Bei einem schweren Brand auf dem Nil ist das Flusskreuzfahrtschiff „Iberotel Crown Empress“ in der Nacht zum Mittwoch, den 29. Oktober 2025, nahe der Stadt Esna (südlich von Luxor) größtenteils zerstört worden. An Bord des Luxusliners befanden sich zum Zeitpunkt des Unglücks rund 220 Personen, darunter zahlreiche internationale Passagiere. Dank des schnellen Eingreifens der Besatzung konnten alle Passagiere unverletzt evakuiert werden. Drei Crewmitglieder erlitten leichte, nicht lebensbedrohliche Verletzungen und wurden medizinisch versorgt.
Das Feuer brach am späten Dienstagabend (Ortszeit) aus und breitete sich rasend schnell über das 110 Meter lange Schiff aus. Augenzeugenberichte und Fotos aus der Region zeigen das Schiff (Textlink zur „Daily Mail“), wie es in voller Länge in Flammen stand. Die Ursache des Feuers ist derzeit Gegenstand behördlicher Ermittlungen, wobei erste Hinweise auf einen möglichen Kurzschluss im Bereich der Küche oder der Bar hindeuten.
Dramatische Evakuierung auf dem Nil
Das Unglück ereignete sich am ersten Tag einer zwölftägigen Nilkreuzfahrt, während das Schiff zwischen Luxor und Edfu unterwegs war. Unmittelbar nach Ausbruch des Feuers gegen 18:15 Uhr Ortszeit leitete die Crew das Notfallprotokoll ein.
Die Besatzung wies die Passagiere an, sich auf dem offenen Oberdeck zu versammeln, und manövrierte das brennende Schiff gezielt an einen Liegeplatz am Ufer nahe Esna. Diese schnelle und entschlossene Reaktion der Crew war ausschlaggebend für die Rettung aller Passagiere.
Die Evakuierung erfolgte teilweise über die Gangway, da das Feuer im unteren Schiffsbereich schnell voranschritt und Rauch sich ausbreitete. Zusätzlich mussten andere Passagiere mithilfe von kleineren, herbeigerufenen Booten ans Ufer gebracht werden. Trotz der dramatischen Situation und der vollständigen Zerstörung der Kabinen konnte der Verlust von Menschenleben verhindert werden. Drei Besatzungsmitglieder, deren Verletzungen nicht näher spezifiziert wurden, wurden zur Behandlung in ein Krankenhaus gebracht.
Internationale Betroffenheit und logistische Herausforderungen
An Bord der 2004 in Dienst gestellten und zuletzt 2019 renovierten „Iberotel Crown Empress“ befanden sich Gäste verschiedener Nationalitäten. Italienische Stellen bestätigten, dass sich mindestens 80 italienische Staatsbürger unter den Evakuierten befanden, denen es den Umständen entsprechend gut gehe. Auch die Präsenz von etwa 30 belgischen Reisenden wurde gemeldet. Das italienische Konsulat in Kairo entsandte umgehend Vertreter nach Luxor, um die logistische Unterstützung der Betroffenen sicherzustellen.
Die größte Herausforderung für die Reisenden ist der vollständige Verlust ihres Reisegepäcks und wichtiger Dokumente in den ausgebrannten Kabinen.
- Ersatzdokumente: Die italienischen Behörden konzentrieren sich primär auf die zügige Ausstellung behelfsmäßiger Reisepässe, damit ihre Bürger die Heimreise antreten oder die Reise fortsetzen können.
- Fortsetzung der Kreuzfahrt: Einige betroffene Reisegruppen konnten ihre Kreuzfahrt bereits auf Ersatzschiffen – darunter die „Nile Crown“ – fortsetzen. Dies stellt die Reiseveranstalter jedoch vor immense logistische Aufgaben, da die Gäste ohne persönliche Gegenstände und Kleidung weiterreisen müssen. Die Branche arbeitet nun daran, diesen Betroffenen schnellstmöglich finanzielle Unterstützung und Ersatzbeschaffungen zu ermöglichen.
Ursachenforschung und Sicherheitsdebatte
Die ägyptischen Behörden haben unverzüglich Ermittlungen zur Ursache des Unglücks aufgenommen.
Ersten Meldungen zufolge könnte das Feuer im Küchenbereich (oder der Bar) ausgebrochen sein und sich aufgrund der Bauweise des Flussschiffs rasant ausgebreitet haben. Die Möglichkeit eines technischen Defekts, wie etwa eines Kurzschlusses, wird als wahrscheinlichster Auslöser betrachtet, auch wenn eine abschließende technische Begutachtung noch aussteht.
Der Vorfall auf der „Iberotel Crown Empress“, die Platz für bis zu 234 Passagiere in 128 Kabinen bot, lenkt erneut die Aufmerksamkeit auf die Brandschutzbestimmungen und Sicherheitsstandards auf den Flusskreuzfahrtschiffen, die auf dem Nil verkehren. Die rasche Brandausbreitung verdeutlicht die Notwendigkeit robuster Sicherheitsprotokolle und schneller Reaktionszeiten der Besatzung, um solche Katastrophen zu verhindern und zu bewältigen.
Derzeit bleibt das Schicksal der „Iberotel Crown Empress“ ungewiss; sie ist vorübergehend außer Betrieb. Das zentrale Anliegen der Behörden und Reiseveranstalter ist es nun, die Ursache lückenlos zu klären und die Betreuung der Passagiere – sowohl bei der Rückkehr als auch bei der Fortsetzung der Reise – umfassend zu gewährleisten.














