Die mexikanische Regierung hat dem Bau der geplanten Privatdestination Perfect Day Mexico in Mexiko von Royal Caribbean International eine endgültige Absage erteilt. Das zuständige Bundesministerium für Umwelt und natürliche Ressourcen SEMARNAT verweigerte die erforderlichen Genehmigungen. Die Entscheidung wurde am 19. Mai 2026 bei einer Pressekonferenz in Mexiko-Stadt bekanntgegeben. Mexikos Präsidentin Claudia Sheinbaum äußerte sich laut der Nachrichtenagentur Reuters ebenfalls dazu und erklärte, die Region weise ein wichtiges ökologisches Gleichgewicht auf und sei für die Korallenriffe von besonderer Bedeutung.
Projekt mit über 800 Millionen US-Dollar Investitionsvolumen gestoppt
Das Projekt Perfect Day Mexico war im Herbst 2024 erstmals angekündigt worden. Royal Caribbean hatte dazu mehr als 80 Hektar Land an der mexikanischen Karibikküste nahe Mahahual erworben, unweit des bestehenden Kreuzfahrthafens Costa Maya. Geplant waren ein eigener Strandabschnitt, ein Wasserpark, Bars, Restaurants, Shops und ein breites Aktivitätenangebot. Die Destination sollte nach dem Vorbild der erfolgreichen Privatinsel Coco Cay auf den Bahamas entwickelt werden und Schiffen der Marken Royal Caribbean International sowie Celebrity Cruises als Anlaufpunkt dienen. Die Eröffnung war für Herbst 2027 vorgesehen.
Royal Caribbean hatte nach Unternehmensangaben bereits 292 Millionen US-Dollar in den Kauf des Kreuzfahrthafens Costa Maya investiert und zusätzlich über 500 Millionen US-Dollar für den Bau der Destination eingeplant. Mit dem Stopp durch die Behörden sind Teile dieser Investitionen hinfällig.
Widerstand aus Bevölkerung und Umweltorganisationen
Bereits im Laufe des Jahres 2025 hatte sich Widerstand gegen das Projekt formiert. Eine Petition auf Change.org gegen den Bau erreichte zuletzt knapp fünf Millionen Unterzeichner. Gegner führten den Schutz küstennaher Mangroven und der Korallenriffe sowie den freien Zugang zum Meer für die lokale Bevölkerung als zentrale Argumente an. Auch Greenpeace hatte Bedenken zur Umweltverträglichkeit des Vorhabens geäußert.
Royal Caribbean: Enttäuscht, aber kein Rechtsstreit
Royal Caribbean kommentierte die Entscheidung gegenüber dem Portal Cruisetricks.de und erklärte, man sei enttäuscht, respektiere aber die Rolle der mexikanischen Umweltbehörden. Das Unternehmen wolle nicht gegen die Entscheidung vorgehen, kündigte jedoch an, in den kommenden Wochen erneut das Gespräch mit Interessengruppen zu suchen, um das Investitionsvorhaben auf andere Weise voranzutreiben. Konkrete Alternativpläne für den Standort wurden nicht genannt.
Privatdestinationen bleiben strategischer Schwerpunkt
Trotz des Rückschlags in Mexiko hält Royal Caribbean an der Expansion eigener Destinationen fest. Neben den etablierten Privatzielen Coco Cay auf den Bahamas und Labadee in Haiti baut die Reederei derzeit eine sogenannte Beach Club Collection auf. Nahe Nassau auf den Bahamas sowie auf Santorin wurden zuletzt erste Royal Beach Clubs eröffnet. Privatdestinationen gelten in der Kreuzfahrtbranche als wirtschaftlich attraktiv, da Reedereien dort Einnahmen aus Gastronomie, Aktivitäten und Ausflügen vollständig selbst vereinnahmen und gleichzeitig Gästen ein kontrolliertes Landgangserlebnis bieten.
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