Ahoi, Entdecker! Welchen Hafen suchst du heute? Gib hier deinen Suchbegriff ein – wir setzen sofort die Segel!

Ahoi, Entdecker! Welchen Hafen suchst du heute? Gib hier deinen Suchbegriff ein – wir setzen sofort die Segel!

TUI Cruises Neubauten: Wechseln Mein Schiff 3 und 4 zu Marella Cruises?

geschrieben von

am

Heckansicht der Mein Schiff 4

TUI Cruises hat mit der Bestellung von zwei neuen Kreuzfahrtschiffen bei Fincantieri erneut ein deutliches Zeichen für Wachstum gesetzt. Die Neubauten sollen 2030 und 2032 ausgeliefert werden und gehören zur modernen InTUItion-Klasse, zu der auch die Mein Schiff Relax zählt, die 2025 in Dienst gestellt wird. Doch während viele Fans über den Ausbau der sogenannten Wohlfühlflotte jubeln, kursieren inzwischen Gerüchte, dass die beiden ältesten Schiffe der Flotte, Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4, in den kommenden Jahren möglicherweise an die britische Schwestermarke Marella Cruises übergehen könnten.

Diese Spekulation wirft Fragen auf: Wird die Mein-Schiff-Flotte tatsächlich auf elf Schiffe wachsen, oder ersetzen die Neubauten schlicht ältere Einheiten? Und wie realistisch ist ein Wechsel zu Marella Cruises wirklich?


Zwei Neubauten bei Fincantieri – strategisches Wachstum oder Flottenumbau?

Die jüngste Bestellung bei Fincantieri umfasst zwei Schiffe mit Auslieferung für die Jahre 2030 und 2032. Damit könnten die Neubauten theoretisch die Flotte von TUI Cruises bis Anfang der 2030er Jahre auf insgesamt elf Schiffe erweitern. Offiziell wurde das Wachstum bisher jedoch nicht bestätigt.

Interessant ist, dass die Ankündigung der Neubauten nicht von TUI Cruises selbst, sondern von der TUI AG und der Werft Fincantieri kommuniziert wurde. Das deutet darauf hin, dass sich die deutsche Reederei mit der genauen Positionierung der Schiffe noch Zeit lässt.

Gerüchte besagen, dass die beiden neuen Schiffe nicht zusätzlich, sondern als Ersatz für Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4 in Dienst gestellt werden könnten. Damit würde TUI Cruises seine Flotte modernisieren, ohne ihre Größe wesentlich zu erweitern.


Die ältesten Schiffe der Flotte rücken in den Fokus

Die Mein Schiff 3 wurde 2014 und die Mein Schiff 4 im Jahr 2015 in Dienst gestellt. Beide Schiffe stammen aus der finnischen Werft Meyer Turku und markieren den Beginn der modernen Wohlfühlflotte. Sie zeichnen sich durch ihr überdachtes Pooldeck, die großzügigen Balkonkabinen und das bekannte Premium-All-Inclusive-Konzept aus.

Obwohl die beiden Schiffe erst rund 15 Jahre alt wären, wenn die Neubauten 2030 bzw. 2032 ausgeliefert werden, wäre ein Wechsel zu einer anderen Marke denkbar. Im internationalen Kreuzfahrtgeschäft ist es üblich, Schiffe nach 15 bis 20 Jahren an Schwestermarken innerhalb eines Konzerns weiterzugeben, um die jeweilige Flotte zu modernisieren.


Marella Cruises als logischer Empfänger?

Für viele Branchenbeobachter wäre Marella Cruises der naheliegende neue Betreiber. Die britische TUI-Marke betreibt aktuell fünf Kreuzfahrtschiffe, allesamt ältere Einheiten, die ursprünglich für andere Reedereien gebaut wurden:

  • Marella Discovery (1996, ex-Splendour of the Seas)
  • Marella Discovery 2 (1995, ex-Legend of the Seas)
  • Marella Explorer (1996, ex-Galaxy, später Mein Schiff 1)
  • Marella Explorer 2 (1995, ex-Century)
  • Marella Voyager (1997, ex-Mercury, später Mein Schiff 2 / Mein Schiff Herz)

Bis Anfang der 2030er Jahre werden diese Schiffe über 30 Jahre alt sein. Damit nähern sie sich dem üblichen Zeitpunkt für eine Außerdienststellung. Während der Corona-Pandemie wurden viele Schiffe dieser Generation bereits verschrottet, insbesondere im Carnival-Konzern.

