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Tallink verchartert Superfast IX – Hibernia Line plant neue Route

Tallink verchartert die Superfast IX ab Mai 2026 für drei Jahre an einen neuen Betreiber, der Berichten zufolge eine direkte Fährverbindung zwischen Cork und Boulogne-sur-Mer plant. Auf der bisherigen Route Paldiski–Kapellskär sucht Tallink nach einem kleineren, besser geeigneten Ersatzschiff.

Blick auf die Superfast IX von Tallink

Die estnische Fährreederei Tallink Grupp hat einen Bareboat-Chartervertrag für die Superfast IX unterzeichnet. Das Schiff verlässt ab 1. Mai 2026 die Tallink-Flotte und wird für 36 Monate verchartert. Der Vertrag enthält Optionen auf zweimalige Verlängerung um je zwölf Monate sowie eine Kaufoption für den Charterer.

Wohin die Superfast IX geht

Laut Branchenberichten gilt Hibernia Line als wahrscheinlicher Charterer, eine offizielle Bestätigung durch Tallink steht jedoch aus. Hibernia Line plant eine direkte Verbindung zwischen Cork (Ringaskiddy) in Irland und Boulogne-sur-Mer in Frankreich – eine Route, die besonders für irische Fracht- und Passagierverkehre interessant ist, da sie die britische Landbrücke umgeht. Geplant sind sechs Abfahrten pro Woche in beide Richtungen, mit Platz für Passagiere mit Fahrzeugen und Frachtverkehr.

CEO Paavo Nõgene erklärt die Entscheidung pragmatisch: Die Superfast IX hat aufgrund ihrer hohen Passagierkapazität nicht das richtige Profil für die Route Paldiski–Kapellskär zwischen Estland und Schweden. Der Chartervertrag sichert dem Unternehmen einen stabilen Cashflow, ohne das Geschäftsvolumen zu verringern. Tallink betont ausdrücklich, die Paldiski–Kapellskär-Route nicht aufgeben zu wollen – man suche lediglich ein Ersatzschiff mit geeigneterer Größe und Konfiguration.

Vor der Übergabe am 1. Mai in Tallinn durchläuft die Superfast IX vom 3. bis 18. April eine planmäßige Wartung in der Turku Repair Yard in Naantali, Finnland. Bis dahin bleibt das Schiff auf der Baltikum-Route im Einsatz.

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Das Schiff: Superfast IX mit bewegter Geschichte

Die Superfast IX wurde 2002 gebaut und blickt auf einen vielgereisten Lebenslauf zurück. Nach ihren frühen Jahren im Mittelmeer wechselte sie in den Ostseedienst. Besonders interessant: Das Schiff verbrachte 15 Jahre als Atlantic Vision bei der kanadischen Fährgesellschaft Marine Atlantic, bevor es 2025 zu Tallink zurückkehrte. Seit der Rückkehr war es auf der Paldiski–Kapellskär-Route eingesetzt – als Überbrückungslösung, nachdem Tallink die Fähre Star I an die irische Irish Continental Group verkauft hatte. Nun wechselt die Superfast IX erneut den Einsatzort und möglicherweise auch dauerhaft den Besitzer, falls die Kaufoption gezogen wird.

Neue irische Fährverbindung mit europäischer Bedeutung

Sollte Hibernia Line wie geplant die Route zwischen Cork und Boulogne-sur-Mer aufnehmen, wäre das eine strategisch relevante Ergänzung für den irischen Fährmarkt. Seit dem Brexit suchen irische Verlader und Passagiere verstärkt nach direkten Verbindungen zum europäischen Kontinent, um Verzögerungen und bürokratischen Aufwand an britischen Grenzen zu vermeiden. Die sogenannte Celtic Interconnector-Strategie – direkte Verbindungen zwischen Irland und dem europäischen Festland – hat in den vergangenen Jahren deutlich an Bedeutung gewonnen. Ob Hibernia Line diesen Plan tatsächlich umsetzt und wann genau die Route startet, bleibt abzuwarten.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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