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Schären: Schärengarten und Schärenküste einfach erklärt

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Die Schärenpassage in Stockholm

Schären sind kleine, oft kahle Felsinseln, die in der Eiszeit entstanden sind. Gewaltige Gletscher schliffen das Gestein rund, und nach dem Abschmelzen des Eises hob sich das Land, sodass unzählige dieser Felsinseln aus dem Meer auftauchten. Eine große Gruppe solcher Inseln nennt man Schärengarten oder Archipel, die zerklüftete, von Inseln gesäumte Küste dahinter Schärenküste. Am bekanntesten sind die Schären Skandinaviens, allen voran der Stockholmer Schärengarten mit rund 30.000 Inseln.

Was sind Schären genau?

Das Wort Schäre stammt aus dem Altnordischen „sker“, die heute übliche schwedische Form „skär“ bedeutet so viel wie Klippe. Gemeint ist eine kleine, meist felsige Insel, wie sie typischerweise in Gruppen an skandinavischen Küsten vorkommt. Entstanden sind diese Inseln in der letzten Eiszeit, als kilometerdicke Eismassen über das Land zogen und das darunterliegende Gestein rund schliffen. Zurück blieben glatt polierte Felsbuckel.

Als das Eis vor rund 10.000 Jahren abschmolz, geschah etwas Bemerkenswertes: Von der enormen Last befreit, begann sich das Land zu heben, ein Vorgang, den man als isostatische Landhebung bezeichnet. Dabei tauchten immer mehr der geschliffenen Felsen als Inseln aus dem Meer auf. Dieser Prozess hält bis heute an, weshalb die Schären langsam weiterwachsen und stellenweise sogar neue entstehen. Die Landschaft ist damit geologisch betrachtet noch jung und in Bewegung.


Wo liegen die bekanntesten Schären?

Schären sind ein typisch nordeuropäisches Phänomen, auch wenn es sie an anderen Küsten der Welt gibt. Die ausgedehntesten Schärenlandschaften Europas liegen in Schweden und Finnland, dazu kommen Norwegen und einzelne große Seen. Wer den Begriff hört, denkt aber meist zuerst an einen ganz bestimmten Ort. Die folgenden Gebiete sind die bekanntesten.

  • Stockholmer Schärengarten (Schweden) – der berühmteste von allen, direkt vor der Hauptstadt in der Ostsee
  • Schärenmeer vor Turku (Finnland) – ein riesiges Archipel, das oft als der größte Schärengarten der Welt bezeichnet wird
  • Göteborger Schärengarten (Schweden) – die felsige Westküste im Bohuslän, rauer und atlantischer im Charakter
  • Küste Norwegens – lange Abschnitte der norwegischen Küste sind von Schären gesäumt
  • Große Seen wie Mälaren und Vänern – auch im Binnenland finden sich Schären

Diese Gebiete unterscheiden sich spürbar. Der Stockholmer Schärengarten ist kulturell besonders lebendig, mit Fischerdörfern, Sommerhäusern und einer langen Seefahrtstradition. Das finnische Schärenmeer wirkt weiter und ursprünglicher, die Westküste bei Göteborg dagegen kahler und windgepeitschter. Außerhalb Europas gibt es Schären unter anderem an der Atlantikküste Kanadas. Für Reisende in Nordeuropa sind aber die schwedischen und finnischen Gebiete die wichtigsten.

Fahrt durch die schwedischen Schären
Fahrt durch die Stockholmer Schären

Zahlen und Fakten zum Schärengarten

Ein paar Kennzahlen machen die Dimension dieser Inselwelten greifbar. Sie zeigen, warum die Schären zu den außergewöhnlichsten Küstenlandschaften Europas zählen. Genaue Angaben sind allerdings schwierig, weil viele Schären nur winzige Felsen sind und je nach Zählweise mitgerechnet werden oder nicht. Die folgenden Werte sind daher Näherungen.

  • Stockholmer Schärengarten – rund 30.000 Inseln, Holme und Klippen, die sich von der Stadt bis weit in die Ostsee ziehen
  • Schärenmeer vor Turku – Schätzungen zwischen 20.000 und 50.000 Inseln, damit gilt es vielen als größtes Archipel der Welt
  • Åland-Inseln (Finnland) – über 6.700 benannte Inseln mit eigener Flagge und Kultur
  • Helsinki (Finnland) – Schären vor Helsinki bestehen aus rund 330 Inseln, die direkt vor der Küste der finnischen Hauptstadt liegen
  • Landhebung – in Teilen der Ostsee hebt sich das Land noch heute um mehrere Millimeter pro Jahr

Diese Zahlen erklären auch, warum eine Fahrt durch die Schären so abwechslungsreich ist. Zwischen kahlen Außenfelsen und dicht bewaldeten Innenschären liegen ganze Welten. Viele Inseln sind unbewohnt, andere tragen die typischen rot gestrichenen Holzhäuser, in denen Schweden und Finnen den Sommer verbringen. Die Mischung aus Fels, Wasser und Wald ist es, die den besonderen Reiz ausmacht.

Blick auf die Seefestung Suomenlinna von einem Schiff aus
Die Festung Suomenlinna in den Schären vor Helsinki

Wie erlebt man die Schären?

Am eindrucksvollsten erlebt man die Schären vom Wasser aus, und hier gibt es mehrere Möglichkeiten. Für Kreuzfahrtgäste ist die Einfahrt nach Stockholm der Höhepunkt: Auf vielen Ostsee-Routen fädelt sich das Schiff über mehrere Stunden durch den Schärengarten, bevor es die Stadt erreicht. Dabei ziehen von den kahlen Außenfelsen über das Seglerrevier Sandhamn und die Festung Vaxholm bis zu den stadtnahen Fjäderholmarna immer neue Bilder vorbei. Wer das erleben will, sollte früh an Deck sein und einen hohen, offenen Platz suchen, denn die schönsten Ausblicke wechseln ständig die Seite.

