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Kreuzfahrt-Begriffe erklärt: Das Glossar für Einsteiger

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Asuka III fährt durch dichten Nebel bei ihrer Emsüberführung.

Backbord, Tendern, Muster Drill: Wer zum ersten Mal auf einem Kreuzfahrtschiff steht, fühlt sich sprachlich manchmal wie in einem fremden Land. An Bord wird eine eigene Terminologie gesprochen, und die Durchsagen setzen voraus, dass man sie versteht. Muss man aber nicht, solange man weiß, wo man nachschlagen kann.

Dieses Kreuzfahrt-Glossar erklärt die wichtigsten Begriffe, die Erstfahrer kennen sollten: von der Schiffsnavigation über die Bordorganisation bis zu den Fachausdrücken, die in den Durchsagen vorkommen. Sortiert nach Themengebieten, mit kurzen Erklärungen und dem einen oder anderen Praxistipp.

Diese Begriffe begegnen dir vor allem beim ersten Mal. Den vollständigen Einstieg findest du unter Erste Kreuzfahrt.

Schiff und Orientierung

Backbord ist die linke Seite des Schiffes (in Fahrtrichtung gesehen). Merkhilfe: „Backbord“ hat vier Buchstaben, genau wie „links“. Nachts ist die Backbordseite mit einem roten Licht markiert.

Steuerbord ist die rechte Seite. Merkhilfe: In „Steuerbord“ steckt ein „R“, genau wie in „rechts“. Die Steuerbordseite trägt ein grünes Licht. Bei der Sicherheitsübung ist die richtige Seite wichtig, weil die Sammelstationen nach Backbord und Steuerbord aufgeteilt sind.

Bug ist die Vorderseite des Schiffes, die Spitze, die sich durch die Wellen schneidet. Kabinen im Bug können bei Seegang stärker schaukeln. Dafür hat man dort oft den eindrücklichsten Ausblick nach vorn.

Heck ist die Rückseite des Schiffes. Hier liegen oft Poolbereiche und Restaurants. Kabinen am Heck sind bei Seegang in der Regel ruhiger als am Bug, können aber Vibrationen der Maschinen abbekommen.

Mittschiffs bezeichnet die Mitte des Schiffes auf der Längsachse. Erfahrungsgemäß die ruhigste Lage bei Seegang, sowohl horizontal (Mitte zwischen Bug und Heck) als auch vertikal (mittlere Decks).

Deck ist das Stockwerk des Schiffes. Große Kreuzfahrtschiffe haben 15 bis 20 Decks. Die Nummerierung beginnt unten und steigt nach oben. In Durchsagen und auf Schildern wird die Decknummer verwendet, nicht „Etage“ oder „Stockwerk“.

Brücke (Kommandobrücke) ist der Steuerungsraum des Schiffes, von dem aus Kapitän und Offiziere das Schiff navigieren. Auf einigen Schiffen gibt es „Brückenbesichtigungen“ als Teil des Bordprogramms.

Begriff - Vergleichsbild der Queen Victoria mit zu einem auf der rechten Seite Blick auf das Heck und auf der linken Seite Blick auf den Bug
Links: Bug I Rechts: Heck

Kabine und Unterkunft

Innenkabine ist eine Kabine ohne Fenster im Inneren des Schiffs. Die günstigste Kategorie, erfahrungsgemäß gut geeignet für Kurzreisen oder Gäste, die die Kabine nur zum Schlafen nutzen.

Außenkabine hat ein Fenster oder Bullauge, das sich in der Regel nicht öffnen lässt. Bringt Tageslicht, aber keine frische Luft.

Balkonkabine hat eine eigene Tür zum privaten Balkon. Die beliebteste Kategorie auf den meisten Schiffen, aber deutlich teurer als Innen- oder Außenkabinen.

Suite ist die geräumigste Kabinenkategorie mit separatem Wohnbereich und oft zusätzlichen Services (bevorzugtes Boarding, eigener Restaurantzugang, Butler).

Garantiekabine bedeutet: Man bucht eine Kategorie (z. B. Balkon), aber nicht die genaue Kabinennummer. Die Reederei weist die Kabine später zu. Meistens günstiger, manchmal mit Upgrade, aber ohne Einfluss auf die Lage.

Kabinensteward ist das Crewmitglied, das für die Reinigung und den Service in der Kabine zuständig ist. In der Regel wird die Kabine zweimal täglich gereinigt (morgens und abends).


