sinnvoll. Abends ist gepflegte Freizeitkleidung erwünscht, aber weder formelle Abendgarderobe noch Smoking sind jemals nötig. Die Empfehlung: Zwiebelprinzip, weil die Temperaturen zwischen Schiffsinnenraum und Außendeck erheblich differieren können.

Ja. Alle Zodiac-Landgänge, Zodiac-Cruises und Shore Excursions sind im Reisepreis inbegriffen. Das gilt ebenso für alle Mahlzeiten, Snacks, Kaffee und Tee sowie das komplette Vortrags- und Bildungsprogramm des Expeditionsteams. Auf Polarreisen erhalten Gäste zudem Gummistiefel und Schneeschuhe zur Leihgabe. Alkoholische Getränke und Softdrinks werden separat berechnet.

Die Arbeitssprache an Bord ist Englisch. Das Expeditionsteam setzt sich aus internationalen Naturforschern, Biologen, Geologen, Glaziologen, Ornithologen und Polarhistorikern zusammen. Vorträge und Briefings finden auf Englisch statt. Auf Reisen mit hohem deutschsprachigem Gästeanteil können deutschsprachige Guides an Bord sein.

Alle Motorschiffe der Flotte führen mehrere Zodiacs mit, die schnelle und gleichzeitige Landgänge für alle Gäste ermöglichen. Die maximale Passagierzahl bei Polarreisen beträgt je nach Schiff 108 (MS Plancius und MS Ortelius) oder 174 (MS Hondius). Gemäß IAATO-Richtlinien dürfen in der Antarktis maximal 100 Personen gleichzeitig an Land sein, was bei MS Plancius und MS Ortelius bedeutet, dass praktisch alle Gäste in einem einzigen Rotationsdurchgang landen können. Routen und Landgangspunkte werden täglich vom Kapitän und dem Expeditionsleiter gemeinsam festgelegt, abhängig von Eislage, Wetter und Tierwild-Aktivität.

Ja. Oceanwide Expeditions begrüßt Alleinreisende ausdrücklich. Das gängige Modell ist die Buchung eines einzelnen Platzes in einer Doppelkabine mit einem Mitreisenden gleichen Geschlechts. Wer die Kabine für sich allein beanspruchen möchte, zahlt einen Einzelkabinenaufschlag. Wenn eine gebuchte Doppelkabine mangels Mitreisender nicht geteilt werden kann, wird kein zusätzlicher Zuschlag erhoben. Auf Anfrage informiert Oceanwide über aktuelle Verfügbarkeiten für Alleinreisende.

Die Schiffe operieren unter strengen internationalen maritimen Sicherheitsstandards. Jede Reise ist mit hochqualifizierten nautischen Offizieren, Expeditionsleitern und qualifiziertem medizinischem Personal besetzt, das rund um die Uhr verfügbar ist.

Trinkgelder sind eine persönliche Entscheidung. Am Ende der Reise wird ein gemeinsamer Trinkgeld-Topf für die gesamte Schiffsbesatzung gesammelt. Oceanwide empfiehlt als Richtwert 10 bis 15 Euro oder US-Dollar pro Person und Tag. Detaillierte Hinweise erhalten Gäste an Bord.

Unsere persönliche Flotte – Schiffe, die wir erkundet haben