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Royal Caribbean verschärft Regeln für Smart Glasses: Privatsphäre im Fokus

Royal Caribbean schränkt die Nutzung von Smart Glasses mit Kamera- und Mikrofonfunktion in sensiblen Bereichen an Bord ein: Toiletten, Jugendbereiche, Bordkrankenhäuser und Casinos sind ab sofort Verbotszonen. Ein generelles Mitbringverbot gibt es nicht, doch wer auf die Brille als Sehhilfe angewiesen ist, sollte eine zweite klassische Variante einpacken.

Royal Caribbean Logo an der Seite des Schiffes Independence of the Seas Anthem of the Seas smart glas

Die rasante Verbreitung von Wearables wie den Ray-Ban Meta oder Oakley Meta Brillen hat nun offizielle Konsequenzen für Kreuzfahrtpassagiere. Royal Caribbean International (RCI) hat seine Richtlinien für verbotene Gegenstände aktualisiert und schränkt die Nutzung von sogenannten Smart Glasses in sensiblen Bereichen an Bord massiv ein. Damit reagiert die Reederei auf die wachsende Sorge um Datenschutz und die Sicherheit der Gäste.

Wo die „schlauen Brillen“ ab sofort tabu sind

Das Update der Richtlinien zielt spezifisch auf Brillen ab, die über integrierte Audio- und Video-Aufnahmefunktionen verfügen. Um die Privatsphäre von Gästen und Crew zu schützen sowie Sicherheitsrisiken zu minimieren, ist deren Betrieb in folgenden Zonen untersagt:

Das Verbot greift insbesondere dort, wo Diskretion und der Schutz Minderjähriger an oberster Stelle stehen. In öffentlichen Toiletten, den Jugendbereichen (Adventure Ocean), medizinischen Einrichtungen sowie im Casino dürfen die Brillen nicht länger betrieben werden. In den Casinos dient die Maßnahme zudem dem Schutz des Spielbetriebs und der Betrugsprävention.

  • Öffentliche Toiletten: Absolutes Aufnahmeverbot zum Schutz der Intimsphäre.
  • Jugendbereiche (Adventure Ocean): Schutz von Kindern vor unerwünschten Aufnahmen.
  • Medizinische Bereiche: Wahrung des Patientengeheimnisses in den Bordhospitälern.
  • Casinos: Sicherheit des Spielbetriebs und Schutz der Privatsphäre der Spieler.

Trageeinschränkungen und Konsequenzen bei Verstößen

Wichtig für Technik-Liebhaber: Royal Caribbean spricht kein generelles Mitbringverbot aus. Gäste dürfen ihre Smart Glasses weiterhin mit an Bord führen und sie in ihren privaten Kabinen sowie in den meisten allgemeinen Bereichen, wie dem Pooldeck oder der Royal Promenade, nutzen.

Sobald jedoch einer der Sperrbereiche betreten wird, müssen die Geräte ausgeschaltet oder verstaut werden. Besonders wichtig ist dieser Punkt für Passagiere, die Smart Glasses mit Sehstärke nutzen. Die Reederei empfiehlt diesen Gästen dringend, eine zweite, herkömmliche Brille mitzuführen, um in den Verbotszonen die volle Sehkraft zu behalten. Die Verantwortung für die Durchsetzung liegt bei den Sicherheitsbeoffizieren an Bord, die autorisiert sind, Geräte bei Verstößen vorübergehend zu konfiszieren.

Branchentrend: MSC Cruises als Vorreiter

Royal Caribbean folgt mit diesem Schritt einem breiteren Branchentrend. Bereits Ende 2025 hatte MSC Cruises seine Gepäckrichtlinien verschärft und die Nutzung von Smart Glasses sogar in allen öffentlichen Bereichen untersagt. Als Grund wurde das Potenzial für verdeckte Datenaufnahmen angeführt. Es wird erwartet, dass weitere Reedereien nachziehen werden, da moderne Aufnahmegeräte optisch kaum noch von herkömmlichen Brillen zu unterscheiden sind.

Smart Glasses stehen nun auf einer Liste mit anderen verbotenen Gegenständen wie brennbaren Flüssigkeiten, Messern, illegalen Drogen oder Sprengstoffen. Passagiere sollten vor Reiseantritt ihre technische Ausrüstung prüfen, um Unannehmlichkeiten beim Boarding oder während der Fahrt zu vermeiden.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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