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Kreuzfahrt Griechenland: Landgangsgebühr 2026 im Check

Seit Juli 2025 erhebt Griechenland eine Landgangsgebühr für Kreuzfahrtpassagiere – bis zu 20 Euro pro Person und Hafen in der Hauptsaison auf Mykonos und Santorin. Ob die Kosten an Gäste weitergegeben werden, handhaben die Reedereien unterschiedlich: AIDA und TUI Cruises übernehmen sie, MSC und Costa belasten das Bordkonto.

Sommer Blau weiße Häuser in Griechenland

Seit dem 21. Juli 2025 erhebt Griechenland eine staatlich festgelegte Landgangsgebühr für Kreuzfahrtpassagiere, die in einem griechischen Hafen von Bord gehen. Die Abgabe gilt unabhängig davon, ob die Gäste einen gebuchten Ausflug oder einen individuellen Landgang unternehmen. Sie wird pro Person und pro Hafenanlauf fällig und gilt für alle Altersgruppen, mit Ausnahme von Kleinkindern unter zwei Jahren. Der Kreuzfahrtverband CLIA hat nach Einführung der Gebühr eine gemeinsame Arbeitsgruppe mit der griechischen Regierung eingerichtet, um Umsetzungsfragen zu klären. Die Gebührensätze blieben von 2025 auf 2026 unverändert.

Gebührensätze nach Saison und Hafen

Die Abgabe ist nach Saison und Zielhafen gestaffelt. Die höchsten Sätze gelten auf Mykonos und Santorin in der Hauptsaison vom 1. Juni bis 30. September mit jeweils 20 Euro pro Person. In allen anderen griechischen Kreuzfahrthäfen liegt die Gebühr in derselben Periode bei 5 Euro.

In der Nebensaison von April bis Mai sowie im Oktober sinken die Sätze auf 12 Euro für Mykonos und Santorin sowie 3 Euro für alle übrigen Häfen. In den Wintermonaten November bis März beträgt die Abgabe 4 Euro beziehungsweise 1 Euro.

Wer auf einer Route mehrere griechische Häfen anlauft, zahlt die Gebühr für jeden einzelnen Landgang separat. Bei drei Hafenanlaufen in der Hauptsaison, etwa Piräus, Mykonos und Santorin, summiert sich die Zusatzbelastung auf 45 Euro pro Person, für ein Paar entsprechend 90 Euro. Die Abgabe gilt auch für Passagiere, die in einem griechischen Hafen ein- oder ausgeschifft werden, da sie an diesem Punkt das Schiff verlassen müssen.

Die Einnahmen aus der Gebühr werden auf drei Ministerien aufgeteilt: das Innenministerium, das Ministerium für maritime Angelegenheiten und inselpolitik sowie das Tourismusministerium. Griechische Behörden gehen davon aus, dass die Gebühr jährlich bis zu 50 Millionen Euro einbringt, die für Hafenausbau, Landstromanlagen und Abwasseranlagen verwendet werden sollen.

Auswirkungen auf Santorin und Mykonos

Die Einführung der Gebühr hat messbare Auswirkungen auf einzelne Destinationen. Daten des Liegeplatzsystems von Santorin zeigen für 2026 einen Rückgang der geplanten Schiffsanläufe um 18,27 Prozent auf 595 Schiffe, verglichen mit 728 im Jahr 2025. Die Passagierzahl sank dabei um 15,10 Prozent.

Mykonos zeigt sich hingegen stabiler: Der Hafen erwartet für 2026 rund 763 Schiffsanläufe mit 1,22 Millionen Passagieren, ein Wert, der in etwa dem Vorjahr entspricht. Der Präsident des Mykonos-Hafenfonds verwies dabei auf einen Wettbewerbsnachteil: Einige Schiffe hätten im Vorjahr Mykonos zugunsten von Chania umgangen, wo die Gebühr nur 5 Euro beträgt, und sprach sich für eine einheitliche Gebühr für alle Häfen aus. Daneben gilt auf Santorin seit 2026 eine tägliche Obergrenze von 8.000 Kreuzfahrtpassagieren.

Umgang der Reedereien mit der Gebühr

Die Reedereien handhaben die Abgabe unterschiedlich. Ein Teil gibt die Kosten direkt an die Gäste weiter, andere übernehmen sie selbst.

  • AIDA Cruises gibt nach aktuellem Stand des AIDA Urlaubskompasses keine Landgangsgebühr an Gäste weiter. Die anfallenden Abgaben werden demnach von der Reederei abgeführt und seien im Reisepreis enthalten.
  • TUI Cruises übernehme die Gebühren ebenfalls vollständig. Gäste der Mein-Schiff-Flotte werden nach Unternehmensangaben nicht zusätzlich belastet.
  • MSC Cruises belastet das Bordkonto der Gäste jeweils am Vorabend eines griechischen Hafenanlaufs. Wer in einem Hafen nicht von Bord geht, erhält den Betrag innerhalb von 24 Stunden zurückerstattet.
  • Costa Crociere bucht den Betrag vor Ende der Kreuzfahrt vom Bordkonto ab. Die Gebühr gilt nach Unternehmensangaben in allen griechischen Häfen, in denen Gäste das Schiff verlassen, unabhängig davon ob es sich um einen Transitanlauf oder einen Ein- und Ausschiffungshafen handelt.
  • Royal Caribbean International unterscheidet nach Buchungszeitpunkt: Bei Buchungen ab dem 20. September 2024 ist die Gebühr bereits im Reisepreis enthalten. Für ältere Buchungen wird das Bordkonto entsprechend belastet. Wer nicht an Land geht, erhält den Betrag zurück.
  • Celestyal Cruises belastet das Bordkonto mit der jeweiligen Gebühr. Gäste, die einen Hafen nicht verlassen, erhalten den Betrag nachträglich wieder gutgeschrieben. Das Unternehmen hat nach eigenen Angaben keine Änderungen an seinen Griechenland-Routen für 2026 und 2027 vorgenommen.

Die Reedereien der Norwegian Cruise Line Holding, darunter Norwegian Cruise Line, Oceania Cruises und Regent Seven Seas, sowie Ponant übernehmen die Gebühren nach Angaben aus dem Jahr 2025 selbst. Aktualisierte Angaben für 2026 lagen nicht vor.

Einordnung: Griechische Gebühr im europäischen Kontext

Die griechische Abgabe steht im Kontext einer wachsenden Zahl touristischer Lenkungsmaßnahmen in europäischen Städten und Regionen. Venedig erhebt seit 2024 eine Tageseintrittsgebühr für Tagestouristen, Dubrovnik begrenzt die Zahl täglicher Kreuzfahrtanläufe. Griechenland ist damit Teil einer breiteren Entwicklung, bei der stark frequentierte Destinationen versuchen, Besucherströme zu steuern und Einnahmen für Infrastrukturinvestitionen zu generieren. Ob die Gebührensätze für 2027 angepasst werden, hat die griechische Regierung bislang nicht angekündigt.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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