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Krieg im Nahen Osten: Sicherheitslage am Persischen Golf trifft Kreuzfahrtbranche

Am Morgen des 28. Februar 2026 starteten die USA und Israel koordinierte Luftschläge gegen Ziele im Iran; der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel und US-Stützpunkte in der Region – die Sicherheitslage am Persischen Golf änderte sich damit innerhalb weniger Stunden spürbar, mit direkten Folgen für den Kreuzfahrtbetrieb.

Orient-Kreuzfahrt - Blick in die Wüste im Orient mit großen Warnzeichen in der Mitte des Bildes

Am Samstagmorgen, dem 28. Februar 2026, haben die USA und Israel koordinierte Luftschläge gegen Ziele im Iran gestartet. Der Iran reagierte mit Raketenangriffen auf Israel sowie auf US-Militärbasen in der Region. Mit dieser Eskalation hat sich die Sicherheitslage am Persischen Golf innerhalb weniger Stunden grundlegend verändert und das mit unmittelbaren Auswirkungen auf den laufenden Kreuzfahrtbetrieb in der Region.

Sechs Hochseekreuzfahrtschiffe befinden sich zum Zeitpunkt der Eskalation im Persischen Golf. Darunter die MSC Euribia von MSC Cruises, die Mein Schiff 4 und Mein Schiff 5 von TUI Cruises, die Celestyal Journey und Celestyal Discovery von Celestyal Cruises sowie die Aroya von Aroya Cruises. Alle genannten Reedereien hatten sich vor einigen Monaten bewusst für die Durchführung ihrer Orient-Saison entschieden, zu einem Zeitpunkt, als die Sicherheitslage angespannt, aber noch kalkulierbar schien. Reedereien wie AIDA Cruises und Costa Crociere hatten die gesamte Orient-Saison vorsorglich abgesagt.

Was bisher geschah

Die Angriffe begannen in den frühen Morgenstunden des 28. Februar 2026. Auf iranischer Seite wurden Explosionen am Rande der Stadt Isfahan gemeldet; Menschenmassen versuchten nach Berichten der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, die Millionenmetropole Teheran zu verlassen. Der Iran feuerte seinerseits Raketen in Richtung Israel, dort wurden Explosionen im Norden des Landes gemeldet, das israelische Militär erklärte, die Geschosse würden durch das Raketenabwehrsystem abgefangen.

US-Präsident Donald Trump erklärte, Ziel der Angriffe auf Teheran sei der Sturz der iranischen Regierung. Israels Premierminister Benjamin Netanjahu sprach von einer Operation zur Beseitigung der „existenziellen Bedrohung durch das Terrorregime in Iran“ und verwies auf das Ziel, eine atomare Bewaffnung des Irans zu verhindern. Dem Angriff waren tagelange, letztlich gescheiterte Atomverhandlungen zwischen den USA und dem Iran vorausgegangen.

Noch am selben Morgen weiteten sich die Kampfhandlungen auf die Golfregion aus. Berichte des auf Krisenmonitoring spezialisierten Unternehmens A3M Global Monitoring beschreiben Einschläge nahe US-Militärstützpunkten in Bahrain und anderen Staaten am Persischen Golf. In Saudi-Arabiens Hauptstadt Riad wurden Explosionen gemeldet. In Jordanien wurden gegen 14 Uhr Ortszeit ballistische Raketen durch Luftabwehrsysteme über Amman abgefangen. In Abu Dhabi kam es nach einer Explosion zum Tod mindestens einer Person, nachdem die Behörden den nationalen Luftraum als Vorsichtsmaßnahme vorübergehend teilweise gesperrt hatten. Eine offizielle Bestätigung der Ursache steht zum Redaktionsschluss noch aus.

Luftraumsperrungen als unmittelbares Problem

Die militärischen Handlungen haben eine direkte logistische Konsequenz: Die Lufträume über Israel und dem Iran sind gesperrt. Die Europäische Agentur für Flugsicherheit EASA hatte bereits im Februar 2026 in einer Mitteilung auf mögliche Vergeltungsrisiken für Nachbarländer mit US-Militärbasen hingewiesen. Dieser Fall ist nun eingetreten.