Ein- und Ausschiffung

Einschiffung (Embarkation) ist der Vorgang, bei dem man an Bord geht. Dazu gehören Check-in, Gepäckabgabe, Bordkartenausgabe und Sicherheitskontrolle. Die meisten Reedereien vergeben feste Einschiffungszeiten.

Ausschiffung (Debarkation) ist das Verlassen des Schiffes, entweder bei einem Landausflug oder am Ende der Reise. Am letzten Tag erfolgt die Ausschiffung meistens in Gruppen, geordnet nach Decks oder Kabinennummern.

Bordkarte (Cruise Card) ist das zentrale Dokument an Bord. Sie funktioniert gleichzeitig als Kabinenschlüssel, Zahlungsmittel, Restaurantzugang und Ausweis beim Ein- und Ausschiffen. Ohne sie geht an Bord nichts.

Gangway ist die Brücke oder der Übergang zwischen Schiff und Kai. Über die Gangway betritt und verlässt man das Schiff in den Häfen.

Tendern bedeutet, dass das Schiff nicht direkt am Kai anlegen kann (z. B. weil der Hafen zu klein oder zu flach ist). Stattdessen ankert das Schiff vor der Küste, und kleine Tenderboote bringen die Gäste an Land. Das kann bei unruhigem Wasser etwas schaukelig werden. Erfahrungsgemäß ist es im hinteren Bereich des Tenderboots am ruhigsten.

Tenderboot verlaesst den Hafen von Lerwick

Auf See

Seetag ist ein Tag, an dem das Schiff keinen Hafen anläuft und den ganzen Tag auf See bleibt. An Seetagen ist das Bordprogramm in der Regel besonders umfangreich. Einen ausführlichen Guide gibt es im Seetag-Artikel.

Seegang beschreibt die Wellenbewegung auf dem Meer. Moderne Kreuzfahrtschiffe haben Stabilisatoren, die den Seegang deutlich reduzieren. Bei starkem Seegang kann es trotzdem schaukeln, besonders am Bug und auf den oberen Decks.

Kreuzsee entsteht, wenn Wellen aus verschiedenen Richtungen aufeinandertreffen. Das führt zu unregelmäßigen Schiffsbewegungen, die sich anders anfühlen als normaler Seegang. In Durchsagen wird vor Kreuzsee gewarnt, damit Gäste beim Gehen vorsichtiger sind.

Knoten ist die Geschwindigkeitseinheit auf See. Ein Knoten entspricht ca. 1,85 km/h. Kreuzfahrtschiffe fahren in der Regel mit 16 bis 22 Knoten, also rund 33 bis 41 km/h.

Muster Drill (Seenotrettungsübung) ist die verpflichtende Sicherheitsübung vor dem Auslaufen. Alle Gäste müssen daran teilnehmen. Je nach Reederei findet sie an den Sammelstationen statt oder digital per Video in der Kabine. Wer sie nicht absolviert, darf die Reise nicht antreten.

Sammelstation (Muster Station) ist der Ort, an dem man sich im Notfall einfinden muss. Die Nummer der eigenen Sammelstation steht auf der Bordkarte und an der Kabinentür.

Bordleben und Organisation

Bordprogramm (Daily Programme) ist die Tageszeitung des Schiffs, die jeden Abend in der Kabine liegt oder digital abrufbar ist. Sie listet alle Veranstaltungen, Öffnungszeiten und Programmpunkte des nächsten Tages auf.

Bordguthaben (Onboard Credit) ist ein Guthaben auf dem Bordkonto, das bei manchen Buchungen als Bonus enthalten ist. Es lässt sich für Getränke, Ausflüge, Spa oder Einkäufe an Bord verwenden.

Galadinner (Formal Night) ist ein Abend mit gehobener Kleiderordnung. Je nach Reederei bedeutet das Anzug und Abendkleid (z. B. Cunard, MSC) oder einfach gehobene Freizeitkleidung (z. B. Mein Schiff). Bei AIDA gibt es keinen formellen Dresscode. Wer am Gala-Abend lieber leger bleibt, kann in den Buffetrestaurants essen, dort gilt keine Kleiderordnung.

Trinkgeld (Service Charge) wird bei den meisten Reedereien als tägliche Pauschale automatisch dem Bordkonto belastet. Bei anderen Reedereien wie Mein Schiff oder AIDA Cruises sind Trinkgelder im Reisepreis enthalten.

Landausflug (Shore Excursion) ist ein organisierter Ausflug in den Anlaufhäfen. Alternativ kann man den Hafen auch auf eigene Faust erkunden.


