Ahoi, Entdecker! Welchen Hafen suchst du heute? Gib hier deinen Suchbegriff ein – wir setzen sofort die Segel!

Ahoi, Entdecker! Welchen Hafen suchst du heute? Gib hier deinen Suchbegriff ein – wir setzen sofort die Segel!

Seltener Gast in Bremerhaven: Queen Mary 2 legt notgedrungen am Containerterminal an

geschrieben von

am

Blick auf die Queen Mary 2 im Hafen

Die Queen Mary 2 von Cunard Line hat am heutigen Montagmorgen einen außerplanmäßigen Erstanlauf in Bremerhaven absolviert. Der Besuch des prestigeträchtigen Oceanliners an der Wesermündung resultierte aus den jüngsten Antriebsproblemen an einer ihrer Azipod Propellergondeln, die den ursprünglich geplanten Aufenthalt im Hamburger Hafen verhinderten. Dieser unvorhergesehene Anlauf sorgt nicht nur für Aufsehen in Bremerhaven, sondern führte auch zu einer ungewöhnlichen logistischen Entscheidung: Das Schiff musste an einem Liegeplatz für Containerschiffe festmachen, da die Gegebenheiten des regulären Kreuzfahrtterminals an der Columbuskaje für das Hochseeschiff nicht geeignet waren.

Die Queen Mary 2 sollte ursprünglich zum letzten Mal in diesem Jahr am Cruise Center Steinwerder in Hamburg liegen. Die Routenänderung war notwendig geworden, um den Zeitplan halbwegs einhalten zu können. Die Fahrt von der Nordsee bis zum Hafen an der Wesermündung ist deutlich kürzer als die zeitaufwändige, mehrstündige Elbpassage nach Hamburg.

Technik und Tiefgang: Ein Liegeplatz-Dilemma

Der Erstanlauf der Queen Mary 2 in Bremerhaven um circa 7 Uhr am Morgen fand am Containerterminal statt. Für das 345 Meter lange Kreuzfahrtschiff war dieser Liegeplatz die einzige praktikable Lösung. Der Grund dafür ist der Tiefgang der Königin der Meere, der knapp über 10 Meter beträgt.

Laut Angaben des Terminalbetreibers können am regulären Kreuzfahrtterminal an der Columbuskaje maximal Schiffe mit einem Tiefgang von 8,80 Metern anlegen. Für den Oceanliner im traditionellen Design der 1930er Jahre, der für die Querung des Nordatlantiks gebaut wurde, wäre dies nicht möglich gewesen. Der Frachthafen hingegen war in der Lage, das riesige Schiff problemlos aufzunehmen.

Logistische Herausforderungen für Gäste

Der ungewöhnliche Liegeplatz erforderte von Cunard Line eine sofortige logistische Lösung für die Passagiere. Der Containerterminal liegt abseits der üblichen touristischen Infrastruktur, weshalb ein Shuttle-Service eingerichtet wurde.

  • Auf- und Absteigende Reisende: Gäste, deren Kreuzfahrten ursprünglich in Hamburg beginnen oder enden sollten, werden mit Bussen an ihr Ziel beziehungsweise zu ihren Anschlüssen in der Hansestadt gebracht. Die Organisation dieses Transfers ist essenziell für die Einhaltung der Reisepläne.
  • Transitgäste: Für Passagiere, die die Stadt Bremerhaven erkunden möchten, arbeitet die Reederei an einem neuen Landausflugsprogramm.

Ein Wermutstropfen für maritime Enthusiasten: Da die Queen Mary 2 am Containerterminal liegt, gibt es kaum gute Möglichkeiten, das Schiff aus der Nähe zu fotografieren und die Hafenmanöver zu beobachten, was bei ihren Anläufen in Hamburg stets ein Publikumsmagnet ist.

Routendetails und Fortsetzung der Reise

Die Queen Mary 2 befindet sich auf einer zwölftägigen Nordeuropa-Kreuzfahrt, die am 7. November in Southampton begann. Vor dem außerplanmäßigen Anlauf in Bremerhaven steuerte das Schiff die norwegischen Häfen Trondheim, Tromsø und Ålesund an. Der Stopp in Bremerhaven dient dem Teilpassagierwechsel, bei dem am Abend des 17. November die Gäste einzelner Reiseabschnitte von Bord gehen und neue Reisende an Bord begrüßt werden.

Die Reise wird nach dem kurzen Aufenthalt in Bremerhaven mit einem Seetag nach Southampton in Südengland fortgesetzt, wo die Route am 19. November enden soll.

Erstanlauf mit Plakettenübergabe

Trotz des improvisierten Anlaufs auf der Frachtseite des Hafens kommt es traditionell zu einer Würdigung des Besuchs. Es wird erwartet, dass anlässlich des Erstanlaufs der Queen Mary 2 in Bremerhaven eine Plakettenübergabe zwischen Vertretern des Schiffes und der Hafenbetreiber stattfindet. Dies ist ein symbolischer Akt, der die maritime Tradition ehrt und die Gastfreundschaft des Hafens zum Ausdruck bringt.

Der Besuch der Queen Mary 2 am Containerterminal ist ein starkes Zeichen dafür, dass die Sicherheit und der logistische Ablauf der Passagiere oberste Priorität haben, selbst wenn dies unkonventionelle Lösungen in einem sonst fremden Hafen erfordert.