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Meyer Werft präsentiert Konzept für Elektro-Kreuzfahrtschiff

Die Meyer Werft hat auf der Seatrade Cruise Global das Konzept eines vollständig batterieelektrischen Kreuzfahrtschiffs vorgestellt – nach eigenen Angaben das weltweit erste dieser Größenordnung. Einen konkreten Auftraggeber gibt es bislang nicht; bei einer Bestellung noch 2025 wäre laut Werft eine Auslieferung ab 2031 möglich.

Symbolbild ein Kreuzfahrtschiff ist auf dem Meer Princess Cruises

Der Meyer Werft-Konzern hat auf der Seatrade Cruise Global in Miami das Konzept eines vollständig batterieelektrisch betriebenen Kreuzfahrtschiffes vorgestellt. Das Projekt trägt den Namen „Vision“ und beschreibt nach Angaben der Werft das weltweit erste Konzept für ein zu 100 Prozent batterieelektrisches Kreuzfahrtschiff mit einer Größe von mehr als 80.000 Bruttoraumzahl. Die Konzeptstudie wurde gemeinsam mit dem norwegischen Batteriesystemhersteller Corvus Energy entwickelt.

Technische Eckdaten des Konzepts

Das Konzeptschiff ist auf eine Länge von 275 Metern und eine Kapazität von 1.856 Passagieren ausgelegt, bei einer Bruttoraumzahl von rund 82.000. Das Batteriesystem stammt von Corvus Energy aus Norwegen, einem Unternehmen, das nach eigenen Angaben mehr als die Hälfte der weltweiten Hybrid- und vollelektrischen Seeschiffe mit Batterietechnik ausgerüstet hat.

Nach Angaben von Meyer Werft ist die erforderliche Technologie bereits verfügbar. Thomas Weigend, Chief Sales Officer der Meyer Werft, erklärte, bei einer Bestellung noch im laufenden Jahr wäre eine Auslieferung ab 2031 möglich.

Reichweite und Ladeinfrastruktur

Das Batteriesystem soll nach Angaben der Werft einen Großteil der üblichen europäischen Kreuzfahrtrouten abdecken können. Als Beispiel wird die Strecke von Barcelona nach Civitavecchia bei Rom genannt. Bis 2030 sollen europaweit rund hundert Häfen die notwendige Ladeinfrastruktur bereitstellen. Auf Kundenwunsch kann das Schiff auch als Hybridvariante mit kleinen Zusatzgeneratoren gebaut werden, was unter anderem Atlantiküberquerungen ermöglichen würde.

Die Abhängigkeit von Ladeinfrastruktur in den Häfen ist ein zentraler Faktor für die praktische Einsetzbarkeit des Konzepts. Ob und in welchem Tempo der Infrastrukturausbau in den genannten Häfen tatsächlich realisiert wird, bleibt abzuwarten.

Neues Designkonzept ohne Schornstein

Der Wegfall konventioneller Hauptmaschinen und der zugehörigen Abgasbehandlungssysteme ermöglicht nach Angaben von Meyer Werft grundlegende Änderungen im Schiffsdesign. Der üblicherweise durch das Schiff verlaufende Abgasschacht und der Schornstein, der Teile des Sonnendecks beansprucht, entfallen vollständig. Das Sonnendeck kann dadurch ohne Einschränkungen gestaltet werden.

Das Konzept sieht außerdem vollverglaste, wettergeschützte Außenbereiche vor, die das Schiff als Allwetterschiff nutzbar machen sollen. Der typische Wasserpark ist im Konzept als geschlossener Innenbereich am Heck angeordnet, um eine ganzjährige Nutzbarkeit zu gewährleisten. Der Wegfall der Hauptmaschinen soll zudem zu einer spürbaren Reduzierung von Motorengeräuschen und Vibrationen an Bord beitragen.

Einordnung: Konzept ohne konkreten Auftraggeber

Meyer Werft betont, dass es sich bei der „Vision“ um eine Konzeptstudie handelt, nicht um ein beauftragtes Schiff. Die Werft präsentiert jährlich auf der Seatrade Cruise Global ein neues Konzept, um technologische Entwicklungsrichtungen aufzuzeigen. Ob und wann eine Reederei das Konzept in Auftrag geben wird, ist zum jetzigen Zeitpunkt offen. Die genannte Emissionsreduzierung von bis zu 95 Prozent bezieht sich auf den Schiffsbetrieb selbst und berücksichtigt nicht die Emissionen bei der Stromerzeugung für den Ladevorgang, die je nach Energiemix des jeweiligen Hafenstandorts erheblich variieren können.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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