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Sicherheit im Nordatlantik: Norwegen führt Fahrverbot für Kreuzfahrtschiffe bei Sturmwarnung ein

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Hohe Wellen bei Sturm in Norwegen

Norwegen reagiert mit einer weitreichenden Sicherheitsmaßnahme auf die Beinahe-Katastrophe der Viking Sky im Jahr 2019: Ab dem Jahr 2026 wird in mehreren kritischen Küstenabschnitten ein Fahrverbot für große Kreuzfahrtschiffe in Kraft treten, sobald eine offizielle Sturmwarnung mit Windgeschwindigkeiten ab Beaufort 8 vorliegt. Diese neue Vorschrift zielt darauf ab, die Risiken im maritimen Verkehr drastisch zu verringern und die Sicherheit von Passagieren und Besatzung in den besonders gefährlichen Zonen der norwegischen Küste zu erhöhen.

Das norwegische Meteorologische Institut wird die Sturmwarnung aussprechen, wenn stürmische Böen mit einer Geschwindigkeit von Beaufort 8 erreicht werden, was ab 17,2 Meter pro Sekunde beziehungsweise 62 Kilometer pro Stunde (34 Knoten) der Fall ist. Die Beschreibung der Windstärke Beaufort 8 umfasst „ziemlich hohe Wellenberge, deren Köpfe verweht werden, überall Schaumstreifen“.

Die Konsequenz der Beinahe-Katastrophe der Viking Sky

Das neue Fahrverbot ist eine direkte Konsequenz der dramatischen Ereignisse um die Viking Sky im Jahr 2019. Das Kreuzfahrtschiff trieb damals mit 915 Passagieren und 458 Besatzungsmitgliedern an Bord bei schwerem Sturm manövrierunfähig vor der berüchtigten Küste nahe Hustadvika. Ein technisches Problem hatte zum Ausfall der Maschinen geführt.

Der Vorfall legte offen, wie schwierig, wenn nicht sogar unmöglich, eine umfassende Evakuierung unter solchen extremen Wetterbedingungen ist. Die Rettungsversuche dauerten 17 Stunden an, wobei Hubschrauber zum Einsatz kamen. Trotz des langen und gefährlichen Einsatzes konnten damals lediglich 480 der 1.373 Menschen von Bord geholt werden. Die Evakuierung eines havarierten Kreuzfahrtschiffes bei starkem Sturm in diesen kritischen Küstenabschnitten gilt als eines der größten Sicherheitsrisiken überhaupt.

Arve Dimmen, Direktor der norwegischen Küstenverwaltung Kystverket, bekräftigte die Notwendigkeit der Regelung: „Die neuen Vorschriften werden dazu beitragen, Risiken zu verringern und sicherzustellen, dass Reisen auf sichere und verantwortungsvolle Weise durchgeführt werden.“

Details der neuen Vorschriften und Betroffene Zonen

Das Kreuzfahrtverbot bei Sturmwarnung gilt explizit für Kreuzfahrtschiffe ab einer Länge von 150 Metern. Dies schließt die meisten modernen Hochseekreuzfahrtschiffe ein, die die norwegischen Fjorde und Küsten ansteuern.

Betroffen sind Küstenabschnitte in den Bereichen:

  • Stad
  • Hustadvika
  • Folda
  • Fugløykalven
  • Sørøya
  • Honningsvåg

Schiffe, die sich bereits in der betreffenden Zone befinden, wenn eine Sturmwarnung herausgegeben wird, dürfen ihre Fahrt fortsetzen, um den Bereich schnellstmöglich zu verlassen. Schiffe, die sich der Zone nähern, müssen hingegen entweder abwarten oder den betroffenen Küstenabschnitt umfahren.

Ausnahmen und Implikationen für die Reedereien

Das neue Fahrverbot bei Sturm gilt nicht für die Schiffe auf der klassischen norwegischen Küstenroute von Hurtigruten und Havila. Der Grund dafür ist, dass deren Schiffe in der Regel kürzer sind als die in der neuen Vorschrift definierte Mindestlänge von 150 Metern und somit nicht unter diese Regulierung fallen. Diese Ausnahmen sind entscheidend, da die Küstenroute als eine wichtige Versorgungsader Norwegens gilt und die Schiffe dort eine andere Funktion im Linienverkehr erfüllen.

Für die internationalen Reedereien, die Norwegen und das Nordkap ansteuern, bedeutet die Vorschrift eine erhöhte Komplexität in der Routenplanung und im nautischen Risikomanagement. Die Schiffe müssen die Wettervorhersagen des Norwegischen Meteorologischen Instituts noch genauer überwachen, um Verzögerungen oder Abweichungen zu vermeiden. Die Einhaltung der Vorschriften wird die Betriebskosten und den Zeitaufwand für die Routenplanung erhöhen, aber die Sicherheit der Passagiere auf der Nordsee und im Nordatlantik nachhaltig verbessern.

Die Einführung des Fahrverbots ist ein deutliches Signal Norwegens, dass die Umweltbedingungen und die Sicherheit der Menschen in den Vordergrund gestellt werden, auch wenn dies die Abläufe der internationalen Kreuzfahrtindustrie beeinflusst.