Ein potenzieller Großauftrag könnte die Zukunft der Meyer Werft in Papenburg für das nächste Jahrzehnt sichern: MSC Cruises, die größte privat geführte Kreuzfahrtreederei der Welt, und die Meyer Werft stehen nach Medienberichten kurz vor dem Abschluss einer Absichtserklärung über den Bau von vier neuen Kreuzfahrtschiffen. Dieser Deal wäre nicht nur eine enorme strategische Neuausrichtung für beide Unternehmen, sondern auch ein vitales Zeichen für den deutschen Schiffbau, der staatlich gestützt wird.
Medienberichten zufolge wird der mögliche Auftrag, der sich über ein Volumen von etwa einer Milliarde Euro pro Schiff bewegen soll, bereits am kommenden Montag von der Bundesregierung und dem Land Niedersachsen in Berlin der Öffentlichkeit vorgestellt. Die Dringlichkeit der Präsentation rührt daher, dass der Staat seit der Rettung der Werft vor einem Jahr 80 Prozent an der Unternehmensgruppe hält.
Finanzielle Dimension und strategische Notwendigkeit
Das berichtete Volumen von etwa vier Milliarden Euro für vier Schiffe bewegt sich in der finanziellen Größenordnung der jüngsten Großkreuzfahrtschiffe, die für die Carnival Corporation gebaut wurden (wie beispielsweise die LNG-Schiffe AIDAnova und AIDAcosma). Der Auftrag würde der Meyer Werft eine dringend benötigte langfristige Planungssicherheit verschaffen und die Arbeitsplätze für mindestens zehn Jahre sichern.
Für MSC Cruises ist die Ausweitung der Baukapazitäten eine strategische Notwendigkeit. Die Reederei verfolgt eine aggressive Wachstumsstrategie und stößt an die Kapazitätsgrenzen ihrer bisherigen Partnerwerften in Südeuropa.
- Bisherige Bauprojekte: MSC ließ zuletzt Großschiffe der World Class (MSC World Europa (2022), MSC Euribia (2023), MSC World America (2025)) bei Chantiers de l’Atlantique in Frankreich fertigen. Dort sind bereits vier weitere namenlose Neubauten der World Class für 2029 bis 2031 bestellt (MSC World Asia 2026, MSC World Atlantic 2027).
- Luxus-Segment: Parallel dazu lässt MSC für das Luxus-Segment Schiffe der Explora Journeys bei Fincantieri in Italien bauen.
Angesichts der weltweiten Auslastung der mediterranen Werften kann nur die Einbindung eines weiteren Großbauers wie der Meyer Werft den Wachstumsdrang von MSC stillen. Die Neubauten von der Meyer Werft würden, sofern der Vertrag final zustande kommt, bis 2036 in den Dienst gestellt werden, also weitere vier Neubauten innerhalb von etwa sechs Jahren nach Abschluss der bereits bestehenden World Class Bestellungen.
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Volle Auftragsbücher und neue Schiffsklassen
Die möglichen MSC-Neubauten würden nahtlos in die bereits gut gefüllte Auftragslage der Meyer Werft passen und eine wichtige Brücke in die nächste Dekade schlagen:
- 2027: Auslieferung der Carnival Festivale und eines vierten Neubaus der Wish Klasse für Disney Cruise Line.
- 2028: Auslieferung eines Neubaus an die Oriental Land Company.
- 2029–2031: Drei Kreuzfahrtschiffe einer gänzlich neuen Klasse für Disney Cruise Line.
- Nach Abschluss der aktuellen Bauprojekte von Disney und Carnival in 2031 würden die MSC-Schiffe die Auftragslage der Werft langfristig stabilisieren.
Die Integration der vier MSC-Schiffe würde bedeuten, dass die Werft über die kommenden Jahre hinweg kontinuierlich an Großprojekten arbeitet. Die hartnäckigen Spekulationen der letzten Wochen, die nun durch die Medienberichte konkretisiert werden, unterstreichen die Plausibilität eines solchen Vertragsabschlusses.
Sollte die Absichtserklärung finalisiert werden, würde dies nicht nur MSC Cruises zusätzliche Flexibilität bei der Schiffsgröße und dem Design bieten, sondern auch die Meyer Werft als einen der führenden Spezialisten für den Bau technologisch anspruchsvoller und besonders energieeffizienter Großschiffe bestätigen. Der morgige Tag wird mit Spannung erwartet, um die Einzelheiten dieses möglichen Jahrhundert-Deals zu erfahren.














