MSC Cruises hat alle verbleibenden Orient-Kreuzfahrten der laufenden Wintersaison abgesagt. Die MSC Euribia liegt weiterhin im Hafen von Dubai und darf diesen nach Anweisung der regionalen Militärbehörden derzeit nicht verlassen. Mit dieser Entscheidung zieht MSC Cruises als eine der ersten Reedereien die Konsequenz aus der anhaltenden Sicherheitslage am Persischen Golf und beendet die Orient-Saison 2025/26 vorzeitig.
Die drei verbleibenden Kreuzfahrten dieser Wintersaison sind vollständig gestrichen. Alle betroffenen Gäste wurden bereits kontaktiert und erhalten eine vollständige Rückerstattung.
Hintergrund: Warum die MSC Euribia in Dubai feststeckt
Seit den Luftschlägen der USA und Israels gegen den Iran am 28. Februar 2026 und den darauffolgenden iranischen Gegenangriffen auf US-Militärbasen in der Golfregion ist der reguläre Kreuzfahrtbetrieb im Persischen Golf zum Erliegen gekommen. Luftraumsperrungen, eingeschränkte Flugverbindungen und Sicherheitsanweisungen lokaler Behörden machten An- und Abreisen faktisch unmöglich.
Die MSC Euribia befand sich zum Zeitpunkt der Eskalation in Dubai zum planmäßigen Gästewechsel. Seitdem liegt das Schiff fest und das ohne Freigabe für die Weiterfahrt. Am 1. März schlug zudem ein Projektil in unmittelbarer Nähe der ebenfalls in Abu Dhabi liegenden Mein Schiff 4 ins Wasser, was die Ernsthaftigkeit der Lage nochmals unterstreicht.
Lage an Bord: Ruhig, aber die Heimreise stockt
MSC Cruises beschreibt die aktuelle Situation an Bord als ruhig und stabil. Die Gäste haben uneingeschränkten Zugang zu allen Bordeinrichtungen, Restaurants, Unterhaltungsangeboten und Hotelservices. Der Bordbetrieb läuft im Rahmen der gegebenen Umstände normal weiter. Die Reederei betont, dass ein hoher Standard an Betreuung und Komfort sowohl für Gäste als auch für die Crew aufrechterhalten wird.
Das eigentliche Problem liegt nicht an Bord, sondern an der Rückreiselogistik. Der Flugverkehr aus der Region wird nur schrittweise wieder aufgenommen. Der Rückstau an Reisenden ist jedoch erheblich. MSC Cruises koordiniert die Heimreisen in enger Abstimmung mit Fluggesellschaften, die neue Flüge gestaffelt und methodisch einplanen. Konkrete Abflugtermine für alle Gäste stehen noch nicht fest. Parallel dazu steht MSC im Kontakt mit Botschaften und Außenministerien, um sicherzustellen, dass diese über ihre jeweiligen Staatsangehörigen an Bord informiert sind und mögliche staatliche Rückführungsprogramme koordiniert werden können.
Was danach kommt: Euribia wechselt nach Nordeuropa
Mit dem Ende der Orient-Saison ist der weitere Einsatzplan der MSC Euribia bereits skizziert. Im April wird das Schiff ohne Passagiere in einer Überfahrtsfahrt Richtung Nordeuropa aufbrechen. Dort wird sie Nordeuropa-Kreuzfahrten durchführen, bevor es im Oktober ins Mittelmeer wechselt. Der Saisoneinsatz in der Golfregion ist damit endgültig beendet.
Was betroffene Gäste wissen müssen
Wer eine der drei gestrichenen Abfahrten gebucht hatte, wurde nach Angaben von MSC Cruises bereits direkt kontaktiert. Für alle übrigen betroffenen Gäste gilt:
- Vollständige Rückerstattung ist für alle gestrichenen Abfahrten zugesagt – kein Handlungsbedarf, solange die direkte Kommunikation von MSC Cruises abgewartet wird
- Gäste, die sich aktuell noch an Bord befinden, werden über die Heimreiseplanung direkt informiert, sobald verlässliche Flugverbindungen feststehen
- Individuelle Flugbuchungen müssen separat mit der jeweiligen Airline geregelt werden – viele Gesellschaften bieten bei Störungen dieser Art kostenfreie Umbuchungen an
- Aktuelle Informationen gibt es über die offiziellen Kanäle von MSC Cruises sowie direkt per E-Mail an betroffene Gäste
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Einordnung: Das Ende einer Saison unter Vorbehalt
MSC Cruises ist damit die erste Reederei, die explizit alle verbleibenden Kreuzfahrten der gesamten Wintersaison gestrichen hat. TUI Cruises hat bislang konkrete Abfahrtsdaten bis zum 9. März abgesagt, ohne die restliche Saison pauschal zu canceln. Celestyal Cruises hat ebenfalls einzelne Abfahrten gestrichen, aber noch keine Gesamtabsage kommuniziert.
Die Reedereien, die sich trotz der damals bereits angespannten Lage für die Durchführung ihrer Orient-Saison entschieden hatten, stehen nun vor der Aufgabe, Tausende Gäste aus einer Region zurückzuführen, deren Luftrauminfrastruktur nach wie vor eingeschränkt ist. Dass dies geordnet und sicher abläuft, ist das erklärte Ziel aller beteiligten Reedereien. Wie lange es dauert, bis alle Gäste zu Hause sind, bleibt offen.















