Eine im Jahr 2025 eingeführte neue Infrastrukturabgabe für Kreuzfahrtpassagiere hat Berichten zufolge zu einem drastischen Rückgang der Hafenanläufe geführt. Die Maßnahme, die ursprünglich zur Generierung von Staatseinnahmen in Millionenhöhe gedacht war, führt nun zu erheblichen Einnahmeverlusten in den Gemeinden und Hafenbetrieben, insbesondere in ländlichen Regionen Islands.
Der Dachverband Cruise Iceland hat die alarmierenden Daten dem Parlamentarischen Ausschuss für Wirtschaft und Handel vorgelegt. Die Zahlen belegen, dass die negativen Auswirkungen der Gebühr die Befürchtungen der Industrie, die bereits zu Jahresbeginn geäußert wurden, bei weitem übertreffen.
Einbruch der Buchungen: Ländliche Häfen besonders hart getroffen
Die Analyse von Cruise Iceland zeigt, dass die Vorausbuchungen für Anläufe bis zum Jahr 2027 in mehreren Häfen um die Hälfte oder mehr zurückgegangen sind. Lokale Kommunen und Hafenbetreiber rechnen infolgedessen mit Verlusten in Höhe von Milliarden Isländischer Kronen (ISK).
Sigurður Jökull Ólafsson, der Geschäftsführer von Cruise Iceland, kommentierte die Situation mit deutlichen Worten: „Die Lage ist ausgesprochen düster, besonders für die Gemeinden außerhalb der Hauptstadt.“
Für die ländlichen Regionen, deren Wirtschaft stark vom saisonalen Zustrom der Kreuzfahrttouristen abhängt, stellt dieser Einbruch einen erheblichen wirtschaftlichen Rückschlag dar. Diese Gemeinden sind im Gegensatz zur Region der Hauptstadt stärker auf die Einnahmen aus dem Kreuzfahrtverkehr angewiesen, da alternative touristische Einnahmequellen oft weniger ausgeprägt sind.
Die Höhe der Abgabe als Hauptproblem
Die Regierung führte die Infrastrukturabgabe zum 1. Januar 2025 ein. Sie verpflichtet jeden Kreuzfahrtpassagier, eine tägliche Gebühr von 2.500 ISK (zum aktuellen Zeitpunkt umgerechnet etwa 18 US-Dollar/ 16 Euro) für jeden angelaufenen Hafen in Island zu entrichten.
Laut dem Bericht des lokalen Nachrichtenmediums Iceland Monitor ist die neue Gebühr erheblich höher als vergleichbare Abgaben in den Nachbarländern und in einigen Fällen werden dort überhaupt keine derartigen Gebühren erhoben. Dieser signifikante Kostenunterschied macht isländische Häfen im Vergleich zu alternativen Zielen im Nordatlantik, wie Grönland oder Schottland, weniger attraktiv für die Routenplanung der Reedereien.
Die Industrie hatte frühzeitig gewarnt
Die Bedenken der internationalen Kreuzfahrtindustrie wurden bereits in der Planungsphase laut. Im Vorfeld der Einführung der Gebühr äußerten Branchenvertreter deutliche Sorge über die potenziellen negativen Konsequenzen.
Francesco de Curtis, der Port Operations Director von MSC Cruises, einem der Hauptakteure im Nordeuropa-Kreuzfahrtgeschäft, richtete eine offizielle Nachricht bereits damals, bei der Bekanntmachung, an die Hafenvertreter von Akureyri, in der er Überraschung über die Höhe der neuen Abgabe zum Ausdruck brachte. Er warnte explizit: „Diese neue vorgeschlagene Infrastrukturabgabe liegt auf einem Niveau, das unsere Bewertung der Rentabilität Islands in unseren zukünftigen Routen und Plänen beeinflussen könnte.“ Die aktuellen Daten bestätigen, dass diese Befürchtungen Realität geworden sind.
Island fungiert traditionell als wichtiges Ziel für große, sogenannte Mainstream-Kreuzfahrtschiffe, die Nordeuropa bereisen. Gleichzeitig ist das Land ein zentraler Knotenpunkt für Expeditionskreuzfahrten in die arktische Region. Der Rückzug sowohl der großen als auch der kleineren Schiffe hat somit weitreichende Folgen für das gesamte maritime Ökosystem der Inselnation.
Die durch Cruise Iceland dem Parlament vorgelegten Daten erfordern nun eine dringende Neubewertung der Gebührenstruktur durch den Ausschuss für Wirtschaft und Handel, um den weiteren Schaden für die ländlichen Küstengemeinden abzuwenden.
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Einzigartige Attraktivität als Nordatlantisches Reiseziel
Der Rückzug der Kreuzfahrtschiffe wiegt besonders schwer, da Island als Destination eine einzigartige und unersetzliche Stellung im Nordatlantik einnimmt. Die Insel lockt mit einer Kombination aus spektakulären Naturwundern – von Gletschern und Vulkanen bis hin zu Geysiren und Thermalquellen. Häfen wie Akureyri im Norden, Ísafjörður in den Westfjorden oder Seyðisfjörður im Osten bieten Gästen Zugang zu unberührten Landschaften, Wasserfällen und abgelegenen Küstengemeinden. Diese Häfen sind nicht nur logistische Anlaufstellen, sondern auch Tore zu unvergesslichen Erlebnissen und machen Island zu einem strategisch wichtigen Ziel sowohl für klassische Nordeuropa-Routen als auch für arktische Expeditionsreisen in Richtung Grönland. Die neuen Gebühren gefährden nun den Zugang zu diesen malerischen und wirtschaftlich abhängigen Destinationen.














