Am Samstagmorgen, den 27. Dezember 2025, ereignete sich gegen 05:30 Uhr Ortszeit ein schwerer Navigationsunfall vor der Ostküste von Papua-Neuguinea. Das hochmoderne Expeditionsschiff Coral Adventurer lief etwa 90 Kilometer vor der Hafenstadt Lae, auf ein Korallenriff auf. Zum Zeitpunkt des Unglücks befanden sich 80 Passagiere und 43 Besatzungsmitglieder an Bord.
Laut ersten Berichten, die unter anderem vom Branchenmagazin Cruise Industry News und dem australischen Sender ABC veröffentlicht wurden, geriet das 93 Meter lange Schiff in starke Meeresströmungen und wurde auf das Riff gedrückt. Rainbo Paita, der Gouverneur der Provinz Morobe, kritisierte gegenüber den Medien, dass das Schiff eine Route gewählt habe, die von lokalen Kapitänen aufgrund der gefährlichen Riffformationen normalerweise gemieden wird.
Rettung und Abbruch der Reise
Obwohl die ersten Untersuchungen durch professionelle Taucher keine kritischen Schäden am Rumpf ergaben, gestaltete sich die Bergung des mit sechs Grad Schlagseite festliegenden Schiffes als äußerst schwierig. Ein erster Versuch eines Schleppers scheiterte am Sonntag, als dessen Motor überhitzte.
Angesichts der festgefahrenen Situation traf die Reederei eine drastische Entscheidung:
- Abbruch der Kreuzfahrt: Die ursprünglich bis zum 30. Dezember geplante Reise wurde vorzeitig beendet.
- Evakuierung der Gäste: Die 80 Urlauber wurden zunächst mit einem lokalen Passagierboot nach Lae gebracht und von dort mit einem Charterflug zurück nach Cairns geflogen.
- Festsetzung des Schiffes: Die australische Seesicherheitsbehörde (AMSA) hat das Schiff vorerst festgesetzt, da der Verdacht der Nicht-Seetüchtigkeit aufgrund potenzieller Schäden durch die Grundberührung besteht.
Der dunkle Schatten: Ein tragischer Todesfall im Oktober
Die Havarie vor Papua-Neuguinea trifft Coral Expeditions zu einem Zeitpunkt, an dem das Unternehmen bereits unter massiver Beobachtung durch die australischen Behörden steht. Erst vor zwei Monaten ereignete sich an Bord der Coral Adventurer ein Vorfall, der die gesamte Kreuzfahrtbranche schockierte.
Das Drama auf Lizard Island
Am 25. Oktober 2025 befand sich das Schiff auf dem zweiten Tag einer luxuriösen, 60-tägigen Umrundung Australiens (Kostenpunkt für eine Balkonkabine: ca. 86.400 US-Dollar pro Person). Während eines Landausflugs auf der abgelegenen Insel Lizard Island geschah das Unfassbare:
- Die Trennung: Die 80-jährige Passagierin Suzanne Rees aus Sydney nahm an einer geführten Wanderung zum Aussichtspunkt „Cook’s Look“ teil. Erschöpft teilte sie der Gruppe mit, dass sie allein zum Schiff zurückkehren wolle.
- Das Versagen: Die Crew der Coral Adventurer führte offenbar keine ausreichende Identitätsprüfung durch, bevor der Anker gelichtet wurde. Das Schiff legte ab und befand sich bereits über 100 Kilometer entfernt, als beim Abendessen bemerkt wurde, dass die Seniorin fehlte.
- Die Tragödie: Das Schiff kehrte zwar um, doch für Suzanne Rees kam jede Hilfe zu spät. Ihr Leichnam wurde am nächsten Tag auf der Insel gefunden.
Dieser Vorfall führte zum sofortigen Abbruch der 60-Tage-Reise und zu umfassenden Ermittlungen durch die Polizei von Queensland und das Coroners Court. Experten werfen der Reederei schwerwiegende Versäumnisse bei den Passagier-Tracking-Verfahren vor.
Wer ist Coral Expeditions? Hintergrund einer Traditionsreederei
Coral Expeditions, mit Hauptsitz in Cairns, gilt als Pionier der australischen Expeditionskreuzfahrt. Das Unternehmen wurde 1984 gegründet und gehört seit 2023 vollständig dem Mobilitätsclub NRMA.
Die Coral Adventurer ist das Flaggschiff der Flotte:
- Baujahr: 2019 (VARD Werft, Vietnam)
- Baukosten: ca. 119 Millionen US-Dollar
- Besonderheit: Ein spezielles Tender-System („Xplorer“), das Passagiere ohne Gangway direkt von Bord an Land bringen kann.
Trotz eines Umsatzwachstums von über 11 % im Jahr 2025 steht die Reederei nun vor einer Zerreißprobe. Zwei schwerwiegende Vorfälle innerhalb von nur zwei Monaten, ein vermeidbarer Todesfall und eine Havarie in sensiblen Gewässern, werfen kritische Fragen zur Sicherheitskultur an Bord auf.
Die Ermittlungen der Australian Maritime Safety Authority (AMSA) und des Australian Transport Safety Bureau (ATSB) laufen auf Hochtouren. Für Coral Expeditions steht nicht nur die Seetüchtigkeit ihres Flaggschiffs, sondern ihr gesamter Ruf als Anbieter sicherer Luxusexpeditionen auf dem Spiel.
🔗 Unser Tipp: Jetzt deine Kreuzfahrt auf hoher See entdecken!
Du hast Lust bekommen, selbst die Weltmeere zu erobern? Dann findest du bei e-hoi eine riesige Auswahl an Kreuzfahrten – von entspannten Mittelmeer-Touren bis hin zu abenteuerlichen Reisen durch die Fjorde Norwegens oder über den Atlantik in die Karibik.
Ob an Bord der AIDAcosma, der MSC Euribia oder der Mein Schiff 7 – hier ist für jeden Seebär das passende Traumschiff dabei! Freu dich auf spektakuläre Ausblicke, spannende Ausflüge und Meeresbrisen, die nach Freiheit schmecken.