Essen und Trinken

Hauptrestaurant (Main Dining Room) ist das Bedienrestaurant, in dem Kellner am Tisch servieren. Je nach Reederei gibt es feste Tischzeiten oder freie Platzwahl („My Time Dining“ bei NCL, „Flexible Dining“ bei Mein Schiff).

Buffetrestaurant ist das Selbstbedienungsrestaurant mit breiter Auswahl und langen Öffnungszeiten. Auf den meisten Schiffen der zentrale Anlaufpunkt für Frühstück und Mittagessen.

Spezialitätenrestaurant ist ein Restaurant mit besonderem Konzept (z. B. Steakhouse, Sushi, italienisch), das gegen Aufpreis buchbar ist. Die Qualität liegt erfahrungsgemäß über dem Hauptrestaurant.

Getränkepaket ist ein Pauschalangebot für Getränke an Bord. Je nach Paket sind Softdrinks, Kaffee, Cocktails und Wein enthalten. Erfahrungsgemäß lohnt sich ein Getränkepaket ab ca. 4 bis 5 Getränken pro Tag.


Alle Begriffe auf einen Blick

BegriffBedeutung
BackbordLinke Schiffsseite (in Fahrtrichtung)
SteuerbordRechte Schiffsseite
BugVorderseite des Schiffes
HeckRückseite des Schiffes
MittschiffsMitte des Schiffes (ruhigste Lage)
DeckStockwerk des Schiffes
BrückeSteuerungszentrale
GangwayÜbergang zwischen Schiff und Kai
TendernTransfer per kleinem Boot, wenn das Schiff nicht anlegen kann
EinschiffungAn-Bord-Gehen (Embarkation)
AusschiffungVon-Bord-Gehen (Debarkation)
BordkarteKabinenschlüssel, Zahlungsmittel und Ausweis in einem
Muster DrillVerpflichtende Seenotrettungsübung
SammelstationTreffpunkt im Notfall
SeetagTag ohne Hafenstopp
SeegangWellenbewegung auf dem Meer
KreuzseeWellen aus verschiedenen Richtungen
KnotenGeschwindigkeitseinheit (1 Knoten = ca. 1,85 km/h)
GaladinnerAbend mit gehobener Kleiderordnung
BordguthabenGuthaben auf dem Bordkonto (Bonus bei Buchung)
GarantiekabineKategorie gebucht, Kabinennummer wird zugewiesen
GetränkepaketPauschale für Getränke an Bord

Mit diesen Begriffen bist du bereit für deine Kreuzfahrt!

Jetzt kennst du die wichtigsten Kreuzfahrt-Begriffe und kannst an Bord mitreden! Ob Backbord & Steuerbord, Tendern oder Galadinner. Du bist nun auf die gängigen Durchsagen und Gespräche vorbereitet. Wer weiß, vielleicht beeindruckst du sogar die Crew mit deinem neuen Wissen?

Häufige Fragen (FAQ) – Die häufigsten Fragen zu den Kreuzfahrt-Begriffen

Backbord ist die linke Seite des Schiffes in Fahrtrichtung, Steuerbord die rechte. Die einfachste Merkhilfe: „Backbord“ hat vier Buchstaben wie „links“, in „Steuerbord“ steckt ein „R“ wie in „rechts“. Bei der Seenotrettungsübung ist die korrekte Zuordnung wichtig, weil die Sammelstationen nach Seiten aufgeteilt sind.

Tendern bedeutet, dass das Schiff nicht direkt am Kai anlegen kann und stattdessen vor der Küste ankert. Kleine Boote (Tenderboote) bringen die Gäste an Land. Das passiert in Häfen, die zu klein oder zu flach für große Kreuzfahrtschiffe sind. Bei unruhigem Wasser kann der Transfer im Tenderboot etwas schaukelig sein.

Der Muster Drill ist die verpflichtende Seenotrettungsübung, die vor dem Auslaufen stattfindet. Alle Gäste müssen daran teilnehmen, entweder an den Sammelstationen oder digital per Video in der Kabine. Die Übung stellt sicher, dass jeder weiß, wo sich die eigene Sammelstation befindet. Wer die Übung nicht absolviert, darf die Reise nicht antreten.

Bei einer Garantiekabine bucht man eine Kabinenkategorie (z. B. Balkon), aber keine bestimmte Kabinennummer. Die Reederei weist die Kabine später zu. Das ist meistens günstiger und bringt gelegentlich ein Upgrade in eine bessere Lage. Der Nachteil: Man hat keinen Einfluss auf die Position an Bord und kann in einer weniger attraktiven Lage landen.


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