Symbolbild
Die Lloyd Werft in Bremerhaven baut eine Superjacht für eine Luxusmarke von Mercedes-Benz. Das 155 Meter lange Schiff mit dem Namen „Beyond Horizons“ entsteht in Zusammenarbeit mit dem Maybach Ocean Club und der Rönner Gruppe. Die Auslieferung ist für 2030 geplant.
Was über das Projekt bekannt ist
Die Lloyd Werft wird nach eigenen Angaben die Konstruktion, den Bau und die Inbetriebnahme des Schiffes verantworten. Die Rönner Gruppe, zu der die Werft gehört, hat dazu einen Vorvertrag mit dem Maybach Ocean Club unterzeichnet. So heißt die maritime Luxussparte des Mercedes-Benz-Konzerns. Der Bau der Jacht findet nach Bestätigung der Rönner Gruppe in Bremerhaven statt.
Die Jacht soll 155 Meter lang werden und Platz für 30 Luxussuiten bieten. Für alle Partner sei das Projekt ein Schritt in neues Terrain, so der Geschäftsführer der Lloyd Werft, Thorsten Rönner. Der genaue Baustart wird nach Angaben einer Sprecherin derzeit noch geklärt und hängt von verschiedenen Faktoren ab. Eine möglichst frühe Fertigstellung werde sowohl vom Kunden als auch von der Werft angestrebt. Ein Vorvertrag ist dabei eine Vereinbarung, die dem endgültigen Bauauftrag vorausgeht. Bis dieser final unterzeichnet ist, können sich einzelne Eckdaten des Projekts noch verschieben.
Ein Club statt eines einzelnen Eigners
Ungewöhnlich ist das Nutzungskonzept der „Beyond Horizons“. Einen einzelnen Eigner wird es nach Angaben der Beteiligten nicht geben. Stattdessen soll das Schiff einem exklusiven Kreis von Privatleuten zur Verfügung stehen. Der Maybach Ocean Club versteht sich dabei nach eigener Darstellung als Private Members Club an Bord einer Superjacht, zu dem eine Mitgliedschaft den Zugang eröffnet.
Zur Ausstattung macht der Club einige Angaben. Die kaskadenförmig angeordneten Decks sollen demnach eine Fläche von rund 4.645 Quadratmetern bieten. Am Heck ist ein Beach Club mit Pools und Holzterrassen vorgesehen. Konkrete Angaben zu Kabinenkategorien, Preisen oder den Bedingungen der Mitgliedschaft nennt der Club bislang nicht. Das Modell unterscheidet sich damit sowohl von einer klassischen Privatjacht mit einem einzelnen Besitzer als auch von einem regulären Kreuzfahrtschiff, das seine Kabinen frei am Markt verkauft. Zielgruppe ist nach Darstellung des Clubs eine kleine Gemeinschaft von Mitgliedern.
Design und Markenhintergrund
Beim Design orientiert sich das Projekt nach Angaben von Maybach an der Gestaltungsphilosophie „Sensual Purity“ von Mercedes-Benz. Interieur und Exterieur sollen die Ästhetik der Marke Mercedes-Maybach aufgreifen, auch bei Materialien und Farbgebung. Damit überträgt der Konzern nach eigener Darstellung sein Markenbild aus dem Automobilbereich auf ein Schiff. „Sensual Purity“ ist die Designsprache, die Mercedes-Benz seit einigen Jahren in seinen Fahrzeugen verwendet und die auf klare Flächen und reduzierte Formen setzt.
Maybach verweist zudem auf eine lange maritime Tradition. Nach Angaben des Unternehmens reicht die Verbindung zur Schifffahrt bis in die 1920er Jahre zurück, als die Marke Motoren für frühe Automobile, Flugzeuge und Boote entwickelte. Auf dieses Erbe soll der Maybach Ocean Club nun aufbauen. Diese Angaben stammen aus der Eigenkommunikation der Marke und lassen sich unabhängig nicht im Detail überprüfen.
Ausblick für den Standort Bremerhaven
Für die Lloyd Werft, die vor allem für Arbeiten an Kreuzfahrtschiffen bekannt ist, ist der Auftrag ein außergewöhnliches Projekt. Der Bau einer Superjacht dieser Größe unterscheidet sich deutlich vom üblichen Geschäft der Werft und wurde von den Beteiligten selbst als Schritt in neues Terrain beschrieben. Für die Werft bedeutet ein solcher Auftrag zugleich eine Auslastung abseits des klassischen Kreuzfahrtgeschäfts.
Ein verbindlicher Zeitplan für den Baubeginn steht bislang nicht fest. Als Ziel für die Auslieferung nennen die Partner das Jahr 2030. Bis dahin dürften weitere Details zu Technik, Ausstattung und Betrieb der „Beyond Horizons“ folgen, sobald der Vorvertrag in einen endgültigen Auftrag übergeht. Ob und wann tatsächlich Stahl geschnitten wird, hängt nach Angaben der Beteiligten von mehreren Faktoren ab. Für Bremerhaven wäre ein Projekt dieser Größenordnung ein sichtbares Signal über die Kreuzfahrtbranche hinaus.
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