Die monatelangen Spekulationen haben sich in einem historischen Großauftrag manifestiert: MSC Cruises, die größte privat geführte Reederei der Welt, und die Meyer Werft in Papenburg haben heute im Bundeswirtschaftsministerium in Berlin einen Vertrag über den Bau von bis zu sechs Kreuzfahrtschiffen der nächsten Generation unterzeichnet. Der Deal umfasst vier feste Aufträge und Optionen für zwei weitere Schiffe und markiert den Start der neuen „New Frontier“-Plattform.
Das geschätzte Auftragsvolumen wird bis 2035 auf zehn Milliarden Euro beziffert. Die Bekanntgabe erfolgte in Anwesenheit der politischen Führung, darunter Bundeswirtschaftsministerin Katherina Reiche, und des niedersächsischen Ministerpräsidenten Olaf Lies, sowie den Spitzen der beteiligten Unternehmen.
Zukunftssicherung für zehn Jahre und politische Bedeutung
Der Auftrag bedeutet einen entscheidenden Impuls für die gesamte regionale Wirtschaft und sichert die Auslastung der Werft für die kommenden zehn Jahre.
- Arbeitsplätze: Mit über 3.200 direkt Beschäftigten bei Meyer Werft und über 20.000 damit verbundenen Arbeitsplätzen in der Zulieferkette in Deutschland, insbesondere in Niedersachsen und Papenburg, sichert die Vereinbarung Tausende von Existenzen.
- Politische Rückendeckung: Wirtschaftsministerin Reiche, deren Ministerium seit der finanziellen Rettung im Dezember 2024 zusammen mit dem Land Niedersachsen 80 Prozent der Anteile an der Werft hält, definierte die Reprivatisierung der Meyer Werft auf nachhaltige Weise als klares Ziel. Ministerpräsident Lies betonte die Bedeutung der Kreuzfahrt als „nachhaltiger Tourismus“ und zeigte sich stolz auf den Erfolg der Werft.
Dr. Bernd Eikens, CEO der Meyer Werft, nannte den Auftrag einen bedeutenden Meilenstein in der 230-jährigen Geschichte des Unternehmens: „Diese langfristige Partnerschaft mit MSC Cruises sichert nachhaltiges Wachstum und Arbeitsplatzsicherheit für viele Jahre.“
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Die neue „New Frontier“-Klasse im Detail
Mit der „New Frontier“-Plattform bricht MSC Cruises mit den Dimensionen der aktuellen World Class-Baureihe (215.000 BRZ, über 6.000 Passagiere). Die neuen Schiffe positionieren sich im Bereich der Meraviglia-Klasse:
| Kennzahl | „New Frontier“-Klasse | Bemerkung |
| Passagierkapazität (max.) | 5.400 | Kleiner als die World Class (ca. 6.800) |
| Bruttoraumzahl (BRZ) | 180.000 | Liegt im Größenbereich der Meraviglia-Klasse |
| Auslieferung (feste Aufträge) | Jährlich von 2030 bis 2033 | Sichert die Auslastung nach den Disney-Aufträgen |
| Gesamtauftragsvolumen | Bis zu 10 Mrd. Euro | Inklusive der zwei Optionen bis 2035 |
Pierfrancesco Vago, Vorstandsvorsitzender von MSC Cruises, betonte die technologische Führung: „Die New Frontier-Klasse ermöglicht es uns, neue und exklusive Routen zu gestalten, […] und mit Umwelttechnologien der nächsten Generation ausgestattet zu sein, die unser Ziel der Klimaneutralität bis 2050 voranbringen.“
Der Bau der MSC-Schiffe würde ab 2031 beginnen und nahtlos an die Auslieferung der letzten für Disney Cruises (der neuen Schiffsklasse von 2029 bis 2031) bestellten Einheiten anknüpfen und somit die Werftauslastung sichern.
Strategische Neuordnung im Schiffbaumarkt
Der Deal mit Meyer ist ein klares Zeichen für die Kapazitätsengpässe, die MSC bei ihren traditionellen Partnern in Frankreich (Chantiers de l’Atlantique) und Italien (Fincantieri) erlebt. Bislang ließ MSC seine Mega-Schiffe der World Class in Frankreich bauen, wo fünf weitere Schiffe bis 2031 bestellt sind.
Gleichzeitig bedeutet diese langfristige strategische Partnerschaft, dass die Meyer Werft für potenzielle Neubauplanungen anderer Großkunden, wie beispielsweise die Royal Caribbean Group, die an einer neuen Discovery-Class interessiert war, für die nächsten zehn Jahre blockiert ist. Die Meyer Werft in Papenburg wird damit zum strategischen Zentrum für den Schiffbau der MSC Group.
Obwohl eine Absichtserklärung („Letter of Intent“) unterzeichnet wurde, soll der endgültige Vertrag mit allen technischen Details laut Werft-Sanierer Ralf Schmitz innerhalb der kommenden ein bis zwei Quartale unterschrieben werden.
(Hinweis: Dr. Bernd Eikens übergibt die Leitung des Unternehmens planmäßig und auf eigenen Wunsch am 1. Juli 2026 an seinen Nachfolger Dr. André Walter.)














