Bildrechte: © Damon Warren
Der PortMiami, der sich selbst als „Kreuzfahrthauptstadt der Welt“ bezeichnet, hat am 30. November 2025 einen beeindruckenden neuen Passagierrekord aufgestellt. An diesem einzigen Tag verzeichnete der Hafen insgesamt 75.201 Passagierbewegungen. Damit wurde der bisherige Tagesrekord von knapp 68.000 Passagieren um rund zehn Prozent übertroffen.
Der Rekord markiert einen eindrucksvollen Höhepunkt für den Hafen, der im abgelaufenen Geschäftsjahr 2025 den Platz als weltgrößter Kreuzfahrthafen zum zweiten Mal an den Rivalen Port Canaveral verloren hatte. Miami hält jedoch den Rekord der meisten Passagiere an einem einzigen Tag seit 2019, als es diesen Titel vom Konkurrenten Port Everglades (Fort Lauderdale) übernahm.
Zehn Schiffe, über 75.000 Reisende: Die Zahlen des Rekordtags
Am 30. November lagen gleich zehn große Kreuzfahrtschiffe im Hafen, was die enorme logistische Anforderung des Tages verdeutlichte. Die Schiffe, die gleichzeitig ihre Gäste ein- und ausschifften, umfassten eine breite Palette an Reedereien und Schiffsklassen:
- Großschiffe: Symphony of the Seas (Royal Caribbean), Carnival Celebration (Carnival), Celebrity Beyond (Celebrity Cruises).
- Weitere Schiffe: Azamara Onward, Carnival Horizon, Carnival Sunrise, MSC Divina, Norwegian Aqua, Independence of the Seas, Scarlet Lady (Virgin Voyages).
Die Passagierkapazität dieser zehn Schiffe bei Doppelbelegung der Kabinen liegt bei 35.261 Passagieren. Die enorme Zahl von 75.201 Bewegungen (Ein- und Ausschiffungen) ist darauf zurückzuführen, dass die Schiffe rund um das amerikanische Feiertagswochenende Thanksgiving mit einer Auslastung von deutlich über 100 Prozent fuhren. Dies bedeutet, dass im Durchschnitt mehr als zwei Personen pro Kabine reisten, wobei viele Familien mit Kindern in Zusatzbetten an Bord waren.
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Chaos an Land: Massiver Verkehrsinfarkt und harsche Kritik
Was für den PortMiami ein Grund zum Feiern war, entwickelte sich für die Reisenden und die Infrastruktur der Stadt zu einem massiven Verkehrschaos. In den sozialen Medien hagelte es harsche Kritik an der logistischen Abwicklung des Rekordtages, die die Grenzen der städtischen Verkehrssysteme deutlich aufzeigte.
Die Passagiere berichteten von stundenlangen Staus und chaotischen Zuständen bei der An- und Abfahrt zum Kreuzfahrthafen.
Originalstimmen aus den sozialen Medien spiegelten die Frustration wider:
- Stundenlange Wartezeiten: Ein User klagte, er habe „zweieinhalb Stunden im Stau gestanden, um die letzte Meile zu den Schiffen zurückzulegen“, und forderte Investitionen in ein öffentliches Nahverkehrssystem.
- Unpassierbare Straßen: Eine weitere Stimme berichtete, dass sie drei Stunden benötigte, um von South Beach zum Hafen zu gelangen. Das Uber musste trotz der langen Fahrt stehen gelassen werden, da nur eine Spur befahrbar war und der Rest des Weges zu Fuß zurückgelegt werden musste.
- Fokus auf Infrastruktur: Ein dritter Kommentar kritisierte die Prioritäten des Hafens scharf: „Wir haben am 30. November zwei Stunden gebraucht, um von South Beach zum Parkhaus von Virgin Voyages zu gelangen. Anstatt sich um Rekorde zu kümmern, sollten Sie vielleicht besser eine bessere Beschilderung einrichten und an der Verkehrsführung arbeiten. Ein absoluter Albtraum.“
Die Herausforderung für Miami
Der Zwischenfall verdeutlicht die zentrale Herausforderung für den PortMiami und die Stadt: Die Infrastruktur muss dringend mit dem rapiden Wachstum der Kreuzfahrtindustrie Schritt halten. Während der Hafen kontinuierlich neue, größere Terminals (zuletzt das neue, große MSC-Terminal) baut, um die Kapazitäten zu erhöhen, geraten die Zufahrtswege und die städtische Anbindung an ihre Belastungsgrenzen.
Trotz des Rekordschwungs und der ungebrochenen Beliebtheit als Abfahrtshafen muss PortMiami nun nach Lösungen suchen, um die logistischen Prozesse und den Verkehrsfluss zu optimieren, damit zukünftige Rekordtage nicht erneut zu einem negativen Reiseerlebnis für zehntausende von Passagieren führen. Der Wettlauf um den Titel des größten Kreuzfahrthafens der Welt darf nicht auf Kosten der Servicequalität und der städtischen Mobilität gehen.














