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Strategische Expansion im Fernen Osten: Russland subventioniert neue Kreuzfahrtlinie mit Ex-AIDAvita

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Die AIDAvita beim Dienst bei AIDA Cruises vor Blue Dream Cruises

 Die Blue Dream Melody als AIDAvita I Bildrechte: © Aline Dassel 

Die russische Regierung forciert den Ausbau des Tourismus im Fernen Osten. Wie das Ministerium für die Entwicklung des russischen Fernen Ostens bekannt gab, soll bereits im Frühjahr 2026 eine neue staatlich geförderte Kreuzfahrtlinie den Betrieb aufnehmen. Das ehrgeizige Projekt mit dem Namen „Pacific Cruise“ zielt darauf ab, jährlich über 50.000 Gäste in die entlegenen Regionen Sakhalin, Kamtschatka und zu den Kurilen zu locken.

Die Rückkehr eines Klassikers: Von der Blue Dream Melody zur Astoria Nova

Im Zentrum der Pläne steht ein Schiff mit einer bewegten Geschichte: die Blue Dream Melody. Nachdem die chinesische Reederei Blue Dream Cruises erst vor wenigen Tagen (zum 4. Januar 2026) aufgrund mangelnder Nachfrage und finanzieller Probleme ihren Betrieb einstellen musste, steht das Schiff nun vor einem erneuten Besitzerwechsel.

Branchenberichten zufolge wird das Schiff, das viele deutsche Fans noch als die legendäre AIDAvita in Erinnerung haben, nach Russland verkauft. Dort soll es unter dem Namen Astoria Nova das Flaggschiff der neuen Pazifik-Route werden. Damit folgt die Reederei dem Modell der Astoria Grande (ehemals AIDAcara), die bereits erfolgreich von Sotschi aus im Schwarzen Meer operiert.

Staatliche Unterstützung für den „Pazifik-Express“

Das Projekt wird massiv vom russischen Staat subventioniert. Ziel ist es, die touristische Infrastruktur in der Region Wladiwostok und Primorje nachhaltig zu stärken. Oleg Koschemjako, Gouverneur der Region Primorje, erklärte, dass die Idee für eine solche Linie seit zehn Jahren gereift sei und nun endlich Gestalt annehme.

Zu den wichtigsten Fakten des neuen Betriebs gehören:

  • Investoren-Netzwerk: Neben privaten Investoren wie JSC KS-Strategic Alliance sind auch staatliche Größen wie Rosmorport und Sovcomflot involviert.
  • Modernisierung: Das Schiff, mit Diesel-Elektrik Antrieb und Baujahr 2002, bietet Platz für ca. 1.200 bis 1.400 Gäste und verfügt über einen Theatersaal mit 1.000 Plätzen, acht Themen-Bars sowie ein umfangreiches Wellness-Zentrum.
  • Wirtschaftlichkeit: Experten rechnen mit einer Amortisationszeit von etwa acht bis neun Jahren.

Die Routen: Expeditionen zu den Kurilen und Kamtschatka

Die geplanten 10- bis 12-tägigen Kreuzfahrten starten in Wladiwostok und führen über Korsakow (Sakhalin) tief in die unberührte Natur der Kurilen-Inseln bis nach Petropawlowsk-Kamtschatski.

Zusätzlich werden Expeditionsrouten geprüft, die auch Besuche der Kommandeurinseln und der Insel Tjulenij beinhalten. Das Angebot richtet sich sowohl an den heimischen Markt als auch an internationale Gäste, die für zusätzlichen ökonomischen Impact sorgen sollen.

Hintergrund: Das Ende von Blue Dream Cruises in China

Der Wechsel nach Russland markiert das Ende eines glücklosen Kapitels in China. Blue Dream Cruises kämpfte zuletzt mit einem „Routen-Chaos“ und massiven Buchungsrückgängen. Trotz Dumpingpreisen von unter 100 US-Dollar für Kurzreisen blieben die Kabinen der ehemaligen AIDAvita leer. Während internationale Giganten den chinesischen Markt nach der Pandemie wieder dominieren, konnten sich kleinere Anbieter nicht behaupten.

Für die Astoria Nova (ex AIDAvita) bedeutet der Verkauf nach Russland die Rettung vor der drohenden Auflieger-Zeit oder gar der Verschrottung. Sie tritt nun in die Fußstapfen ihrer Schwesterschiffe und findet – wie die AIDAcara und AIDAaura – eine neue Bestimmung außerhalb der Kussmund-Flotte.