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Holland America Line kündigt umfassendes Modernisierungsprogramm für sechs Schiffe an

Holland America Line investiert rund 500 Millionen US-Dollar in die Modernisierung von sechs Schiffen – darunter neue Kabinenkategorien und gastronomische Konzepte, die bisher der neueren Pinnacle-Klasse vorbehalten waren. Den Auftakt macht die Oosterdam, die ab Herbst 2027 in erneuerter Form fahren soll.

Holland America Line Schiff liegt im Hafen von Amsterdam

Holland America Line hat ein umfassendes Flotten-Modernisierungsprogramm angekündigt. Unter dem Namen Holland America Evolution werden sechs Schiffe der Flotte in den kommenden Jahren erneuert. Das Investitionsvolumen beläuft sich nach Unternehmensangaben auf rund 500 Millionen US-Dollar. Alle Umbauten sollen bei Fincantieri in Italien stattfinden, wo auch alle elf aktuellen Schiffe der Flotte ursprünglich gebaut wurden.

Sechs Schiffe aus zwei Klassen

Betroffen sind die vier Vista-Class-Schiffe Oosterdam, Zuiderdam, Westerdam und Noordam sowie die beiden Signature-Class-Schiffe Nieuw Amsterdam und Eurodam. Die Vista-Class-Schiffe bieten bei einer Tonnage von jeweils rund 82.305 BRZ Platz für rund 1.920 Passagiere und wurden zwischen 2002 und 2006 gebaut. Die Eurodam (2008) und die Nieuw Amsterdam (2010) kommen auf rund 86.273 beziehungsweise 86.700 BRZ und fassen jeweils rund 2.100 Passagiere. Die beiden ältesten Schiffe der Flotte, die Volendam (1999) und die Zaandam (2000), sind nicht Teil des Programms.

Den Auftakt macht die Oosterdam, das älteste der Vista-Class-Schiffe, das 2003 in Dienst gestellt wurde. Der Umbau soll voraussichtlich im Herbst 2027 abgeschlossen sein. Für die übrigen fünf Schiffe hat Holland America Line weitere Details zu einem späteren Zeitpunkt angekündigt.

Neue Kabinen, neue Suiten, neues Café

Konkrete Umbaudetails hat Holland America Line bislang ausschließlich für die Oosterdam kommuniziert. Das Schiff soll 76 neue Kabinen und Suiten erhalten, aufgeteilt auf vier neue Kategorien. Vorgesehen sind 30 Solo-Verandas speziell für Alleinreisende mit privatem Balkon und Arbeitsbereich, zwei Bridgeview-Suiten mit rund 85 Quadratmetern und 180-Grad-Panoramablick auf das Meer, eine neu gestaltete Pinnacle Suite mit rund 144 Quadratmetern sowie 24 Vista-Suiten, die bislang ausschließlich auf den Schiffen der neueren Pinnacle-Klasse verfügbar sind.

Gastronomisch erhält die Oosterdam ein Grand Dutch Café, das bisher ebenfalls nur auf den Pinnacle-Class-Schiffen Koningsdam, Nieuw Statendam und Rotterdam zu finden ist. Das Konzept orientiert sich an europäischer Café-Kultur und wird von Holland America als Referenz an die niederländischen Wurzeln der Reederei beschrieben. Neben den neuen Einrichtungen sind auch renovierte Kabinen und modernisierte Gemeinschaftsbereiche geplant.

Ergänzend investiert Holland America nach eigenen Angaben in das Energiemanagement und eine optimierte Systemleistung der Schiffe, um den Energieverbrauch zu senken. Ausgebaute Materialien sollen soweit möglich wiederverwendet oder einem Upcycling zugeführt werden.

Konzernstrategie: Modernisierung statt Neubau

Das Programm folgt konzeptionell dem AIDA Evolution-Programm, mit dem die Carnival-Tochter AIDA Cruises seit 2024 ihre Sphinx-Klasse modernisiert. Carnival Corporation-CEO Josh Weinstein hatte das AIDA-Programm bei zurückliegenden Quartalsergebnissen als frühen Erfolg bezeichnet und angedeutet, dass ähnliche Ansätze für weitere Konzernmarken geprüft werden. Mit Holland America Line ist nun die zweite Carnival-Tochter, die diesen Weg einschlägt.

Die Parallelen sind dabei deutlich: Beide Programme setzen auf die Modernisierung bestehender Schiffe anstelle von Neubauten, orientieren sich an den jeweils neuesten Schiffen der eigenen Flotte als Vorlage und verfolgen nach Konzernaussagen das Ziel, überproportionale Renditen auf das eingesetzte Kapital zu erzielen. Für Holland America Line dient die Pinnacle-Klasse als Referenz, also die Rotterdam, die Nieuw Statendam und die Koningsdam, die als modernste Generation der Flotte gelten.

Beth Bodensteiner, Präsidentin von Holland America Line, erklärte bei der Ankündigung, die Evolution-Schiffe sollten Merkmale erhalten, die mit der Pinnacle-Klasse eingeführt wurden. Gästefeedback sei gezielt in die Planungen eingeflossen. Konkrete Angaben dazu, welche Wünsche das waren und wie sie umgesetzt werden, machte sie nicht.

Einordnung: Flotte im mittleren Alterssegment

Holland America Line betreibt aktuell elf Schiffe, gebaut zwischen 1999 und 2021. Die sechs für das Evolution-Programm vorgesehenen Schiffe stammen aus den Jahren 2002 bis 2010 und repräsentieren den älteren Teil der Flotte. Die beiden ältesten Schiffe, Volendam und Zaandam, sind nicht Teil des Programms. Zwei weitere frühere Rotterdam-Class-Schiffe wurden während der Covid-19-Pandemie an Fred. Olsen Cruise Lines verkauft und fahren dort heute als Bolette und Borealis.

Mit dem Programm setzt Holland America auf eine Kapazitätserweiterung durch neue Kabinen bei gleichzeitiger Beibehaltung eines nach Reederei-Angaben ausgewogenen Verhältnisses zwischen Gästen, Platz und Besatzung. Ob weitere Carnival-Marken dem Beispiel von AIDA Cruises und Holland America folgen werden, hat Konzernchef Weinstein bislang offengelassen.

Für Gäste bedeutet das Programm konkret: Wer in den kommenden Jahren mit einem der sechs Schiffe reist, wird je nach Buchungszeitpunkt entweder das modernisierte oder das noch unveränderte Schiff erleben. Die Oosterdam als erstes Schiff im Programm soll ab Herbst 2027 in der neuen Konfiguration in Fahrt gehen.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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