Lange wurde in der Branche spekuliert, nun ist es offiziell: Die Royal Caribbean Group setzt bei ihrer künftigen Flottenplanung nicht mehr ausschließlich auf die Rekordgrößen der Icon- oder Oasis-Klasse. Am 29. Januar 2026 gab der Konzern bekannt, eine Vereinbarung mit der französischen Traditionswerft Chantiers de l’Atlantique in Saint-Nazaire geschlossen zu haben. Der Auftrag umfasst den Bau der völlig neu konzipierten „Discovery Class“.
Zwei Festbestellungen und weitreichende Optionen
Die Vereinbarung sieht zunächst zwei fest beauftragte Schiffe vor. Das Typschiff der neuen Klasse soll im Jahr 2029 seinen Dienst aufnehmen, gefolgt von einem zweiten Neubau im Jahr 2032. Besonders spannend für die langfristige Kapazitätsplanung: Der Vertrag beinhaltet Optionen für vier weitere Schiffe dieser Baureihe. Damit sichert sich Royal Caribbean wertvolle Bauplätze in einem Markt, der durch knappe Werftkapazitäten geprägt ist.
Strategischer Fokus: „Purpose-built“ für neue Destinationen
Obwohl Royal Caribbean noch keine genauen technischen Daten zur Tonnage oder Passagierkapazität veröffentlicht hat, deutet der Name „Discovery“ (Entdeckung) auf eine strategische Kurskorrektur hin. Branchenexperten gehen davon aus, dass es sich um mittelgroße Kreuzfahrtschiffe handelt.
Diese wären die logische Antwort auf zwei Herausforderungen:
- Flottenverjüngung: Ältere und kleinere Einheiten wie die Schiffe der Vision- oder Radiance-Klasse kommen langsam an das Ende ihrer Dienstzeit.
- Routen-Flexibilität: Während Giganten wie die Icon of the Seas auf große Drehkreuze angewiesen sind, soll die Discovery Class in der Lage sein, kleinere Häfen und exotischere Ziele anzusteuern, die für die Megaliner physisch nicht zugänglich sind.
„Die Discovery Class repräsentiert unsere Verpflichtung, die Zukunft des Urlaubs zu gestalten. Diese Schiffe werden zeigen, was möglich ist, wenn Design auf Zweckmäßigkeit trifft“, erklärte Jason Liberty, Chairman und CEO der Royal Caribbean Group.
Frankreich statt Papenburg: Die Wahl der Werft
Interessant ist die Entscheidung für die französische Werft Chantiers de l’Atlantique. Während Royal Caribbean auch eine langjährige Partnerschaft mit der Meyer Werft in Papenburg pflegt, fiel die Wahl für dieses Projekt nach Saint-Nazaire. Die Franzosen haben bereits 21 Schiffe für den Konzern gebaut, darunter Meilensteine wie die Sovereign of the Seas (1985) oder die Harmony of the Seas.
Aktuell befinden sich in Saint-Nazaire bereits zwei weitere Großprojekte für den Konzern im Bau: die Oasis 7 für Royal Caribbean International sowie die Celebrity Xcite (Edge-Klasse) für die Tochtermarke Celebrity Cruises.
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Teil eines globalen „Urlaubs-Ökosystems“
Die Ankündigung der Discovery Class steht im Kontext einer größeren Konzernstrategie. Royal Caribbean Group transformiert sich von einer reinen Kreuzfahrtreederei hin zu einem umfassenden Urlaubs-Anbieter.
Das Portfolio für die kommenden Jahre ist beeindruckend:
- Eine Pipeline aus mehreren See- und neuen Flusskreuzfahrtschiffen (Celebrity River Cruises).
- Insgesamt acht landbasierte Destinationen (wie die „Perfect Day“-Inseln), die bis 2028 fertiggestellt sein sollen.
- Ein nahtloses digitales Ökosystem, das alle Reiseformen miteinander verknüpft.
„Es geht darum, unseren Gästen die Welt näherzubringen – mit modernstem Design und immersiven Momenten“, ergänzte Michael Bayley, Präsident von Royal Caribbean International. Die Discovery Class wird hierbei mutmaßlich die Rolle des „Entdeckers“ übernehmen, der Komfort mit maximalem Zugang zu den beeindruckendsten Orten der Welt verbindet.