Marella Cruises benötigt also dringend Ersatzschiffe, um langfristig konkurrenzfähig zu bleiben. Die Übergabe der Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4 wäre daher nicht nur wirtschaftlich sinnvoll, sondern auch logistisch plausibel.


Warum ein früher Wechsel eher unwahrscheinlich sein könnte

Gegen einen Wechsel spricht die Tatsache, dass Kreuzfahrtschiffe in der Regel zwischen 20 und 30 Jahre lang für ihre Erstreederei im Einsatz bleiben. Ein Verkauf oder eine Umflaggung nach nur 15 Jahren wäre vergleichsweise früh.

Zudem sind Mein Schiff 3 und 4 bei den Gästen sehr beliebt. Viele Stammgäste schätzen die kompakten, gut strukturierten Decks, das überdachte Pooldeck und das bewährte Konzept, das sich von den größeren Neubauten leicht unterscheidet.

Auch aus betriebswirtschaftlicher Sicht ist fraglich, ob TUI Cruises zwei funktional einwandfreie Schiffe bereits so früh abgeben würde. Die Schiffe befinden sich in gutem Zustand und bieten noch über ein Jahrzehnt wirtschaftlich sinnvoller Nutzung.


Strategische Hintergründe zwischen TUI und Royal Caribbean

Die Entscheidung über die langfristige Flottenstrategie dürfte letztlich in den Chefetagen der TUI AG und der Royal Caribbean Group fallen, die TUI Cruises als Joint Venture betreiben.

Marella Cruises ist vollständig im Besitz der britischen TUI Group, während TUI Cruises das deutsche Pendant im Premiumsegment darstellt. Durch einen Tausch von Schiffen innerhalb des Konzerns könnten beide Marken ihre Marktposition halten, ohne neue Kapazitäten außerhalb der Unternehmensgruppe schaffen zu müssen.

Gleichzeitig könnte Royal Caribbean auf der internationalen Bühne Synergieeffekte erzielen, etwa bei Werftaufträgen, Ersatzteilen und technischer Wartung.


Zukunftsausblick: Modernisierung statt Expansion

Sollten Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4 tatsächlich an Marella Cruises übergehen, wäre dies keine Reduzierung, sondern Teil eines langfristigen Modernisierungsplans. TUI Cruises würde sich durch die neuen InTUItion-Schiffe noch stärker auf nachhaltige, energieeffiziente Kreuzfahrten konzentrieren.

Die Neubauten sollen mit modernster Technologie ausgestattet sein, um den Treibstoffverbrauch zu senken und den CO₂-Ausstoß zu reduzieren. Damit folgt TUI Cruises dem Branchentrend hin zu umweltfreundlicheren Antrieben und effizienteren Bordkonzepten.

Langfristig ist sogar denkbar, dass weitere Neubauten folgen. Brancheninsider vermuten, dass nach 2032 noch mindestens zwei weitere Schiffe die Mein Schiff 5 und Mein Schiff 6 ablösen könnten. Damit wäre ein vollständiger Generationenwechsel bis Mitte der 2030er Jahre vollzogen.


Wahrscheinliches Szenario mit offenen Fragen

Ob Mein Schiff 3 und Mein Schiff 4 wirklich zu Marella Cruises wechseln, bleibt offiziell unbestätigt. Die Logik spricht allerdings klar dafür:

  • Die britische Flotte ist veraltet und benötigt Ersatz.
  • Die deutschen Schiffe passen zeitlich und technisch perfekt ins Konzept.
  • TUI Cruises modernisiert seine Flotte ohnehin sukzessive.

Gleichzeitig spricht der derzeitige gute Zustand der Schiffe sowie ihre Beliebtheit bei deutschen Gästen gegen eine allzu frühe Übergabe. Es bleibt also spannend, wie sich TUI Cruises strategisch positioniert.

Fest steht: Die kommenden Jahre werden entscheidend für die Zukunft der Wohlfühlflotte sein. Ob Wachstum, Umbau oder Flottenrotation – TUI Cruises steuert klar auf eine neue Ära zu.