Die Auswirkungen des Irankriegs erreichen nun offiziell das europäische Sommerprogramm von TUI Cruises. Wie die Hamburger Reederei am Mittwoch bekannt gab, müssen die ersten beiden geplanten Mittelmeer-Reisen der Mein Schiff 5 ersatzlos gestrichen werden. Das Schiff liegt aufgrund der Blockade der Straße von Hormus weiterhin im katarischen Doha fest und kann die Region derzeit nicht verlassen.
Betroffene Routen im April
Die Absagen betreffen die Abfahrtstermine am 17. und 24. April 2026. Konkret entfallen damit:
- Die Positionierungsreise: Von Palma de Mallorca über Palermo, Valletta und Piräus nach Heraklion.
- Die erste Rundreise: Die 7-tägige Route „Östliches Mittelmeer mit Istanbul“ ab/bis Kreta.
Ursprünglich sollte die Mein Schiff 5 Ende April ihre Sommersaison im östlichen Mittelmeer eröffnen. Nach aktuellem Stand ist der 1. Mai 2026 als neuer Termin für den Betriebsstart vorgesehen, vorausgesetzt, es ergibt sich zeitnah ein sicheres Zeitfenster für die Passage der Straße von Hormus.
Hot-Layup in Doha: Sicherheit hat Priorität
Die Situation am Persischen Golf bleibt kritisch: Der Iran kontrolliert den Seeweg und attackiert zivile Schiffe, was eine Überführung der Flotte unmöglich macht. Die Mein Schiff 5 befindet sich daher zusammen mit der Mein Schiff 4 in einem sogenannten Hot-Layup-Status. Das bedeutet, dass die Schiffe mit einer auf das Minimum reduzierten Besatzung (bei der Mein Schiff 4 etwa nur noch 59 Personen) jederzeit abfahrbereit sind, aber vorerst in sicheren Häfen verharren.
TUI Cruises betont, dass man kein vermeidbares Risiko für die verbleibende Crew eingehen werde. Inzwischen hat die Reederei Kreuzfahrten über einen Zeitraum von insgesamt zwei Monaten absagen müssen, da sowohl die Orient-Saison als auch die geplanten Umrundungen Afrikas nicht durchgeführt werden konnten.
Wirtschaftliche Folgen und Unsicherheit
Die Hoffnung auf einen pünktlichen Saisonstart in Europa schwindet stündlich. Besonders hart trifft es TUI Cruises, da die Mein Schiff 5 nach aktuellem Stand erst am 1. Mai 2026 verspätet starten soll. Damit ist bereits die erste große Reise der Mittelmeer-Saison verloren. Da es für die rund 2.500 Gäste pro Abfahrt kaum kurzfristige Kapazitäten auf dem bereits gut ausgelasteten deutschsprachigen Markt gibt. Ob der neue Plan für Mai jedoch aufgeht, gilt angesichts der unberechenbaren Lage weiterhin als höchst unsicher.

















