Die Costa Diadema, eines der bekanntesten Kreuzfahrtschiffe der italienischen Reederei Costa Crociere, hat ihren regulären Betrieb vorübergehend eingestellt. Das Schiff wird in den kommenden Wochen in Brasilien als Hotelschiff eingesetzt. Anlass für diesen außergewöhnlichen Einsatz ist die Weltklimakonferenz (COP30), die im November 2025 in Belém im Amazonasgebiet stattfindet.
Vorübergehendes Ende des Kreuzfahrtdienstes in Savona
Am 18. Oktober 2025 beendete die Costa Diadema ihre planmäßigen Kreuzfahrten in Savona. Seitdem liegt das Schiff außer Dienst, um auf den bevorstehenden Sondereinsatz in Südamerika vorbereitet zu werden. Die Reederei hatte bereits im August 2025 bekannt gegeben, dass das Schiff vorübergehend nicht für Kreuzfahrten, sondern für die Unterbringung von Delegierten und Teilnehmern der Klimakonferenz genutzt wird.
Damit einher ging die Absage aller geplanten Kreuzfahrten zwischen dem 18. Oktober und dem 28. November 2025. Diese Entscheidung traf Costa Crociere nach Rücksprache mit den brasilianischen Behörden, die zusätzliche Unterkünfte für die erwartete Zahl an Besuchern benötigten.
Neuer Liegeplatz im Hafen von Belém
Während der Weltklimakonferenz wird die Costa Diadema im Hafen von Belém an der Amazonasmündung liegen. Der Aufenthalt ist für den Zeitraum vom 5. bis zum 22. November 2025 vorgesehen. In dieser Zeit wird das Schiff als schwimmendes Hotel fungieren und die Unterbringungskapazität der Stadt deutlich erweitern.
Die Wahl fiel auf Belém, weil die Stadt Gastgeberin der COP30 ist, die zum ersten Mal in der Geschichte im Amazonasgebiet ausgerichtet wird. Aufgrund der besonderen geografischen Lage ist die logistische Organisation der Veranstaltung eine Herausforderung. Die Stadt verfügt nur über eine begrenzte Zahl an Hotelbetten, weshalb die Nutzung von Kreuzfahrtschiffen eine praktikable Lösung darstellt.
Wiederaufnahme der Kreuzfahrten ab Ende November
Nach Abschluss des Hotelschiff-Einsatzes soll die Costa Diadema ihren regulären Dienst am 28. November 2025 wieder aufnehmen. Dann beginnt für das Schiff die Südamerika-Saison, die traditionell in Santos bei São Paulo startet. Von dort aus wird die Costa Diadema verschiedene Routen entlang der brasilianischen Küste und nach Uruguay und Argentinien bedienen.
Costa Crociere betonte, dass die vorübergehende Nutzung des Schiffs als Unterkunft keine dauerhafte Änderung im Fahrplan bedeutet. Nach Abschluss des Sondereinsatzes werde das Schiff in seinen normalen Dienst zurückkehren und den Winter 2025/2026 planmäßig in Südamerika verbringen.
MSC Seaview ebenfalls als Hotelschiff im Einsatz
Neben Costa Crociere beteiligt sich auch MSC Cruises an der Unterstützung der Weltklimakonferenz. Die MSC Seaview, ein modernes Kreuzfahrtschiff der MSC-Flotte, wird ebenfalls in Belém stationiert. Das Schiff stellt zusätzliche Kabinen zur Verfügung, um die hohe Nachfrage nach Unterkünften während des Gipfels zu decken.
Die MSC Seaview stellt ihren Kreuzfahrtdienst am 25. Oktober 2025 in Barcelona ein und kehrt am 29. November 2025 in Santos wieder in den regulären Betrieb zurück. Zusammen mit der Costa Diadema entstehen so rund 6.000 zusätzliche Gästebetten für Teilnehmer aus aller Welt.
Dieser koordinierte Einsatz beider Reedereien gilt als beispielhafte Kooperation zwischen der Kreuzfahrtbranche und internationalen Organisationen, um logistische Engpässe bei Großveranstaltungen zu lösen.
Belém und die logistische Herausforderung der COP30
Belém liegt im Nordosten Brasiliens an der Mündung des Amazonas und gilt als Tor zum Regenwald. Die Stadt zählt etwa 1,5 Millionen Einwohner und verfügt über eine begrenzte touristische Infrastruktur. Für die Weltklimakonferenz 2025 werden nach Schätzungen rund 50.000 Teilnehmerinnen und Teilnehmer erwartet, darunter Delegationen aus über 200 Staaten, Vertreter internationaler Organisationen, Wissenschaftler sowie zahlreiche Aktivisten und Journalisten.
Um alle Gäste unterzubringen, werden neben den Kreuzfahrtschiffen auch Hotels, umgebaute Schulen und Ferienwohnungen genutzt. Die brasilianische Regierung investiert derzeit in die Modernisierung der Hafenanlagen und die Verbesserung der Verkehrsanbindung.
Mit der Nutzung der Kreuzfahrtschiffe als Hotels reagiert die Organisation der COP30 auf den hohen Bedarf an Betten und Infrastruktur, den eine solche Veranstaltung mit sich bringt. Der Ansatz gilt als umweltfreundlichere Alternative zum Bau temporärer Unterkünfte, da die Schiffe nach der Konferenz wieder in den normalen Betrieb zurückkehren.
Costa Diadema – ein Blick auf das Schiff
Die Costa Diadema wurde 2014 in Dienst gestellt und zählt zu den größten Schiffen der Reederei Costa Crociere. Mit einer Länge von 306 Metern und Platz für rund 4.900 Passagiere ist sie ein fester Bestandteil der Flotte. Das Schiff bietet zahlreiche Restaurants, Freizeitbereiche, ein großes Wellnesscenter sowie vielfältige Unterhaltungsangebote.
Während ihres Aufenthalts in Belém wird die Costa Diadema nicht als Kreuzfahrtschiff, sondern ausschließlich als Unterkunft genutzt. Die Crew bleibt an Bord, um den Betrieb aufrechtzuerhalten und die Versorgung der Gäste sicherzustellen. Das Serviceangebot wird an den neuen Zweck angepasst und umfasst vor allem die Bereiche Gastronomie, Reinigung und Sicherheit.
Eine außergewöhnliche Mission auf dem Amazonas
Mit dem vorübergehenden Ende ihres Kreuzfahrtdienstes nimmt die Costa Diadema an einer ungewöhnlichen, aber bedeutenden Mission teil. Ihr Einsatz als schwimmendes Hotel während der COP30 in Belém zeigt, wie flexibel moderne Kreuzfahrtschiffe genutzt werden können.
Nach dem Aufenthalt im Amazonasgebiet wird das Schiff planmäßig nach Santos zurückkehren und die Kreuzfahrtsaison in Südamerika eröffnen. Für Costa Crociere ist dies nicht nur eine logistische Maßnahme, sondern auch ein Beitrag zur Unterstützung einer der wichtigsten internationalen Konferenzen zum Thema Klimaschutz und Nachhaltigkeit.
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