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Zukunft in Asien: Ehemalige Costa Magica Berichten zufolge an chinesische Marke verkauft

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Costa Magica auf dem Meer

Die ehemalige Costa Magica, ein Kreuzfahrtschiff mit bewegter jüngerer Geschichte, soll Berichten zufolge an die chinesische Marke Tianjin Orient International Cruises verkauft worden sein. Reiseberater in China bestätigten in den sozialen Medien, dass sie über die Pläne des Unternehmens informiert wurden. Das Schiff, das im Jahr 2003 für Costa Crociere gebaut wurde, liegt seit seinem Verkauf an den griechischen Fährbetreiber Seajets im Jahr 2023 in Griechenland ungenutzt auf.

Der nun gemeldete Verkauf markiert das voraussichtliche Ende der Spekulationen über einen Einsatz des Schiffes im Mittelmeerraum und leitet stattdessen eine neue Karriere in Asien ein. Das Kreuzfahrtschiff soll bereits auf dem Weg nach Asien sein.

Gescheiterte Pläne in Griechenland und der Eklat beim G7-Gipfel

Der griechische Fährbetreiber Seajets hatte die Costa Magica im Jahr 2023 erworben. Das Schiff sollte als Teil des ambitionierten, aber letztlich gescheiterten Start-up-Unternehmens Neonyx dienen. Dieses Vorhaben kam jedoch nie zustande, weshalb das Schiff seit der Übernahme in Griechenland aufgelegt lag.

Noch gravierender war der Eklat im Juni 2024: Vor einem geplanten Einsatz als Kreuzfahrtschiff sollte das Schiff während des G7-Gipfels in Fasano (Italien) als schwimmendes Hotel für die Unterbringung von eingesetzten Polizisten dienen. Dieser Einsatz musste jedoch aufgrund massiver Beschwerden über den Zustand des Schiffes verhindert werden. Berichten zufolge gab es Klagen über starke Verschmutzung an Bord sowie unbenutzbare Sanitäranlagen. Die Einsatzkräfte mussten daraufhin in Hotels, einer Schule und auf einer anderen Fähre untergebracht werden.

Der Vorfall hatte juristische Konsequenzen: Das Schiff wurde am 12. Juni zur Beweissicherung wegen des Vorwurfs von Betrug und Vertragsbruch bezüglich der Mietzahlung von 6,5 Millionen Euro von den italienischen Behörden beschlagnahmt. Dieser Eklat führte zur Verschiebung des geplanten Kreuzfahrtbetriebs um ein ganzes Jahr und dürfte die Entscheidung von Seajets zur schnellen Weiterveräußerung massiv beeinflusst haben.

Neue Rolle als Ideal in China

Laut einem Social-Media-Beitrag eines Reisebüros soll das Schiff ab Sommer 2026 von Tianjin aus unter dem Namen Ideal in See stechen. Die ehemalige Costa Magica würde damit die Flotte von Tianjin Orient verstärken, die bereits aus einem weiteren bekannten Kreuzfahrtschiff besteht: der Dream.

Die Dream ist die ehemalige Sun Princess und fährt seit 2023 für die chinesische Marke. Die Übernahme der Costa Magica zeigt, dass Tianjin Orient International Cruises seine Kapazität im hart umkämpften chinesischen Kreuzfahrtmarkt deutlich ausbauen will. Die Costa Magica ist für diesen Markt attraktiv, da sie mit ihren etwa 102.000 BRZ und einer Kapazität für über 2.700 Passagiere ausreichend groß ist, um die Anforderungen des asiatischen Massenmarktes zu erfüllen. Die Ära der zweiten Hand Schiffe aus Europa, die in Asien eine neue Karriere beginnen, setzt sich damit fort.

Historie der Costa Magica

Die Costa Magica wurde im Jahr 2003 von der italienischen Werft Fincantieri gebaut und gehörte zur erfolgreichen Destiny-Klasse von Costa Crociere. Sie bediente über viele Jahre die Routen im westlichen und östlichen Mittelmeer und in der Karibik.

Die Schiffe der Destiny-Klasse waren für ihre großzügige Ausstattung und ihr italienisches Flair bekannt. Mit dem Verkauf an Seajets im Jahr 2023 endete ihre langjährige Dienstzeit unter der Flagge von Costa Crociere. Die jetzt bevorstehende Verlegung nach Asien und die Umbenennung in Ideal stellen einen kompletten Neustart des Schiffes in einem neuen Kulturkreis dar.

Auswirkungen auf den asiatischen Markt

Die Ankunft eines weiteren großen, modernen Schiffes aus europäischer Produktion stärkt die Kapazität und das Angebot im chinesischen Markt, der sich nach der Pandemie schnell erholt. Tianjin Orient International Cruises positioniert sich damit als ernstzunehmender Akteur, der auf etablierte, aber modernisierte Tonnage setzt. Der geplante Einsatz ab Sommer 2026 gibt der Reederei ausreichend Zeit für die notwendigen kosmetischen und technischen Anpassungen, um das Schiff an die spezifischen Bedürfnisse der asiatischen Gäste anzupassen.

Die gesamte Transaktion unterstreicht den dynamischen Wandel in der globalen Kreuzfahrtlandschaft, bei dem ältere, aber hochwertige Schiffe von europäischen Flotten in Asien einen zweiten Lebenszyklus beginnen.

Bildrechte: Dušan©