Celestyal Cruises setzt den Schlussstrich unter seine Orient-Saison 2025/26. Nachdem die Reederei bereits Ende Februar alle verbleibenden Golfabfahrten gestrichen hatte, folgen nun zwei weitere Absagen: Die Abfahrten der Celestyal Discovery am 20. März (3 Nächte, Iconic Aegean) und 23. März (4 Nächte, Iconic Aegean) werden nicht stattfinden. Celestyal begründet die Entscheidung mit den laufenden Vorbereitungen für die Rückverlegung des Schiffes ins Mittelmeer vor der Sommersaison.
Hintergrund: Was im Persischen Golf passiert ist
Seit Ende Februar 2026 hat sich die Sicherheitslage im Persischen Golf dramatisch verändert. Am 28. Februar 2026 begannen die USA und Israel mit koordinierten Luftschlägen auf iranische Atomanlagen. Der Iran antwortete mit Gegenangriffen auf Ziele in der Region, proklamierte die Sperrung der Straße von Hormuz und stellte damit die zentrale Meerenge zwischen dem Persischen Golf und dem Golf von Oman für die zivile Schifffahrt faktisch in Frage. Der internationale Schiffsverkehr in der Region brach innerhalb von Stunden massiv ein.
Die Auswirkungen auf den Kreuzfahrtbetrieb waren unmittelbar: Reedereien, die Schiffe im Persischen Golf hatten, konnten weder planmäßig auslaufen noch neue Gäste einfliegen. Häfen in Dubai, Abu Dhabi, Doha und Muscat waren zwar technisch offen, aber der Weg hinein und heraus war durch die Lage an der Straße von Hormuz blockiert. Neben Celestyal haben auch TUI Cruises, MSC Cruises und das Weltreiseschiff Vasco da Gama von nicko cruises ihre Routen vollständig anpassen müssen.
Gäste ausgeschifft, Schiffe bereit
Alle Gäste der Celestyal Discovery haben das Schiff inzwischen sicher in Dubai verlassen. Die Celestyal Journey liegt derzeit im Hafen von Doha und soll die letzten verbleibenden Passagiere innerhalb der nächsten 24 Stunden ausschiffen. Beide Schiffe sind nach Angaben der Reederei voll betriebsbereit und auf die Ausreise aus der Golfregion vorbereitet. Wann sie ablegen, richtet sich nach den Vorgaben der zuständigen Behörden.
CEO Chris Theophilides erklärte, dass die Teams der Reederei seit Beginn der militärischen Auseinandersetzungen Ende Februar durchgehend im Einsatz waren. Die Rückführung der Gäste in ihre Heimatländer sei durch die eingeschränkte Flugverfügbarkeit in der Region erschwert worden. Mit dem Abschluss der Ausschiffungen verlagere sich der Fokus nun auf die sichere Rückverlegung der Schiffe. Die Sicherheit der Crew bleibe dabei oberste Priorität.
Rückführung der Schiffe: Kein einfacher Weg
Dass beide Schiffe betriebsbereit sind, ist die eine Seite. Die andere ist die Frage, wie sie die Golfregion tatsächlich verlassen können. Der direkte Weg durch die Straße von Hormuz, das Rote Meer und den Suezkanal ins Mittelmeer ist für zivile Schiffe derzeit praktisch nicht realisierbar. Die Kriegsrisikoversicherungen haben ihre Prämien für Durchfahrten durch die Straße von Hormuz so massiv angehoben, dass jede Passage wirtschaftlich kaum vertretbar ist. Hinzu kommt die unberechenbare militärische Lage: Weder der Persische Golf noch das Rote Meer gelten aktuell als sicheres Fahrwasser für zivile Kreuzfahrtschiffe.
Der realistische Alternativweg führt südlich um den afrikanischen Kontinent, über das Kap der Guten Hoffnung und den Atlantik zurück ins Mittelmeer. Diese Route bedeutet mehrere Wochen zusätzliche Fahrzeit und erheblichen logistischen Aufwand. Celestyal kommuniziert dazu bislang keine Details und verweist lediglich darauf, dass die Abfahrt in Abstimmung mit den zuständigen Behörden erfolgen wird.
Betroffene Gäste: Rückerstattung oder Kreuzfahrtguthaben
Gäste, die eine der beiden abgesagten März-Abfahrten gebucht haben, erhalten die Wahl zwischen einer vollständigen Rückerstattung oder einem Kreuzfahrtguthaben für eine künftige Reise. Celestyal empfiehlt, sich hierfür direkt an den ursprünglichen Buchungsanbieter oder das Reisebüro zu wenden.
Einordnung
Mit den Absagen der Discovery-Abfahrten hat Celestyal seine Orient-Saison 2025/26 vollständig abgewickelt. Damit gehört die griechische Reederei neben TUI Cruises und MSC Cruises zu den europäischen Anbietern, die ihre Golfprogramme infolge der eskalierenden Lage im Persischen Golf komplett eingestellt haben. Wann die Celestyal Discovery und die Celestyal Journey die Golfregion verlassen und ihre Mittelmeer-Sommersaison aufnehmen können, ist noch offen.

















