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Norwegen verschärft Sicherheitsregeln: Fahrverbot für große Kreuzfahrtschiffe bei Sturm ab 2026

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Kreuzfahrtschiff MSC Euribia in einem Hafen in Norwegen

Norwegen verschärft ab 2026 die Sicherheitsregeln für große Kreuzfahrtschiffe entlang seiner sturmgefährdeten Küstenabschnitte. Schiffe über 150 Meter Länge dürfen bestimmte Seegebiete bei Sturmwarnungen ab Beaufort 8 nicht mehr befahren.

Neue Regeln ab 2026

Ab dem 1. Januar 2026 gelten entlang der norwegischen Küste neue Fahrverbote für große Passagierschiffe. Betroffen sind Kreuzfahrtschiffe und andere Passagierschiffe mit einer Länge von mehr als 150 Metern, sobald das norwegische Wetterinstitut Sturm mit durchschnittlichen Windgeschwindigkeiten ab 17,2 m/s (Beaufort 8) meldet.

Gefährliche Küstenabschnitte im Fokus

In diesen Situationen dürfen die Schiffe mehrere besonders exponierte Küstenabschnitte nicht mehr durchfahren. Dazu gehören unter anderem Stad, Hustadvika, Folda, Fugløykalven, Sørøya und der Bereich rund um Honningsvåg, die schon heute für schwierige Navigationsbedingungen und raue See bekannt sind.

Konsequenzen für Reedereien und Routen

Für die Reedereien bedeutet die neue Regelung, dass Routen flexibler geplant werden müssen. Gerade in den Herbst- und Wintermonaten ist verstärkt mit kurzfristigen Umroutungen, Umwegen oder Abfahrtsverschiebungen zu rechnen, wenn Sturmwarnungen ausgesprochen werden.

Ausnahme für Postschiffe

Nicht betroffen sind kleinere Postschiffe wie die von Hurtigruten und Havila, die mit ihrer geringeren Länge unterhalb der 150-Meter-Grenze bleiben. Für die großen Kreuzfahrtriesen setzt Norwegen jedoch ein klares Stoppsignal, sobald die Bedingungen auf See zu kritisch werden.

Hintergrund: der Fall „Viking Sky“

Auslöser für die verschärften Sicherheitsregeln war der Vorfall der „Viking Sky“ im Jahr 2019. Das Kreuzfahrtschiff verlor damals in schwerem Sturm vor Hustadvika zeitweise die Manövrierfähigkeit und trieb gefährlich in Richtung Küste, hunderte Passagiere mussten mit Helikoptern evakuiert werden.

Mehr Sicherheit für Menschen und Küste

Mit den neuen Fahrverboten will Norwegen Risiken für Passagiere und Crew reduzieren und gleichzeitig die Belastung für sensible Küstenregionen verringern. Die Behörden wollen die Auswirkungen der Maßnahmen nach Inkrafttreten genau beobachten und behalten sich vor, die Regeln bei Bedarf nachzujustieren – auch wenn das für Urlauber künftig längere Routen oder Wartezeiten bedeuten kann.