Die israelische Reederei Mano Cruises hat laut Berichten alle geplanten Abfahrten der Crown Iris bis Ende April 2026 gestrichen. Betroffen sind sämtliche Reisen, die ursprünglich ab 12. März 2026 ab Haifa starten sollten. Als Grund soll die Reederei die geopolitische Lage im Nahen Osten genannt haben. Der nächste geplante Abfahrtstermin ist nun der 23. April 2026.
Hintergrund: Krieg trifft israelischen Kreuzfahrtmarkt
Mano Cruises bedient einen sehr spezifischen Markt: israelische Urlauber, die vom Heimathafen Haifa aus Kurzreisen ins östliche Mittelmeer unternehmen. Dieser Markt leidet seit dem Ausbruch des Gazakrieges im Oktober 2023 unter erheblichem Druck und der Irankrieg vom 28. Februar 2026 hat die Lage weiter verschärft. USA und Israel griffen den Iran an, Teheran antwortete mit Raketenangriffen auf die Region. Die Folge: Reisende aus Israel sind noch zurückhaltender geworden, und die Sicherheitslage rund um Zypern und das östliche Mittelmeer ist angespannt. Auch andere Reedereien haben Zypern-Anläufe zuletzt gestrichen, darunter AIDA Cruises mit der AIDAstella.
Nicht das erste Mal, dass die Crown Iris auf Eis gelegt wird: Im Oktober 2023 nahm das Schiff sogar an der Evakuierung von Israelis teil und brachte sie von Zypern zurück nach Israel. Während der Corona-Pandemie lag es über zwei Jahre in Griechenland auf.
Was gestrichen wurde
Die abgesagten Reisen umfassten Drei- und Vier-Nacht-Routen ab Haifa mit Anlaufhäfen in Griechenland und Zypern, darunter Limassol und Rhodos. Dazu kam eine längere Zwölf-Nacht-Kreuzfahrt in die Adria und Ägäis mit Mitte April als geplantem Starttermin, die Häfen wie Split, Dubrovnik, Korfu und Argostoli angesteuert hätte.
Das Schiff: Crown Iris mit bewegter Geschichte
Die Crown Iris wurde 1992 auf der Kvaerner Masa-Yards Werft in Turku, Finnland gebaut und am 29. Juli 1992 von Liza Minnelli in New York getauft. Das Schiff misst 207 Meter Länge, fasst 1.462 Passagiere in 731 Kabinen und hat eine Bruttoraumzahl von 40.876.
Was die Crown Iris besonders macht, ist ihre außergewöhnlich wechselvolle Biografie. Sie fuhr nacheinander als Royal Majesty für Majesty Cruise Line, als Norwegian Majesty für Norwegian Cruise Line, als Louis Majesty und Thomson Majesty, bevor sie 2018 an Mano Maritime verkauft wurde. Bei NCL wurde sie 1999 in Bremerhaven um eine 33,60 Meter lange Mittelsektion verlängert. Auch dramatische Zwischenfälle gehören zur Geschichte: Im März 2010 töteten drei Riesenwellen das Schiff als Louis Majesty im Mittelmeer zwei Passagiere und im Februar 2013 kamen bei einer Rettungsübung im Hafen von Santa Cruz de La Palma fünf Besatzungsmitglieder ums Leben.
Nach dem Kauf durch Mano Maritime 2018 durchlief das Schiff eine umfangreiche Renovierung in Griechenland. Alle Kabinen wurden erneuert, fünf neue Restaurants eingebaut, ein Basketballplatz und eine Wasserrutsche ergänzt. Seit 2019 fährt es als Crown Iris ausschließlich für den israelischen Markt.
Saison startet Ende April – 60 Abfahrten geplant
Ab dem 23. April 2026 soll die Crown Iris wieder fahren, mit einer Drei-Nacht-Reise nach Limassol. Die restliche Saison 2026 umfasst insgesamt 60 Abfahrten mit Reisen von drei bis elf Nächten zu Häfen in Griechenland, Zypern, Italien, Malta, Kroatien und Montenegro. Highlight ist eine Silvester-Kreuzfahrt, die am 27. Dezember 2026 ab Haifa nach Piräus, Volos und Syros führt. Ob der Plan hält, hängt wie bei so vielen Reedereien derzeit von der weiteren Entwicklung der Sicherheitslage in der Region ab.

















