Bildrechte: © Princess Cruises
Die Besatzung des Kreuzfahrtschiffes Sapphire Princess von Princess Cruises hat am 21. April 2026 im Mittelmeer fünf Leichen aus dem Wasser geborgen. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt auf der Fahrt zwischen Cartagena in Spanien und Cagliari auf Sardinien, rund 150 Kilometer von der algerischen Hauptstadt Algier entfernt. Mehrere Medien, darunter t-online, berichten übereinstimmend über den Vorfall.
Rettungsweste als erster Hinweis
Die Entdeckung begann wohl am Abend des 21. April, als Besatzungsmitglieder am Abend eine leuchtend orangefarbene Rettungsweste im Wasser treiben sahen. Der Kapitän wurde sofort informiert und änderte daraufhin den Kurs des Schiffes, während gleichzeitig die Geschwindigkeit gedrosselt wurde. Ein kleines Rettungsboot wurde zu Wasser gelassen.
Die Crew barg zunächst laut Berichten die Leiche eines Mannes. In den darauffolgenden Stunden wurden vier weitere Tote aus dem Meer geborgen und auf das Kreuzfahrtschiff gebracht. Das Schiff legte am folgenden Tag im spanischen Cartagena an, wo die Behörden informiert wurden.
Mutmaßlich verunglückte Migranten
Princess Cruises teilte gegenüber dem Branchenportal Maritime Executive mit, bei den Verstorbenen handele es sich weder um Passagiere noch um Besatzungsmitglieder des Schiffes. Als wahrscheinlich gilt, dass es sich um Migranten handelt, die mit einem kleinen Boot von Algerien aus nach Spanien übersetzen wollten. Noch am selben Nachmittag war vor einer naheliegenden Küste ein Migrantenboot entdeckt worden. Eine gesicherte Faktenlage zur Herkunft der geborgenen Personen liegt zum aktuellen Zeitpunkt nicht vor.
Die Route, auf der sich die Sapphire Princess zum Zeitpunkt der Entdeckung befand, gilt als häufig genutzte Passage für Migrationsboote zwischen Nordafrika und Europa.
Passagiere unter Schock, psychologische Betreuung angeboten
Die Szenen hinterließen Eindruck bei den Passagieren. Ein Augenzeuge, der anonym bleiben wollte, beschrieb die Situation gegenüber dem britischen Medium Mirror: Er habe innerlich gezittert, alle seien geschockt gewesen. Nach Angaben des Berichts wurden den Passagieren psychologische Betreuung angeboten. Die Sapphire Princess hatte zum Zeitpunkt des Vorfalls über 3.000 Passagiere an Bord und befindet sich auf einer zweiwöchigen Reise von Italien nach Dänemark.
Mittelmeer bleibt gefährliche Migrationsroute
Der Vorfall steht im Kontext einer anhaltenden humanitären Krise im Mittelmeer. Nach Angaben der Internationalen Organisation für Migration (IOM) der Vereinten Nationen starben allein im laufenden Jahr bis Anfang April rund 765 Menschen auf der Überfahrt im Mittelmeer, rund 460 mehr als im gleichen Zeitraum des Vorjahres. Migrantenboote sind häufig in schlechtem Zustand und für die offene See nicht ausgelegt, was immer wieder zu tödlichen Unglücken führt.
Sapphire Princess und Princess Cruises
Die Sapphire Princess gehört zur Flotte von Princess Cruises, einer Tochtergesellschaft der Carnival Corporation, dem nach eigenen Angaben größten Kreuzfahrtkonzern der Welt. Zum Konzern gehören unter anderem auch AIDA Cruises, Cunard Line und Costa Crociere.

