Neben der Kreuzfahrt gibt es weitere Wege, die Inselwelt zu entdecken. Sie eignen sich vor allem, wenn du mehr Zeit vor Ort hast oder die Schären gezielt bereisen willst. Die gängigen Varianten unterscheiden sich in Tempo und Nähe zur Natur.

  • Linienfähren – Gesellschaften wie Waxholmsbolaget verbinden Stockholm ganzjährig mit vielen Inseln, günstig und alltagsnah
  • Ausflugsboote – geführte Schärentouren ab dem Zentrum, oft mit Stopps auf bekannten Inseln wie Vaxholm oder Sandhamn
  • Kajak – für Aktive die intensivste Art, die stillen Buchten und schmalen Sunde selbst zu erkunden

So unterschiedlich diese Wege sind, sie führen alle in dieselbe Landschaft. Für einen ersten Eindruck genügt die Einfahrt mit dem Kreuzfahrtschiff oder eine kurze Fährfahrt zu den Fjäderholmarna. Wer tiefer eintauchen möchte, plant einen ganzen Tag mit dem Ausflugsboot oder gleich mehrere Tage mit Übernachtung auf einer Insel ein. Je weiter du nach außen kommst, desto ruhiger und ursprünglicher wird es.

Nicht zu verwechseln mit den kleinen Schärenfähren sind die großen Ostseefähren, die Stockholm mit Zielen wie Turku, Helsinki oder Tallinn verbinden. Anbieter wie Tallink Silja Line oder Viking Line setzen dafür große Übernachtfähren ein, die von A nach B über die offene Ostsee fahren. Der schöne Nebeneffekt: Auf der Aus- und Einfahrt durchqueren auch sie ausgedehnte Schärengebiete, besonders die Strecke nach Turku ist für ihre Schärenpassage bekannt. Wer ohnehin zwischen den Hauptstädten reist, bekommt das Schärenerlebnis hier gewissermaßen gratis dazu.

Wann ist die beste Reisezeit für die Schären?

Die Schären zeigen sich im Sommer von ihrer schönsten Seite, grob von Mai bis September. Dann sind die Tage lang, das Wasser lädt zum Baden, und die Inseln sind belebt. Rund um Mittsommer im Juni feiern Schweden und Finnen ihr wichtigstes Fest, was die Region besonders stimmungsvoll macht. Auch die Ostsee-Kreuzfahrtsaison fällt in diese Monate, sodass sich das Erlebnis der Schäreneinfahrt gut mit gutem Wetter verbindet.

Außerhalb des Sommers wird es ruhiger, viele Verbindungen und Betriebe reduzieren ihren Fahrplan oder schließen. Der Herbst bringt klare Luft und Farben, der Winter eine stille, teils vereiste Landschaft. Für die meisten Reisenden bleibt der Sommer die naheliegende Wahl. Wer Ruhe sucht, findet sie in der Vor- und Nachsaison im Mai oder September.


Felsinseln aus der Eiszeit

Schären sind kleine Felsinseln, die von eiszeitlichen Gletschern geformt wurden und durch die anhaltende Landhebung bis heute aus dem Meer auftauchen. Die bekanntesten Schärengärten liegen vor Stockholm, im finnischen Schärenmeer bei Turku und an der Westküste bei Göteborg. Am eindrucksvollsten erlebst du sie vom Wasser, sei es bei der mehrstündigen Einfahrt einer Ostsee-Kreuzfahrt nach Stockholm, per Fähre, Ausflugsboot oder Kajak. Die beste Zeit dafür ist der Sommer. Mehr zu den Reisezielen der Region findest du hier in unserem Ostsee-Überblick, auf unserer Stockholm-Landgangsseite und unserer Helsinki-Landgangsseite.

Häufige Fragen (FAQ) – Schären

Eine Schäre ist eine einzelne kleine Felsinsel. Ein Schärengarten ist eine große Ansammlung solcher Inseln samt dem Wasser dazwischen, also ein Archipel. Die Küste, die von vielen Schären gesäumt wird, nennt man Schärenküste.

Da viele Schiffe morgens ankommen, lohnt es sich, früh aufzustehen und die Ankunftszeit deines Schiffs zu kennen. Such dir rechtzeitig einen Platz auf einem hohen, offenen Deck. So verpasst du keinen der wechselnden Ausblicke.

Sie entstanden in der Eiszeit, als Gletscher das Gestein rund schliffen. Nach dem Abschmelzen des Eises hob sich das von der Last befreite Land, und die geschliffenen Felsen tauchten als Inseln aus dem Meer auf. Diese Landhebung dauert bis heute an.

Als größtes Archipel der Welt gilt vielen das Schärenmeer vor Turku in Finnland mit geschätzt 20.000 bis 50.000 Inseln. In Schweden ist der Stockholmer Schärengarten mit rund 30.000 Inseln der bekannteste.

Ja. Auf vielen Ostsee-Kreuzfahrten führt die Route über mehrere Stunden durch den Stockholmer Schärengarten, bevor das Schiff anlegt. Diese Einfahrt gilt als einer der schönsten Momente der Reise und kostet keinen Aufpreis.

Am schönsten ist der Sommer von Mai bis September mit langen, hellen Tagen. Rund um Mittsommer im Juni ist die Stimmung besonders festlich. In der Vor- und Nachsaison ist es ruhiger, dann ist aber auch weniger Betrieb.


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