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Costa Crociere: 60 Euro Reinigungsgebühr für mitgenommene Speisen

Costa Crociere verbietet die Mitnahme von Speisen aus Buffets und Restaurants. Wer die neue Regel missachtet, zahlt laut einer in sozialen Medien kursierenden Gästeinfo eine Reinigungsgebühr von 60 Euro. Die Reederei begründet das Verbot mit Hygiene und Schädlingsvorbeugung. Online sind die Reaktionen gespalten.

Blick auf den Schornstein eines Costa-Schiffes als Symbolbild für den Abschied der Costa Fortuna I Costa Crociere-Schiff

Costa Crociere geht gegen die Mitnahme von Buffet-Speisen und Restaurantessen außerhalb der Gastronomiebereiche vor. In einer Gästeinfo, die seit Ende Mai in sozialen Medien kursiert, teilt die Reederei mit, dass die Nichteinhaltung dieser Vorschrift zu einer Reinigungsgebühr von 60 Euro führen kann. Die Reaktionen darauf sind gespalten.

Was Costa konkret verbietet

Laut einer offiziellen Mitteilung der Reederei an FoxNews ist es verboten, Speisen aus Buffetbereichen und Restaurants mitzunehmen. Das Verbot gilt für alle Bereiche außerhalb der vorgesehenen Gastronomiebereiche: öffentliche Bereiche des Schiffes, Pooldecks, Kabinen und andere Innenbereiche. Wer dagegen verstößt, riskiert laut Reederei die Reinigungsgebühr von 60 Euro, die direkt über die Bordkarte abgerechnet werden kann.

Als Begründung nennt Costa Crociere ausschließlich hygienische Gründe. Die Maßnahme soll Lebensmittelkontaminationen verhindern, Schädlinge fernhalten und den Sauberkeitsstandard an Bord auf einem hohen Niveau halten. In der Mitteilung heißt es, dass alle Lebensmittel ausschließlich in den dafür vorgesehenen Gastronomiebereichen verzehrt werden müssen.

Zimmerservice bleibt die Ausnahme

Wer Speisen in der Kabine genießen möchte, ist auf den Zimmerservice angewiesen. Laut Costa darf ausschließlich das entsprechend geschulte Personal Speisen nach vorheriger Anfrage in die Kabinen liefern. Für Gäste in Suiten ist dieser Service rund um die Uhr verfügbar. Gäste in Standardkabinen sind damit stärker auf die Öffnungszeiten der Restaurants angewiesen.

Das ist ein Punkt, der in der Online-Diskussion besonders kritisch gesehen wird. Wer früh morgens einen Kaffee auf dem Balkon trinken oder abends nach einem langen Ausflugstag unkompliziert in der Kabine essen möchte, hat künftig ohne gebuchten Zimmerservice keine einfache Möglichkeit mehr dazu.

Praktischer Nebeneffekt für die Crew

Neben den hygienischen Argumenten gibt es einen praktischen Aspekt, den Costa nicht explizit kommuniziert, der aber naheliegt: Wenn kein Geschirr mehr außerhalb der Restaurants genutzt wird, entfällt das Einsammeln durch die Crew in Kabinen, Gängen, Pooldecks und Treppenhäusern. Das ist nicht nur ein logistischer Vorteil, sondern reduziert auch den Aufwand für die Reinigung an Bord.

Kein neues Konzept

Das Vorgehen ist in der Hotellerie bereits etabliert. Viele Hotels untersagen in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen das Mitnehmen von Buffetspeisen ausdrücklich, da das Angebot für den Verzehr vor Ort vorgesehen ist. Einige Häuser bieten gegen Aufpreis Lunchpakete für Gäste an, die tagsüber auf Ausflug gehen. Bei einem einzelnen Stück Obst zeigen die meisten Betreiber noch Kulanz. Bei größeren Mengen ist die Toleranzgrenze deutlich niedriger.

Auf Kreuzfahrtschiffen war das bislang anders. Das Buffet gehört für viele Gäste zum Inbegriff des Kreuzfahrterlebnisses – und die Möglichkeit, sich Kleinigkeiten auf die Kabine mitzunehmen, war lange eine stillschweigende Praxis, gegen die die meisten Reedereien nicht aktiv vorgegangen sind. Costa Crociere zieht nun eine klare Linie.

Reaktionen und Ausblick

Online wird die Maßnahme kontrovers diskutiert. Ein Teil der Gäste begrüßt klarere Regeln und sieht die hygienische Begründung als nachvollziehbar an. Ein anderer Teil kritisiert die Höhe der Gebühr als unverhältnismäßig und bemängelt, dass die Regelung vor allem Gäste in Standardkabinen ohne Zimmerservice-Zugang einschränkt.

Costa Crociere hat sich bislang nicht öffentlich zu den Reaktionen geäußert. Die Reederei dürfte die Wirkung der Maßnahme in den kommenden Wochen beobachten. Ob die Regel dauerhaft bleibt, angepasst oder zurückgenommen wird, hängt vermutlich auch davon ab, wie konsequent sie an Bord durchgesetzt werden kann und wie stark der Widerstand unter den Gästen bleibt.

Für andere Reedereien könnte die Reaktion auf die Costa-Regelung ein Signal sein. Wenn die Maßnahme ohne größere Buchungsrückgänge oder öffentlichen Druck bleibt, ist nicht ausgeschlossen, dass ähnliche Regeln auch auf anderen Schiffen eingeführt werden.

Poolbereich im Heck eines Kreuzfahrtschiffes
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