Mehrere Fluggesellschaften haben den Betrieb in die Region eingestellt oder Flüge umgeleitet. Von deutschen Flughäfen wird gemeldet, dass Maschinen mit Kreuzfahrtgästen an Bord nicht in Richtung Orient abgehoben haben oder noch während des Fluges umgekehrt wurden. An- und Abreisen zu den Schiffen im Persischen Golf sind unter den aktuellen Bedingungen faktisch nicht möglich.

Das Auswärtige Amt hat seine Reise- und Sicherheitshinweise für Bahrain, Katar, den Oman und die Vereinigten Arabischen Emirate mit einer Eilmeldung aktualisiert. Der Kerninhalt: Angriffe auf weitere Ziele in der Region können nicht ausgeschlossen werden. Die Sicherheitslage sei äußerst volatil, weitere Luftraumsperrungen seien jederzeit möglich. Reisende in der Region werden aufgefordert, sich auf der Krisenvorsorgeliste des Auswärtigen Amts (ELEFAND) zu registrieren, Medienberichte aktiv zu verfolgen und Anweisungen lokaler Behörden und Sicherheitskräfte zu befolgen.

Reedereien reagieren – aber mit begrenzten Optionen

Die Schiffsführungen aller betroffenen Schiffe haben unmittelbar nach Bekanntwerden der Angriffe erste Sicherheitsmaßnahmen eingeleitet. Außendecks wurden gesperrt, laufende Landausflüge abgebrochen, Gäste per Notfallalarm auf die Mobiltelefone zurück an Bord gerufen. An Bord gelten Anweisungen, sich im Schiffsinneren aufzuhalten und Fensterbereiche zu meiden.

MSC Cruises hat erste Kreuzfahrten bereits abgesagt und betroffene Gäste per Textnachricht informiert. Die für den 1. März ab Doha geplante Abfahrt der MSC Euribia wurde gestrichen. TUI Cruises erklärte in einem Statement, die Sicherheit von Gästen und Crew habe oberste Priorität; man stehe in engem Austausch mit den zuständigen Behörden sowie den Sicherheitsabteilungen der Mutterkonzerne TUI AG und Royal Caribbean Group.

Wie schnell eine geordnete Rückführung aller Passagiere aus der Region organisiert werden kann, ist zum aktuellen Zeitpunkt offen. Die Handlungsoptionen sind durch die Luftraumsperrungen erheblich eingeschränkt. Die Reedereien arbeiten nach eigenen Angaben mit lokalen Sicherheitsbehörden und deutschen Botschaften in der Region zusammen, um eine sichere Heimreise für Gäste und Crew zu organisieren.

Einordnung: Eine Saison unter Vorbehalt

Die Orient-Saison 2025/2026 stand von Beginn an unter besonderer Beobachtung. Die Houthi-Angriffe auf Schiffe im Roten Meer hatten bereits in der Vorsaison zu massiven Routenänderungen und Absagen geführt. Die verbliebenen Reedereien, die sich dennoch für Kreuzfahrten im Persischen Golf entschieden, taten dies in Kenntnis einer erhöhten Grundanspannung in der Region – und mit der Einschätzung, dass der Golf selbst ein kalkulierbares Sicherheitsniveau bietet. Diese Einschätzung hat sich am heutigen 28. Februar 2026 als nicht haltbar erwiesen.

Für Gäste mit bevorstehenden Orient-Buchungen gilt aktuell: Kontakt zum Reiseveranstalter oder zur Reederei aufnehmen, keine eigenständigen Anreisen in die Region planen und die Reisehinweise des Auswärtigen Amts unter auswaertiges-amt.de fortlaufend prüfen. Wie sich die Situation in den kommenden Stunden und Tagen entwickelt, lässt sich zum jetzigen Zeitpunkt nicht seriös einschätzen.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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