In der Nacht von Freitag auf Samstag (26./27. September) ereignete sich an Bord des Kreuzfahrtschiffes AIDAcosma ein außergewöhnlicher Zwischenfall. Gegen 3:30 Uhr wurde ein „Mann über Bord“-Alarm ausgelöst, nachdem Passagiere eine Person im Wasser gesichtet hatten. Das Schiff befand sich zu diesem Zeitpunkt in der Anfahrt auf den Hafen von Palma de Mallorca, wo es planmäßig gegen 5:00 Uhr festmachen sollte.
Alarmierung und Reaktion der Besatzung
Unmittelbar nach dem Notruf von Passagieren, die Hilferufe aus dem Meer gehört hatten, informierte die Brücke die Crew und leitete die vorgeschriebenen Notfallmaßnahmen ein. Über das Bordlautsprechersystem erfolgte eine Durchsage in englischer Sprache: „Man over board“. Der Alarm löste unter den Passagieren Besorgnis aus; viele verließen ihre Kabinen oder traten auf die Balkone, um nach der vermissten Person Ausschau zu halten.
Das Schiff leitete sofort ein Suchmanöver ein. Auf Kartenaufzeichnungen und in Schiffs-Tracking-Diensten ist deutlich zu erkennen, dass die AIDAcosma kurz vor dem Hafen abbremste, wendete und eine Suchschleife fuhr. Dieses Manöver diente dazu, die Position der gemeldeten Person möglichst genau zu lokalisieren.
Rettung einer Person – jedoch nicht von Bord der AIDAcosma
Kurz darauf gelang es den Einsatzkräften, eine Person aus dem Wasser zu retten. Die Rettung erfolgte mithilfe des Lotsenbootes, das sich auf dem Weg zur AIDAcosma befand, um den Hafenlotsen an Bord zu bringen. Die gerettete Person befand sich in einem kleinen Schlauchboot und konnte lebend geborgen werden. Nach Angaben des Kapitäns handelte es sich dabei nicht um ein Crewmitglied oder einen Passagier des Kreuzfahrtschiffes.
Die Person wurde anschließend sicher an Land gebracht. Kapitän Möller erläuterte in einer zweiten Durchsage gegen 5:00 Uhr, dass die Hilferufe von Passagieren gehört worden seien, als die AIDAcosma in unmittelbarer Nähe vorbeifuhr. Dank des schnellen Eingreifens und der Aufmerksamkeit der Gäste konnte die Person rechtzeitig entdeckt und gerettet werden.

Vollzähligkeitskontrolle an Bord
Nach einem „Mann über Bord“-Alarm gehört eine Vollzähligkeitskontrolle zu den standardmäßigen Sicherheitsmaßnahmen an Bord eines Kreuzfahrtschiffes. Ziel dieser Prozedur ist es, sicherzustellen, dass alle Passagiere und Crewmitglieder vollständig an Bord sind und niemand vermisst wird.
Die Kontrolle wird in der Regel unmittelbar nach Abschluss des Rettungseinsatzes eingeleitet. Alle Gäste werden dabei aufgefordert, sich zu ihrer Musterstation zu begeben – dem Sammelpunkt, der ihnen bei der obligatorischen Sicherheitseinweisung zu Beginn der Reise zugewiesen wurde. Dort werden die Bordkarten elektronisch erfasst, um den Abgleich mit der Passagierliste vorzunehmen.
Das Verfahren kann einige Zeit in Anspruch nehmen, insbesondere wenn Gäste zunächst nicht auf die Durchsagen reagieren oder sich in anderen Bereichen des Schiffes aufhalten. In solchen Fällen werden zusätzliche Ansagen gemacht, um sicherzustellen, dass wirklich jede an Bord befindliche Person registriert wird. Erst wenn sämtliche Passagiere und Crewmitglieder erfasst sind und keine Abweichungen festgestellt werden, gilt die Kontrolle als abgeschlossen.
Diese Vorgehensweise ist ein wichtiger Bestandteil des Sicherheitsmanagements moderner Kreuzfahrtschiffe. Sie dient nicht nur der Beruhigung der Gäste, sondern stellt auch sicher, dass bei tatsächlichen Notfällen schnell und gezielt reagiert werden kann. Dank digitaler Systeme und klarer Abläufe kann die Vollzähligkeitsprüfung in der Regel zügig und zuverlässig durchgeführt werden.
Ablauf der Kreuzfahrt und weitere Folgen
Für etwa 4.000 der rund 5.500 Passagiere endete an diesem Samstag eine siebentägige Mittelmeerkreuzfahrt. Die Ausschiffung begann gegen 5:15 Uhr, nur mit minimaler Verzögerung. Ein Teil der Gäste blieb für eine zweite Reisewoche an Bord. Der Zwischenfall hatte somit keine größeren Auswirkungen auf den geplanten Ablauf.
Reaktionen und öffentliche Wahrnehmung
In den sozialen Medien tauchten bereits in den frühen Morgenstunden Videos und Screenshots der Rettungsaktion auf. Sie zeigen die Suchmanöver der AIDAcosma vor dem Hafen von Palma de Mallorca, die gegen 3:30 Uhr begannen. Das Schiff setzte seine Fahrt Richtung Hafen um 3:55 Uhr fort, nachdem die Situation geklärt war.
Der Vorfall verdeutlicht, wie ernst Reedereien wie AIDA Cruises Sicherheitsmeldungen nehmen. Dank der schnellen Reaktion der Passagiere, der Brückenbesatzung und des Lotsenbootes konnte eine möglicherweise lebensbedrohliche Situation glimpflich enden.
Notfallprozeduren funktionieren effektiv auf modernen Kreuzfahrtschiffen
Der nächtliche „Mann über Bord“-Alarm an Bord der AIDAcosma erwies sich letztlich als Fehlalarm im engeren Sinne, da keine Person vom Schiff selbst über Bord gegangen war. Dennoch zeigte die Reaktion der Crew, wie effektiv die Notfallprozeduren auf modernen Kreuzfahrtschiffen funktionieren. Die gerettete Person verdankt ihr Leben dem aufmerksamen Verhalten der Passagiere und der professionellen Zusammenarbeit zwischen Schiff, Lotsenboot und Hafenbehörden. Der Vorfall blieb ohne Verletzte und ohne Auswirkungen auf den weiteren Reiseverlauf.














