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Titanic II: Nachbau verschiebt sich um fünf weitere Jahre

Der Titanic-II-Nachbau lässt weiter auf sich warten: Clive Palmer rechnet nun frühestens in fünf Jahren mit der Fertigstellung – der ursprünglich für 2027 geplante Termin ist damit Geschichte. Seit der ersten Ankündigung im Jahr 2012 hat sich das Projekt damit bereits mehrfach verschoben.

Die originale Titanic auf dem Meer

Bilduntertitel: Die „echte“ Titanic

Das Projekt Titanic II verzögert sich erneut erheblich. Der australische Milliardär Clive Palmer, der den Bau eines originalgetreuen Nachbaus der RMS Titanic bereits im April 2012 angekündigt hatte, erklärte im März 2026 in einem Fernsehauftritt, dass er mit einer Fertigstellung des Schiffes frühestens in fünf Jahren rechne. Der ursprünglich für 2027 geplante Jungfernfahrttermin ist damit nicht zu halten. Es ist nicht das erste Mal, dass sich das Projekt verschiebt: Ursprünglich sollte die Titanic II bereits 2018 in Dienst gestellt werden.

Werftkapazitäten als zentrales Problem

Als Hauptgrund für die aktuelle Verzögerung nannte Palmer die angespannte Kapazitätssituation in europäischen Werften. Nach der Covid-19-Pandemie habe der Kreuzfahrtneubau einen starken Aufschwung erlebt, was zu Wartezeiten von rund fünf Jahren für Neubauprojekte geführt habe. Sein Team suche derzeit in Europa nach geeigneten Werften, die den Bau übernehmen können. Hinzu kamen in der Vergangenheit aufwendige Sicherheitsmodifikationen, die das Designverfahren auf insgesamt sieben Jahre ausgedehnt hätten. Palmer erklärte, man habe ursprünglich mit drei bis vier Jahren für Design und Bau gerechnet, tatsächlich habe allein die Designphase fünf bis sechs Jahre in Anspruch genommen.

Technische Daten und geplante Ausstattung

Die Titanic II soll von der Reederei Blue Star Line betrieben werden und wird nach Unternehmensangaben 2.435 Passagiere und 900 Crewmitglieder aufnehmen können. Das Schiff verfügt über 840 Kabinen sowie Unterkunftskategorien in erster, zweiter und dritter Klasse, analog zum historischen Vorbild. Zu den geplanten Einrichtungen zählen ein Edwardianisches Gymnasium, türkische Bäder, ein Rauchersalon und eine große Treppe, die aus der Verfilmung von James Cameron aus dem Jahr 1997 bekannt ist.

Gegenüber dem Original ist die Titanic II um rund vier Meter breiter ausgelegt, was nach Unternehmensangaben die strukturelle Stabilität verbessern und die Sicherheit erhöhen soll. Zudem wurden die Sichtlinien des Kapitäns über den Bug verbessert sowie ein zusätzliches Sicherheitsdeck mit Notfallausrüstung und Rettungsbooten eingeplant. Das Schiff soll damit die konstruktiven Schwachstellen des Originals beheben.

Geplante Route und Finanzierung

Die Jungfernfahrt der Titanic II soll nach bisherigen Plänen die Originalroute des Schiffes nachbilden: Abfahrt in Southampton, Zwischenstopp in Cherbourg und anschließend die Überquerung des Atlantiks nach New York. Das Projekt soll nach Palmers Angaben zwischen 300 und 400 Millionen Pfund kosten. Auf die Frage nach der Finanzierung erklärte Palmer, er verfüge über genügend Mittel, um die Titanic zehnmal zu bauen.

Tickets sind bislang nicht erhältlich. Blue Star Line teilte mit, dass Preise und Buchungsmöglichkeiten zu einem späteren Zeitpunkt auf der Unternehmenswebsite veröffentlicht werden. Ein konkreter neuer Zeitplan für Baubeginn und Fertigstellung wurde nicht kommuniziert.

Hintergrund: Die originale Titanic

Die RMS Titanic sank am 15. April 1912 nach einer Kollision mit einem Eisberg in der Nacht von Sonntag auf Montag im Nordatlantik. Das Schiff befand sich auf seiner Jungfernfahrt von Southampton nach New York und war erst vier Tage zuvor ausgelaufen. Beim Untergang kamen nach historischen Angaben mehr als 1.500 Menschen ums Leben. Es zählt damit zu den schwersten Schiffskatastrophen der zivilen Seefahrtsgeschichte. Der Bau des Originals hatte in Belfast stattgefunden, am dortigen Harland & Wolff-Werftgelände.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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