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Flottenumbau bei Lindblad: Expeditions-Legenden „Sea Bird“ und „Sea Lion“ gehen 2026 in den Ruhestand

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Blick auf die Lindblad Sea Lion auf dem offenen Meer

Bildrechte: © LINDBLAD EXPEDITIONS

Der US-amerikanische Expeditions-Pionier Lindblad Expeditions hat eine tiefgreifende Modernisierung seiner Flotte angekündigt. Wie das Unternehmen in einer offiziellen Pressemitteilung bestätigte, werden die beiden traditionsreichen Expeditionsschiffe National Geographic Sea Bird und National Geographic Sea Lion Ende 2026 außer Dienst gestellt. Die beiden 62-Gäste-Schiffe sind derzeit die dienstältesten Mitglieder der insgesamt 12 Schiffe umfassenden Lindblad-Flotte.

Doch für adäquaten Ersatz ist bereits gesorgt: Ab der Saison 2027 wird die deutlich größere und technologisch fortschrittlichere Greg Mortimer die Routen in Alaska übernehmen und damit eine neue Ära für die Reederei einläuten.

Eine bewegte Geschichte unter US-Flagge

Die Schwesterschiffe blicken auf eine über 40-jährige Geschichte zurück. Geboren in den frühen 1980er-Jahren am Nichols Brothers Boat Builders Yard im US-Bundesstaat Washington, wurden sie ursprünglich für die in Seattle ansässige Exploration Cruise Lines als Great Rivers Explorer und Majestic Alaska Explorer gebaut.

Anfang der 1990er-Jahre erwarb Lindblad die Schiffe und setzte sie seitdem als Herzstück seines Nordamerika-Programms ein. Ihr größter Trumpf: Die US-Flagge. Gemäß dem Passenger Vessel Services Act (PVSA) durften sie als rein amerikanische Schiffe inneramerikanische Häfen anlaufen, ohne einen ausländischen Hafen (wie Kanada) ansteuern zu müssen. Dies ermöglichte einzigartige Routen, die von der Ostküste (Hudson River, Chesapeake Bay) bis hin zu den entlegenen Winkeln Alaskas reichten, wodurch Gäste ohne zeitraubende Umwege direkt in das Herz geschützter Wildnisgebiete und exklusiver Nationalparks gelangten, die für internationale Schiffe unerreichbar blieben.

Die Abschiedstournee 2026: Ein letztes Mal „Farewell“

Bevor die 360-Tonnen-Schiffe endgültig ausgemustert werden, bietet Lindblad seinen Gästen eine umfassende Abschiedssaison an, die die gesamte Vielfalt ihrer bisherigen Einsatzgebiete widerspiegelt:

  • Jahresbeginn 2026: Die Schiffe starten in der Baja California und der Magdalena-Bucht an Mexikos Pazifikküste.
  • Frühjahr/Frühsommer: Repositionierung in den pazifischen Nordwesten für die beliebten Flusskreuzfahrten auf dem Columbia und Snake River.
  • Sommer 2026: Letzte Saison in Alaska mit Expeditionen bis Anfang September.
  • Oktober 2026: Die offizielle „Farewell Season“ endet dort, wo die Schiffe viele Jahre ihre Heimat hatten – auf dem Columbia und Snake River, wo die letzten Fahrten bis Ende Oktober geplant sind.

Die neue Ära: „Greg Mortimer“ übernimmt ab 2027

Die Nachfolge der beiden Klassiker tritt die 2019 ausgelieferte Greg Mortimer an. Das für 180 Gäste ausgelegte Schiff wird im Rahmen eines Chartervertrags mit SunStone Ships (derzeit für Aurora Expeditions im Einsatz) ab 2027 die Alaska-Saison für Lindblad übernehmen. Der Vertrag läuft vorerst bis mindestens 2029.

Vorteile des Wechsels:

  1. Kapazität: Die Greg Mortimer bietet fast dreimal so viel Platz wie eines der alten Schiffe.
  2. Technologie: Ausgestattet mit dem patentierten Ulstein X-BOW, bietet das Schiff eine deutlich höhere Stabilität bei rauer See und einen geringeren Treibstoffverbrauch.
  3. Komfort: Moderne Kabinenkonfigurationen, Wellnessbereiche und großzügige Aussichtsplattformen ersetzen die zweckorientierte Ausstattung der 80er-Jahre.

Ausblick auf die verbleibende US-Flotte

Obwohl Lindblad zwei Schiffe unter US-Flagge verliert, bleibt die Reederei trotzdem diesem wichtigen Marktsegment treu. Die moderneren Einheiten National Geographic Quest (Indienststellung 2017) und National Geographic Venture (2018), die ebenfalls bei Nichols Brothers gebaut wurden, bleiben fester Bestandteil der Flotte. Mit jeweils 100 Gästeplätzen bieten sie weiterhin die Flexibilität der US-Registrierung für exklusive Routen innerhalb der Vereinigten Staaten.

Während die Sea Bird und Sea Lion nun ihrem wohlverdienten Ruhestand entgegensteuern, blickt Lindblad mit der Greg Mortimer in eine Zukunft, die mehr Komfort und technologische Innovation in die wilden Regionen Alaskas bringt.