Nach den gewaltsamen Ausschreitungen in Mexiko infolge der Tötung von Kartellchef „El Mencho“ reagieren erste Reedereien mit konkreten Routenänderungen. Puerto Vallarta wird von mehreren Schiffen bereits gemieden, auf der Karibikseite werden Landausflüge eingeschränkt. Ein Überblick über die aktuellen Entscheidungen der Kreuzfahrtlinien.
Puerto Vallarta: Drei Reedereien sagen ab
Am deutlichsten betroffen ist der Pazifikhafen Puerto Vallarta im Bundesstaat Jalisco, dem Epizentrum der Unruhen. Drei große Reedereien haben ihre geplanten Anläufe dort bereits gestrichen:
- Holland America Line war die erste Reederei, die reagierte. Die Zuiderdam ließ ihren für Montag, 23. Februar, geplanten Stopp in Puerto Vallarta aus. In einer Stellungnahme hieß es, man habe den Anlauf „zum Schutz der Sicherheit unserer Gäste und Crew-Mitglieder“ abgesagt.
- Princess Cruises zog nach: Die Royal Princess strich ebenfalls ihren geplanten Besuch in Puerto Vallarta in dieser Woche. Carnival Corporation, zu der beide Reedereien gehören, bestätigte die Entscheidungen offiziell gegenüber dem US-Nachrichtensender CNBC.
- Norwegian Cruise Line teilte mit, dass die Norwegian Bliss ihren für Mittwoch, 25. Februar, vorgesehenen Stopp in Puerto Vallarta absagt. Das Schiff war am Sonntag, dem Tag der Tötung von El Mencho, von Los Angeles zu seiner aktuellen Kreuzfahrt aufgebrochen. Statt Puerto Vallarta steuert die Norwegian Bliss nun direkt den zweiten Planhafen Mazatlán an. Da kein weiterer alternativer Hafen vorgesehen ist, wird der Mittwoch voraussichtlich als zusätzlicher Seetag verbracht. In einer offiziellen Stellungnahme erklärte Norwegian Cruise Line: „Die Sicherheit und das Wohlbefinden unserer Gäste, der Crew und der Gemeinschaften, die wir besuchen, haben für uns immer höchste Priorität.“
Cozumel und Karibikseite: Häfen offen, Ausflüge eingeschränkt
Auf der anderen Seite Mexikos, an der Karibikküste, laufen die Hafenoperationen in Cozumel nach aktuellem Stand weitgehend normal. Royal Caribbean teilte mit, dass derzeit keine Änderungen für seine Anläufe geplant sind. MSC Cruises bestätigte, dass die Routen nach Cozumel und Costa Maya planmäßig durchgeführt werden, wies jedoch darauf hin, dass einzelne Landausflüge angepasst oder gestrichen werden könnten.
Carnival Cruise Line geht einen Schritt weiter: Die Reederei hat vorsorglich alle Landausflüge gestrichen, die Passagiere vom Hafen Cozumel aufs mexikanische Festland bringen. Betroffen sind unter anderem Ausflüge zu den Maya-Ruinen in Tulum, Cenoten-Touren, ausgewählte Schnorchelausflüge mit Festlandabfahrt sowie Trips in den Freizeitpark Xplor. Bereits gebuchte Ausflüge werden vollständig erstattet. Inselbasierte Aktivitäten auf Cozumel selbst laufen hingegen weiter wie geplant. Carnival-Markenbotschafter John Heald betonte, dass die Hafenstopps in Cozumel und Progreso selbst nicht abgesagt werden.
Reisewarnungen ausgeweitet: Auch Cozumel und Ensenada betroffen
Das US-Außenministerium hat seine Reisewarnung für Mexiko am Sonntag deutlich ausgeweitet. Ursprünglich auf den Bundesstaat Jalisco begrenzt, umfasst die Warnung inzwischen zahlreiche weitere Regionen, darunter auch beliebte Kreuzfahrtdestinationen: Baja California (Tijuana, Ensenada), Quintana Roo (Cancún, Cozumel, Playa del Carmen, Tulum), Nayarit sowie Sinaloa (Mazatlán). Das Auswärtige Amt rät von Reisen in den Bundesstaat Jalisco, einschließlich Puerto Vallarta und Guadalajara, sowie in die Bundesstaaten Guanajuato, Michoacán und Tamaulipas ab.
Wichtig für Kreuzfahrtpassagiere: Die Reisewarnung bedeutet nicht automatisch, dass Schiffe diese Häfen nicht mehr anlaufen. Reedereien treffen ihre Entscheidungen port-by-port auf Basis der konkreten Lage vor Ort, nicht allein auf Grundlage staatlicher Warnhinweise.
Was bedeutet das für Passagiere mit gebuchten Mexiko-Kreuzfahrten?
Wer in den nächsten Wochen eine Mexiko-Kreuzfahrt geplant hat, sollte die Kommunikation seiner Reederei genau verfolgen. Routenänderungen werden in der Regel direkt per E-Mail oder über Reisebüros kommuniziert. Abgesagte Landausflüge, die über die Reederei gebucht wurden, werden üblicherweise vollständig erstattet.
Bislang gibt es keine Berichte über Vorfälle an Bord von Kreuzfahrtschiffen oder in Kreuzfahrtterminals. Die Reedereien handeln vorsorglich und reagieren auf die allgemeine Sicherheitslage, nicht auf konkrete Bedrohungen gegen Schiffe oder Passagiere.
Wie geht es weiter?
Die Lage in Mexiko entwickelt sich weiterhin dynamisch. Experten weisen darauf hin, dass die Gewalt nach dem Tod eines Kartellführers typischerweise in einer ersten Eskalationsphase kulminiert und sich dann stabilisiert, sobald innerhalb der Organisation neue Strukturen entstehen. Wie schnell das geschieht und ob weitere Häfen betroffen sein werden, lässt sich derzeit nicht seriös einschätzen.
Aktuelle Informationen zum Stand der einzelnen Kreuzfahrtrouten findet ihr direkt bei eurer Reederei sowie unter auswaertiges-amt.de.
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