Vom 1. bis 14. März 2026 liegt die Victoria I der Reederei Tallink im Trockendock im finnischen Naantali. Was auf den ersten Blick nach einer technischen Routineangelegenheit klingt, ist in Wirklichkeit ein präzise geplantes Großprojekt, das zeigt, wie viel Aufwand hinter dem reibungslosen Betrieb einer modernen Passagierfähre steckt.
Wer regelmäßig zwischen Tallinn und Helsinki pendelt, kennt die Victoria I gut. Das Schiff gehört seit 2004 zum festen Bestand der Tallink-Flotte und verbindet die estnische und die finnische Hauptstadt im Taktbetrieb. Zuverlässig, komfortabel, routiniert. Was Passagiere dabei kaum wahrnehmen: Damit ein Schiff diesen Takt dauerhaft halten kann, braucht es regelmäßige Auszeiten, und die haben es in sich.
Was im Trockendock auf die Victoria I wartet
Im Trockendock von Naantali stehen in den zwei Wochen gleich mehrere Arbeitspakete auf dem Programm, die im regulären Betrieb schlicht nicht möglich wären.
Der größte Teil der Arbeiten betrifft den Unterwasserrumpf. Was von außen unsichtbar bleibt, ist für die Effizienz eines Schiffes entscheidend: die Beschichtung des Rumpfes unter der Wasserlinie. Sie reduziert den Reibungswiderstand im Wasser und sorgt dafür, dass das Schiff seinen Treibstoffverbrauch im Rahmen hält. Mit der Zeit lässt diese Schutzwirkung nach, Bewuchs und mechanische Belastungen tun ihr Übriges. Im Trockendock wird die Beschichtung gereinigt, abgetragen und vollständig erneuert, ein Prozess, der präzise Handwerksarbeit erfordert und nur möglich ist, wenn das Schiff vollständig aus dem Wasser gehoben wird.
Parallel dazu werden Seekühlwasserleitungen und Ventile erneuert. Diese Systeme sind für den Betrieb der Kühlung an Bord essenziell und können nur bei trockenem Rumpf gewartet oder getauscht werden. Auch hier gilt: Wartungsaufschübe sind keine Option, wenn ein Schiff täglich in Betrieb ist.
Der neue Eingang auf Deck 7
Das für Passagiere sichtbarste Projekt dieser Werftzeit ist ein neuer zusätzlicher Fahrgasteingang auf Deck 7. Er klingt unspektakulär, hat aber einen konkreten strategischen Hintergrund.
Der Hafen Helsinki plant in den kommenden Jahren umfangreiche Renovierungs- und Infrastrukturarbeiten im West Harbour. Für diese Baumaßnahmen werden zusätzliche Kai- und Liegeplatzflächen benötigt, was bedeutet, dass die Victoria I künftig an einem anderen Anleger festmachen wird. Damit das reibungslos funktioniert, muss das Schiff mit einem passenden Eingang ausgestattet sein. Der Umbau auf Deck 7 schafft genau diese Voraussetzung und ist damit kein Komfortprojekt, sondern eine betriebliche Notwendigkeit mit Weitblick.
Wer die Route übernimmt: MyStar und Megastar
Während die Victoria I in Naantali liegt, übernehmen die MyStar und die Megastar den Linienbetrieb zwischen Tallinn und Helsinki. Beide Schiffe sind im Fast-Ferry-Betrieb unterwegs und werden nahezu vollständig mit Biokraftstoff betrieben, ein Hinweis auf den Nachhaltigkeitskurs, den Tallink in den vergangenen Jahren konsequent verfolgt. Für Reisende auf der Ostseeroute ändert sich im Alltag kaum etwas. Die Überfahrt bleibt, die Victoria I ist eben kurz anderweitig beschäftigt.
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Die moderne Victoria I von Tallink verkehrt regelmäßig zwischen Stockholm (Schweden), Tallinn (Estland), Helsinki (Finnland) – eine bequeme Direktverbindung über die Ostsee für Reisende mit oder ohne Fahrzeug. Wenn du nach Fahrplänen, Preisen und sofort buchbaren Tickets suchst, wirst du bei Direct Ferries fündig:
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Pflicht und Anspruch: Warum Schiffe regelmäßig ins Dock müssen
Trockendocks sind kein freiwilliges Komfortprogramm für Reedereien, sondern internationale Vorschrift. Passagierschiffe müssen mindestens zweimal innerhalb von fünf Jahren in ein Trockendock, so schreibt es das internationale Seerecht vor. Dahinter steht eine einfache Logik: Anders als bei Fahrzeugen an Land ist der Rumpf eines Schiffes dauerhaft Wasser, Salz, Druck und biologischem Bewuchs ausgesetzt. Schäden, die sich über Monate unbemerkt aufbauen, können im schlimmsten Fall zu Sicherheitsrisiken werden.
Tallink geht nach eigenen Angaben über diese gesetzlichen Mindestanforderungen hinaus und legt eigene technische und sicherheitstechnische Standards zugrunde. Das mag wie eine Selbstverständlichkeit klingen, ist es aber nicht: Trockendockzeiten sind teuer, das Schiff ist außer Betrieb, Einnahmen fallen aus. Reedereien, die hier über das Pflichtmaß hinausgehen, investieren bewusst in Langlebigkeit und Betriebssicherheit.
Die Victoria I: Ein Schiff, das seinen Job kennt
Die Victoria I wurde 2004 bei Aker Finnyards im finnischen Rauma gebaut und ist seitdem ein verlässlicher Teil der Tallink-Flotte. Mit einer Länge von 192,9 Metern und einer Breite von 29 Metern gehört sie zu den größeren Fähren auf der Ostsee, ohne dabei in die Kategorie der gigantischen Kreuzfähren zu fallen. Bei einer Dienstgeschwindigkeit von 22 Knoten bewältigt sie die Route zwischen Tallinn und Helsinki in einem für Pendler und Kurzurlauber angenehmen Zeitrahmen.
An Bord finden bis zu 2.500 Passagiere Platz, verteilt auf 739 Kabinen sowie eine Reihe von Gemeinschaftsbereichen: mehrere Restaurant- und Unterhaltungsflächen, Einkaufsmöglichkeiten, Saunen, ein Konferenzzentrum und einen Kinderbereich. Die Victoria I ist damit kein reines Transportmittel, sondern ein Schiff, das für Kurzreisen und Tagesausflüge zwischen den beiden Hauptstädten konzipiert ist und diesen Anspruch seit über zwei Jahrzehnten erfüllt.
Rückkehr am 15. März
Die Werftzeit dauert vom 1. bis 14. März 2026. Danach kehrt die Victoria I in den regulären Linienbetrieb zurück. Die erste planmäßige Abfahrt nach der Werftzeit ist für den 15. März 2026 um 18:35 Uhr ab Helsinki in Richtung Tallinn vorgesehen.
Für Reisende, die in diesem Zeitraum die Route nutzen möchten, lohnt sich ein Blick auf die Buchungsoptionen der MyStar und Megastar. Beide Schiffe bieten auf der Strecke den gewohnten Tallink-Standard und sorgen dafür, dass die Verbindung zwischen Estland und Finnland auch während der Wartungsphase zuverlässig bleibt.















